Namibia und Russland vertiefen politischen Dialog und wirtschaftliche Kooperation

In Moskau treffen am Mittwoch der russische Außenminister Sergej Lawrow und die namibische Ministerin für internationale Beziehungen und Handel Selma Ashipala-Musavyi zu Gesprächen zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Stand und die Perspektiven der bilateralen Beziehungen zwischen der Russische Föderation und der Republik Namibia, insbesondere in den Bereichen Politik, Handel, Wirtschaft und multilaterale Zusammenarbeit. Das Treffen findet im Rahmen eines mehrtägigen Arbeitsbesuchs der namibischen Ministerin in Russland statt.

Politische Konsultationen auf hoher Ebene in Moskau

Nach Angaben aus Moskau wird Sergej Lawrow Selma Ashipala-Musavyi zu offiziellen Gesprächen empfangen, um die traditionell als freundschaftlich bezeichneten Beziehungen zwischen beiden Staaten umfassend zu erörtern. Geplant ist eine Bestandsaufnahme des politischen Dialogs sowie die Festlegung konkreter Schritte zur weiteren Vertiefung der bilateralen Kontakte.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des regelmäßigen Austauschs zwischen den Außenministerien und anderen staatlichen Institutionen. Dabei sollen auch Perspektiven für eine engere Abstimmung in internationalen Foren, insbesondere innerhalb der Vereinten Nationen und weiterer multilateraler Strukturen, ausgelotet werden. Ziel ist eine verbesserte Koordinierung bei internationalen und regionalen Fragen von beiderseitigem Interesse.

Wirtschafts- und Handelsbeziehungen im Fokus

Parallel zu den politischen Gesprächen steht die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs. Die namibische Regierung bezeichnet die Reise als strategisch wichtig, um den bilateralen Handel auszubauen und neue Kooperationsfelder zu erschließen. Ashipala-Musavyi hält sich vom 12. bis 14. Januar in Russland auf und nimmt neben den Gesprächen mit Lawrow auch an wirtschaftsbezogenen Terminen teil.

Vorgesehen ist ein Treffen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation, Juri Trutnew, der zugleich Ko-Vorsitzender der namibisch-russischen Regierungskommission für Handels- und wirtschaftliche Zusammenarbeit ist. Diese Kommission gilt als zentrales Instrument zur Überprüfung laufender gemeinsamer Projekte sowie zur Identifikation neuer Vorhaben in Industrie, Handel und Investitionen.

Im Rahmen der Gespräche sollen bestehende Kooperationsprojekte bewertet und Möglichkeiten zur Ausweitung industrieller Zusammenarbeit diskutiert werden. Dazu zählen nach offiziellen Angaben auch Fragen der Wertschöpfung, des Marktzugangs und der Förderung gegenseitiger Investitionen.

Namibische Interessen: Diversifizierung und industrielle Entwicklung

Für Namibia steht der Besuch im Zeichen einer breiteren außenwirtschaftlichen Ausrichtung. Die Regierung in Windhoek verfolgt das Ziel, Handelsbeziehungen zu diversifizieren und neue Partner für industrielle Entwicklung zu gewinnen. Russland wird dabei als potenzieller Akteur gesehen, insbesondere mit Blick auf Industriekooperation, Technologieaustausch und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Die Ministerin führt während ihres Aufenthalts auch Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft, um Handels- und Investitionsflüsse zu fördern. Diese Termine ergänzen die politischen Konsultationen und sollen praktische Anknüpfungspunkte für Unternehmen beider Länder schaffen.

Internationale und regionale Themen auf der Agenda

Neben bilateralen Fragen ist ein Meinungsaustausch zu aktuellen internationalen und regionalen Entwicklungen vorgesehen. Beide Seiten planen, Positionen zu globalen Themen zu erörtern und Möglichkeiten einer engeren Abstimmung in multilateralen Organisationen zu prüfen. Dazu zählt insbesondere die Zusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen, wo Namibia und Russland regelmäßig vertreten sind.

Die Gespräche sollen dazu beitragen, gegenseitiges Verständnis für außenpolitische Prioritäten zu vertiefen und Koordinierungsmechanismen zu stärken. Offizielle Stellen betonen, dass dieser Dialog Teil einer langfristigen Ausrichtung auf partnerschaftliche Zusammenarbeit sei.

Historische Beziehungen als Grundlage der Gespräche

Sowohl die russische als auch die namibische Seite verweisen auf historisch gewachsene Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt beruhen. Diese bilden nach Darstellung beider Regierungen die Grundlage für den aktuellen Dialog und die geplante Vertiefung der Zusammenarbeit.

Der Arbeitsbesuch in Moskau unterstreicht aus namibischer Sicht die Bedeutung Russlands als Gesprächspartner in außenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen. Umgekehrt signalisiert das Treffen aus russischer Perspektive das Interesse an einer Intensivierung der Beziehungen zu Namibia und an einer Ausweitung der Präsenz in Südliches Afrika.

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