Der Sicherheitsrat der Vereinte Nationen hat sich mit der Frage befasst, wie digitale Bildung den Unterricht für Kinder in Konfliktgebieten sichern kann. Die Sitzung am 2. März stand unter dem Vorsitz von Melania Trump, die als erste Ehepartnerin eines amtierenden US-Präsidenten eine Ratssitzung leitete.
Nach Angaben der Vereinten Nationen leben derzeit 473 Millionen Kinder in oder auf der Flucht vor Konfliktzonen. Rund 234 Millionen Kinder in Konfliktsituationen benötigen Bildungsunterstützung, 85 Millionen besuchen überhaupt keine Schule.
Digitale Lösungen bei geschlossenen Schulen
Rosemary DiCarlo, Untergeneralsekretärin für politische Angelegenheiten und Friedenskonsolidierung, verwies auf die Bedeutung digitaler Lernangebote, wenn Schulen aufgrund von Gewalt geschlossen bleiben. Digitale Bildung könne den Zugang zu Unterricht auch dann sichern, wenn Kinder auf der Flucht seien oder Schulgebäude zerstört würden.

Als Beispiel nannte sie Programme wie „Instant Network Schools“, die Geflüchteten in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan Zugang zu digitalen Lehrinhalten ermöglichen.
Grundlage der Debatte ist unter anderem Resolution 2601 (2021) des Sicherheitsrates. Sie fordert die Mitgliedstaaten auf, Fernunterricht und digitale Lernlösungen zu fördern und Bildungsangebote für Flüchtlings- und Binnenvertriebene sicherzustellen.
Zunahme von Angriffen auf Schulen

Die Vereinten Nationen verifizierten im Jahr 2024 insgesamt 2.374 Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. DiCarlo betonte, Schulen seien in Konfliktregionen oft die einzigen sicheren Orte für Kinder. Gleichzeitig stiegen die Risiken im digitalen Raum, darunter Ausbeutung, Menschenhandel, Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen und Cybermobbing.
Melania Trump erklärte in ihrer nationalen Funktion, die Vereinigten Staaten stünden an der Seite aller Kinder weltweit. Bildung und Technologie seien zentrale Instrumente, um Frieden zu fördern und Perspektiven zu schaffen. Sie verwies auf die weltweite Verbreitung mobiler Geräte und auf die wachsende Rolle künstlicher Intelligenz beim Zugang zu Wissen.
Erfahrungen aus Konfliktregionen
Vertreter mehrerer Staaten schilderten eigene Erfahrungen. Der Delegierte Liberias berichtete, während des Bürgerkriegs habe Bildungszusammenbruch zur Verlängerung von Gewalt beigetragen. Gemeinschaftsradios hätten Unterricht ermöglicht, als Präsenzunterricht nicht sicher gewesen sei.
Der Vertreter der Demokratische Republik Kongo verwies auf anhaltende Kämpfe in der Provinz Süd-Kivu. Bewaffnete Gruppen wie die M23 und die Rwanda Defence Force behinderten den staatlichen Bildungszugang. Gleichwohl habe die Regierung 2025 eine Strategie zur Stärkung eines krisenfesten Bildungssystems verabschiedet.
Regionale Eskalation und geschlossene Schulen
Die Debatte fand vor dem Hintergrund militärischer Eskalationen im Nahen Osten statt. In mehreren Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und Oman, wurden Schulen zeitweise geschlossen und auf Fernunterricht umgestellt.
UN-Generalsekretär António Guterres sprach von mindestens 85 Toten bei einem Angriff auf eine Grundschule in der iranischen Stadt Minab. Die Zahl der Opfer wurde später nach oben korrigiert. Vertreter Irans verurteilten die Angriffe auf zivile Infrastruktur. Weder die USA noch Israel übernahmen Verantwortung für die Vorfälle.
Unicef warnte, die jüngste militärische Eskalation markiere einen gefährlichen Moment für Millionen Kinder in der Region.
Die Sitzung unterstrich die wachsende Bedeutung digitaler Bildung in bewaffneten Konflikten und die gleichzeitigen Herausforderungen im Hinblick auf Sicherheit und Schutz von Kindern.