DR Kongo vertieft Partnerschaft mit Israel – Sicherheitskooperation rückt in den Fokus

Félix Tshisekedi baut die Partnerschaft der Demokratischen Republik Kongo mit Israel aus. In Jerusalem standen Sicherheit, Verteidigung, Technologie und Investitionen im Zentrum – vor dem Hintergrund unterschiedlicher Positionen zu Israel innerhalb Afrikas.

Der kongolesische Präsident Félix Tshisekedi will die Zusammenarbeit der Demokratischen Republik Kongo mit Israel bei Sicherheit, Verteidigung, Landwirtschaft und Hochtechnologie deutlich ausbauen. Die Gespräche mit Israels Präsident Isaac Herzog und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu fanden Anfang September während Tshisekedis Arbeitsbesuch in Israel statt. Beide Seiten wollen ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen damit auf eine breitere Grundlage stellen. Der Kurs Kinshasas berührt zugleich eine außenpolitische Konfliktlinie innerhalb Afrikas, wo die Beziehungen zu Israel seit Jahren unterschiedlich bewertet werden.

Tshisekedi sprach bei seinen Treffen in Jerusalem auch über Wasserwirtschaft, Gesundheit, Energie, Infrastruktur, Ausbildung und Investitionen. Die kongolesische Präsidentschaft bezeichnete die Gespräche als Teil einer engeren strategischen Partnerschaft zwischen beiden Staaten.

„Unsere Gespräche haben unseren gemeinsamen Willen bestätigt, der Zusammenarbeit zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Staat Israel eine neue Dimension zu geben“, erklärte Tshisekedi.

Sicherheit und Verteidigung im Gespräch mit Netanyahu

Bei seinem Treffen mit Netanyahu standen Sicherheit und Verteidigung besonders im Vordergrund. Daneben berieten beide Seiten über Landwirtschaft, Infrastruktur, Energie und Hochtechnologie.

Netanyahu sprach von einer „großen Freundschaft“, die beide Länder weiter vertiefen wollten. Konkrete neue Abkommen oder finanzielle Zusagen wurden nicht genannt.

Für Kinshasa fällt die stärkere sicherheitspolitische Zusammenarbeit in eine Phase anhaltender Konflikte im Osten des Landes. Israel verfügt unter anderem über Technologien und Erfahrungen in den Bereichen Sicherheit, Überwachung, Landwirtschaft und Wassermanagement, die zu den von beiden Regierungen genannten Kooperationsfeldern gehören.

„Unsere Ambition ist es, mit Israel eine moderne, pragmatische und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft aufzubauen, die sich nicht nur an den unterzeichneten Abkommen misst, sondern an ihrer Umsetzung und den Ergebnissen für unsere beiden Völker“, sagte Tshisekedi.

Herzog hebt Israels Beziehungen zu Afrika hervor

Israels Präsident Herzog stellte die Zusammenarbeit mit der Demokratischen Republik Kongo zugleich in einen größeren afrikanischen Zusammenhang. „Israel misst seinen Beziehungen zu Afrika große Bedeutung bei“, erklärte er und sprach sich für mehr Treffen und politischen Dialog mit Staaten des Kontinents aus.

Herzog hatte Kinshasa bereits im November 2025 besucht. Tshisekedis jetzige Reise knüpft damit unmittelbar an den damaligen Austausch an.

Für den kongolesischen Präsidenten ist es bereits der zweite offizielle Besuch in Israel seit seinem Amtsantritt. 2021 war Tshisekedi während seiner damaligen Amtszeit als Vorsitzender der Afrikanischen Union nach Israel gereist.

Während des aktuellen Aufenthalts besuchte er auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Dort legte er einen Kranz nieder und entzündete die Gedenkflamme. Tshisekedi besuchte zudem die Klagemauer in Jerusalem, begleitet von Außenministerin Thérèse Kayikwamba Wagner und weiteren Mitgliedern seiner Delegation.

Israels Beziehungen bleiben innerhalb Afrikas umstritten

Die Annäherung zwischen Kinshasa und Jerusalem vollzieht sich vor dem Hintergrund erheblicher Unterschiede in der Israel-Politik afrikanischer Staaten. Besonders deutlich wurden diese bereits im Streit über einen Beobachterstatus Israels bei der Afrikanischen Union.

Südafrika und Algerien gehörten zu den Staaten, die sich gegen eine stärkere institutionelle Einbindung Israels in die Afrikanische Union stellten. Andere afrikanische Regierungen haben ihre politischen, wirtschaftlichen oder sicherheitspolitischen Beziehungen zu Israel dagegen ausgebaut.

Eine Serie offizieller Proteste afrikanischer Regierungen gegen Tshisekedis aktuellen Besuch war bis zum 3. September nicht bekannt. Die politischen Differenzen betreffen vielmehr grundsätzlich den Umgang mit Israel und den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Mehrere afrikanische Staaten unterstützen seit Jahrzehnten die Forderung nach einem palästinensischen Staat. Gleichzeitig unterhalten zahlreiche Regierungen diplomatische Beziehungen zu Israel und suchen Kooperationen unter anderem in Landwirtschaft, Technologie und Sicherheit.

Kinshasa fordert zugleich Schutz palästinensischer Zivilisten

Die Demokratische Republik Kongo verbindet ihre engeren bilateralen Beziehungen zu Israel mit Forderungen nach Schutz der Zivilbevölkerung im Nahost-Konflikt.

Gemeinsam mit Liberia und Somalia hatte Kinshasa wenige Wochen vor Tshisekedis Reise im UN-Sicherheitsrat zur Deeskalation und zur Einhaltung des internationalen Rechts aufgerufen. Die drei Staaten forderten den Schutz sowohl palästinensischer als auch israelischer Zivilisten.

Tshisekedi hatte die Beziehungen zu Israel bereits während seiner Präsidentschaft der Afrikanischen Union 2021 vorangetrieben. Die damalige Debatte über Israels Stellung innerhalb der panafrikanischen Organisation machte zugleich sichtbar, wie weit die Positionen ihrer Mitgliedstaaten in dieser Frage auseinanderliegen.

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