Uganda kündigt Truppenabzug aus Somalia bis 2027 an

Kurswechsel in Kampala: Uganda kündigt den vollständigen Abzug seiner Truppen aus Somalia bis 2027 an – nur wenige Wochen zuvor hatte die Regierung eine dauerhafte Militärpräsenz in Aussicht gestellt.

Uganda will seine seit fast zwei Jahrzehnten bestehende Militärpräsenz in Somalia bis 2027 vollständig beenden. Die Ankündigung wurde Ende August durch General Muhoozi Kainerugaba bekannt. Damit steht der angekündigte Komplettabzug im Gegensatz zur noch Mitte August öffentlich vertretenen Linie der Regierung, wonach ugandische Soldaten auch nach einem möglichen Ende der Afrikanischen Unterstützungs- und Stabilisierungsmission in Somalia, AUSSOM, im Land bleiben sollten.

Uganda gehört zu den wichtigsten militärischen Partnern Somalias und stellt mit rund 4.500 Soldaten das größte Truppenkontingent innerhalb von AUSSOM. Zusätzlich befinden sich ugandische Soldaten auf Grundlage einer bilateralen Vereinbarung mit der Regierung in Mogadischu im Land.

Kampala ändert seine bisherige Linie

Noch am 16. August hatte Ugandas Verteidigungsminister Kiryowa Kiwanuka einen vollständigen Rückzug ausdrücklich ausgeschlossen. Einige ugandische Einheiten sollten demnach auch dann in Somalia bleiben, wenn die gegenwärtige Struktur von AUSSOM verändert oder beendet würde.

Kiwanuka erklärte gegenüber dem somalischen Nachrichtenportal Goobjoog, die weitere Präsenz könne über ein bilaterales Sicherheitsabkommen zwischen Kampala und Mogadischu organisiert werden. Die konkrete Ausgestaltung könne sich ändern, Uganda werde Somalia jedoch nicht vollständig verlassen.

Die nun von General Muhoozi Kainerugaba angekündigte vollständige Beendigung des Einsatzes bis 2027 bedeutet eine deutlich andere Vorgabe. Uganda beteiligt sich seit 2007 an den aufeinanderfolgenden Missionen der Afrikanischen Union in Somalia und war unter anderem an der Rückeroberung Mogadischus beteiligt.

Noch am 25. August waren ugandische Soldaten gemeinsam mit einer nigerianischen Polizeieinheit am Stützpunkt Al-Jazeera II in Mogadischu eingesetzt. AUSSOM bezeichnete die dort stationierten Kräfte als Teil der laufenden Sicherung der somalischen Hauptstadt.

Finanzierung von AUSSOM unter Druck

Die Abzugsankündigung fällt in eine Phase wachsender Unsicherheit über die Finanzierung der internationalen Sicherheitspräsenz in Somalia. Die Vereinigten Staaten wollen eine Fortsetzung der bisherigen Finanzierung der logistischen Unterstützung durch die Vereinten Nationen über den 31. Dezember 2026 hinaus nicht unterstützen.

Die logistische Unterstützung wird über das United Nations Support Office in Somalia, UNSOS, organisiert. Dazu gehören unter anderem Lebensmittel, Treibstoff, Transport, medizinische Evakuierungen und Kommunikationssysteme für die Mission.

Auch die derzeitige Genehmigung von AUSSOM durch die Vereinten Nationen läuft Ende 2026 aus. Das längerfristige Missionskonzept sieht vor, Sicherheitsaufgaben schrittweise an somalische Kräfte zu übertragen.

Somalia und die an AUSSOM beteiligten Staaten hatten sich bisher für einen geordneten und abgestimmten Übergang ausgesprochen. Ein Abzug ausländischer Kräfte soll demnach mit der Fähigkeit somalischer Sicherheitskräfte verbunden werden, zusätzliche Aufgaben selbst zu übernehmen.

Uganda, Kenia, Äthiopien und Ägypten gehören zu den Staaten, die gegenwärtig in die Sicherheitsarchitektur Somalias eingebunden sind. Kampala hatte noch im Juli ein außerordentliches Treffen der Truppensteller von AUSSOM ausgerichtet, bei dem die weitere Stabilisierung Somalias und die Zukunft der Mission beraten wurden.

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