Der im Niger entführte deutsche Staatsbürger Ulumaskan Sinan ist nach rund zwei Wochen Geiselhaft freigelassen und über Algerien an die deutschen Behörden übergeben worden. Die Übergabe erfolgte im Sitz des algerischen Außenministeriums in Algier. Zuvor war Sinan von algerischen Sicherheitskräften aus dem Süden des Landes nach Boufarik gebracht worden.
Nach Angaben der algerischen Behörden erfolgte die Freilassung im Rahmen einer Vermittlung und regionalen sicherheitspolitischen Zusammenarbeit. Sinan war im Niger von einer bewaffneten kriminellen Gruppe entführt worden.
Übergabe an deutsche Behörden in Algier
Die offizielle Übergabe des deutschen Staatsbürgers fand am Sitz des algerischen Außenministeriums statt. Der Generalsekretär des Ministeriums, Lounès Magramane, übergab Sinan an den deutschen Botschafter Georg Felsheim.
Magramane würdigte dabei die Zusammenarbeit der Sicherheits- und Regierungsinstitutionen und dankte insbesondere den Einheiten des Verteidigungsministeriums für ihren Einsatz. Die Operation sei erfolgreich abgeschlossen worden, nachdem Sinan zuvor sicher von In Guezzam nach Boufarik transportiert worden war.
Nach Angaben der Behörden wurde der Deutsche unmittelbar nach seiner Ankunft medizinisch untersucht und befand sich in gutem gesundheitlichem Zustand. Die deutschen Stellen seien während des gesamten Prozesses kontinuierlich informiert worden.
Entführung im Niger durch bewaffnete Gruppe
Sinan war im Niger von einer “bewaffneten kriminellen Gruppe” verschleppt worden. Details zu den Entführern, ihrem Vorgehen oder möglichen Forderungen wurden nicht veröffentlicht.
Nach seiner Freilassung berichtete Sinan den algerischen Behörden über seine Gefangenschaft. Er soll rund zwei Wochen festgehalten worden sein.

Die Umstände seiner Freilassung bleiben weiterhin unklar. Auch die konkrete Rolle Algeriens bei der Beendigung der Geiselhaft wurde nicht im Detail erläutert, jedoch betonen die Behörden eine koordinierte sicherheitspolitische und diplomatische Zusammenarbeit.
Transport über In Guezzam und Boufarik
Nach der Übernahme durch algerische Sicherheitskräfte wurde Sinan von der Militärbasis In Guezzam im äußersten Süden Algeriens mit einem Flugzeug nach Boufarik südwestlich von Algier gebracht. Von dort erfolgte die Weiterleitung an die diplomatischen Stellen.
In Guezzam liegt unmittelbar an der Grenze zum Niger und gehört zur 6. Militärregion der algerischen Streitkräfte.
Algerien betont Rolle als regionaler Vermittler
Die algerischen Behörden stellten die Freilassung in einen größeren politischen Kontext. Das Land sehe sich als aktiver Vermittler in der Sahelregion und lehne konsequent Terrorismus, Entführungen und Lösegeldzahlungen ab.
Vertreter des Außenministeriums erklärten, die Operation sei Teil einer Reihe ähnlicher Einsätze, die die Rolle Algeriens als regionaler Akteur in Sicherheits- und Vermittlungsfragen unterstreichen sollen. Die Sicherheit und Stabilität der Nachbarregionen seien ein zentrales Anliegen der algerischen Außenpolitik.
Auch die deutsche Botschaft in Algier bedankte sich für die Zusammenarbeit und die erfolgreiche Rückführung des Staatsbürgers. Sinan selbst äußerte nach seiner Freilassung Dank gegenüber den algerischen Behörden und Sicherheitskräften.

