In Benin hat Oppositionskandidat Paul Hounkpè seinem Rivalen Romuald Wadagni noch vor der offiziellen Verkündung der Präsidentschaftswahl zum Vorsprung gratuliert. Am Tag nach der Abstimmung vom 12. April erklärte Hounkpè, die ersten auflaufenden Trends zeigten eine Führung des Duos Romuald Wadagni und Mariam Chabi Talata. Damit setzt noch vor der formellen Bekanntgabe durch die Wahlbehörden ein politisch wichtiger Anerkennungsschritt ein. Die endgültigen Resultate stehen weiterhin aus.
Am 13. April veröffentlichte Hounkpè eine Erklärung, während die Wahlkommission Céna die Protokolle aus landesweit 17.000 Wahllokalen weiter zusammenführte. Die offizielle Bestätigung des Ergebnisses liegt noch nicht vor. Nach dem Wahlkalender in Benin werden die Daten zunächst von der Céna gebündelt und anschließend an das Verfassungsgericht übermittelt, das allein die endgültigen Resultate verkünden darf.
Hounkpè spricht von klaren ersten Trends
In seiner Erklärung berief sich Hounkpè auf die „großen Trends“ aus der fortlaufenden Auszählung. Er erklärte, es zeichne sich ein Vorsprung für das Duo Wadagni-Talata ab, und er nehme diese Entwicklung mit Verantwortung zur Kenntnis.
„Am Ende eines für die Zukunft unserer Nation entscheidenden Wahltages zeichnet sich nach den großen Trends aus der schrittweisen Ergebnisübermittlung ein Vorsprung zugunsten des Duos Wadagni-Talata ab“, erklärte Hounkpè. Zugleich stellte er seine Reaktion ausdrücklich in den Rahmen republikanischer Prinzipien, des Respekts vor dem Wählerwillen und der Stabilität des Landes.
Anerkennung noch vor der formellen Verkündung
Die Erklärung ist politisch bedeutsam, weil sie zu einem Zeitpunkt kommt, an dem die Wahlbehörden noch keine konsolidierten vorläufigen Ergebnisse veröffentlicht haben. Hounkpè greift damit dem formellen Wahlverfahren nicht institutionell vor, setzt aber früh ein Signal der Anerkennung.

In seinem Schreiben gratulierte er Romuald Wadagni direkt und sprach von „republikanischen Glückwünschen“. Gleichzeitig verband er die Anerkennung mit dem Appell, zentrale Punkte seines eigenen politischen Programms aufzugreifen, darunter soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Teilhabe, institutionelle Reformen und nationale Versöhnung.
Wadagni rückt damit weiter in Richtung Wahlsieg
Romuald Wadagni gilt als einer der wichtigsten Regierungsvertreter des Landes. Der bisherige Staatsminister für Wirtschaft und Finanzen tritt gemeinsam mit Mariam Chabi Talata an. Dass der wichtigste Oppositionskandidat ihm bereits vor Abschluss des offiziellen Auszählungsprozesses zum Vorsprung gratuliert, stärkt seine politische Position in einer noch laufenden Wahlphase zusätzlich.
Hounkpè dankte zugleich seinen Anhängern für ihre Mobilisierung im Wahlkampf und am Wahltag. Er bezeichnete das von ihm vertretene Projekt als tragfähig und ehrgeizig und hob dessen Fokus auf ein gerechteres, inklusiveres und wohlhabenderes Benin hervor.
Wahlkommission und Verfassungsgericht bleiben entscheidend
Trotz der frühen politischen Anerkennung bleibt das offizielle Verfahren unverändert. Die Céna unter Vorsitz von Sacca Lafia ist für die Sammlung und Zusammenführung der Wahldaten zuständig. Erst danach befasst sich das Verfassungsgericht mit dem Ergebnis und verkündet die endgültigen Resultate.
Damit ist die Präsidentschaftswahl institutionell noch nicht abgeschlossen. Politisch aber hat die Erklärung Hounkpès bereits einen wichtigen Moment markiert: Noch vor dem amtlichen Endergebnis verschiebt sich der Blick von der reinen Auszählung hin zur Frage, wie ein möglicher Machtauftrag für Wadagni ausgelegt wird.
