Benin, Côte d’Ivoire und Frankreich vertiefen ihre Militärkooperation gegen Terrorgruppen

Benin, Côte d’Ivoire und Frankreich haben in Cotonou ihre militärische Zusammenarbeit gegen Terrorgruppen und grenzüberschreitende Bedrohungen ausgebaut. Am 19. März kamen die Generalstabschefs der drei Länder in der Kaserne von Togbin nahe Cotonou zu einem hochrangigen Treffen zusammen. Im Mittelpunkt standen Geheimdienstkooperation, Ausbildung, Spezialkräfte und die Anpassung gemeinsamer Sicherheitsmaßnahmen an eine sich rasch verändernde Bedrohungslage. Für Benin ist das besonders relevant, weil das Land seit Ende 2021 mit Angriffen und Eindringversuchen bewaffneter Gruppen im Norden konfrontiert ist.

Drei Armeen beraten über konkrete nächste Schritte

An dem Treffen nahmen Benins Generalstabschef Fructueux Gbaguidi, der französische Generalstabschef Fabien Mandon und sein ivorischer Amtskollege Lassina Doumbia teil. Nach Angaben der beninischen Streitkräfte diente die Zusammenkunft dazu, bestehende Partnerschaften zu überprüfen und neue operative Maßnahmen für die trilaterale Zusammenarbeit zu beschließen.

Diskutiert wurden unter anderem der Austausch von Geheimdienstinformationen, die Bekämpfung improvisierter Sprengsätze, gemeinsame Ausbildungsfragen, die Stärkung der Spezialkräfte sowie eine engere strategische Abstimmung. Die drei Generalstabschefs beschrieben die Bedrohungslage als geprägt von terroristischer Infiltration, organisierter grenzüberschreitender Kriminalität und hybriden Formen der Destabilisierung.

Benin sieht wachsenden Handlungsdruck

Für Benin hat das Thema unmittelbare sicherheitspolitische Bedeutung. Generalstabschef Gbaguidi verwies darauf, dass das Land seit Dezember 2021 im Norden mit terroristischen Vorstößen konfrontiert ist. Vor diesem Hintergrund betonte er die Notwendigkeit, die Reaktion auf diese Gefahr nicht allein, sondern gemeinsam mit Partnern zu organisieren.

Gbaguidi sagte, Benin habe versucht, der Bedrohung zu begegnen, doch es sei sinnvoll, dies mit Verbündeten besser zu tun. Zugleich machte er deutlich, dass aus Sicht des Militärs konkrete Ergebnisse im Vordergrund stehen. Als längerfristiges Ziel nannte er eine Sicherheitsoperation, die Terrorgruppen vom eigenen Staatsgebiet verdrängen soll.

Geheimdienstarbeit, Pilotenausbildung und Spezialkräfte im Fokus

Bei den Beratungen in Cotonou ging es nicht nur um politische Symbolik, sondern um konkrete operative Felder. Genannt wurden insbesondere die Weitergabe von Aufklärungserkenntnissen, die Ausbildung von Piloten und der Ausbau von Spezialkräften.

Gbaguidi erklärte, nicht alle Teile der Strategie könnten öffentlich gemacht werden. Zugleich verwies er auf erste Fortschritte in der Zusammenarbeit mit Côte d’Ivoire. Diese Kooperation habe bereits dazu beigetragen, die Ausbildung der Spezialkräfte und unterstützender Einheiten zu verbessern.

Treffen knüpft an Abidjan an

Die Zusammenkunft in Cotonou war keine isolierte Initiative. Sie folgt auf ein erstes trilaterales Treffen am 18. Juli 2025 in Abidjan, das auf Einladung des ivorischen Generalstabschefs Lassina Doumbia stattgefunden hatte.

Mit dem zweiten Treffen erhält dieses Format nun mehr Gewicht. Die Partner setzen damit ihre sicherheitspolitische Abstimmung in einer Phase fort, in der sich die Bedrohungen im Golf von Guinea und im weiteren westafrikanischen Raum aus Sicht der Militärführungen verdichten.

Auch politische Gespräche vorgesehen

Nach Angaben der beninischen Streitkräfte sollten die Gespräche nicht auf die Militärstäbe beschränkt bleiben. General Gbaguidi kündigte an, dass auch Treffen mit politischen Verantwortlichen vorgesehen seien.

Tatsächlich wurden die Delegationen im Anschluss von Präsident Patrice Talon empfangen. Damit bekam das militärische Treffen zusätzlich eine politische Dimension, auch wenn die konkreten Inhalte dieser Gespräche nicht näher ausgeführt wurden.

Cotonou rückt als Sicherheitsdrehscheibe in den Mittelpunkt

Das Treffen in Togbin zeigt, dass Benin seine Sicherheitskooperation in der Region und mit Frankreich weiter institutionalisiert. Dabei fällt auf, dass die Zusammenarbeit zwei Ebenen verbindet: eine süd-süd-orientierte Abstimmung mit Côte d’Ivoire und ein strategisches Partnerschaftsformat mit Frankreich.

Für die beninischen Streitkräfte ist das Teil einer breiteren Antwort auf Bedrohungen, die längst nicht mehr nur als Problem der Sahelzone gesehen werden. Mit dem Treffen in Cotonou rückt nun stärker der Golf von Guinea als sicherheitspolitischer Raum in den Vordergrund.

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