Die Vereinten Nationen haben den Drohnenangriff auf ein Wohngebiet in Goma scharf verurteilt, bei dem ein Mitarbeiter des UN-Systems und zwei Zivilisten getötet wurden. Der Vorfall erhöht den Druck auf die Konfliktparteien im Osten der Demokratischen Republik Kongo, den Waffenstillstand einzuhalten und den Schutz von Zivilisten und humanitärem Personal zu gewährleisten. Die Erklärung veröffentlichte die UN-Mission MONUSCO am 11. März.
Nach Angaben von Bruno Lemarquis, dem stellvertretenden Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs in der Demokratischen Republik Kongo und amtierenden Leiter der MONUSCO, wurden bei dem Angriff am Mittwochmorgen auch zivile Wohnhäuser beschädigt. Lemarquis sprach von einer besorgniserregenden Eskalation der Gewalt und verurteilte insbesondere den Einsatz bewaffneter Drohnen in einem städtischen Umfeld.
MONUSCO fordert schnelle und unabhängige Untersuchung
Lemarquis erklärte, Angriffe auf Personal der Vereinten Nationen könnten nach dem Römischen Statut Kriegsverbrechen darstellen. Er forderte eine schnelle, unabhängige und glaubwürdige Untersuchung, um die Umstände des Angriffs aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Zugleich rief die MONUSCO alle Konfliktparteien auf, die Gewalt unverzüglich einzustellen, ihre Verpflichtungen aus dem Waffenstillstand einzuhalten und auf politische Lösungen sowie Dialog zu setzen. Die Mission verwies dabei auf die Pflicht aller Beteiligten, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten und zwischen militärischen und zivilen Zielen zu unterscheiden.
Internationale Reaktionen folgen auf Angriff
Auch die Afrikanische Union reagierte auf den Vorfall. Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, äußerte tiefe Besorgnis über den gemeldeten Drohnenangriff in Goma, bei dem Zivilisten und eine humanitäre Mitarbeiterin von UNICEF getötet worden seien. Die Afrikanische Union verurteilte jede Attacke, die das Leben von Zivilisten und humanitärem Personal gefährdet, und forderte ebenfalls eine unparteiische Untersuchung.
Zugleich betonte die Kommission die Bedeutung laufender Vermittlungsbemühungen und bestehender Waffenstillstandsvereinbarungen zur Stabilisierung des Ostens der Demokratischen Republik Kongo.
Deeply saddened by the news from #Goma where civilians and a UNICEF colleague were killed by a drone attack. Perpetrators must be held accountable and the ceasefire has to be respected.
— Gesa Bräutigam (@GERonAfrica) March 11, 2026
Our thoughts go out to the victims’ families & @UNICEF. pic.twitter.com/iBCI0aQg1o
Aus Deutschland erklärte die Botschafterin Gesa Bräutigam, die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden und der Waffenstillstand müsse respektiert werden. Das US-Außenministerium sprach von einem inakzeptablen Angriff in einem zivilen Gebiet und forderte alle Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und UN- sowie humanitäres Personal zu schützen.
Frankreich fordert Aufklärung, Kinshasa verweist auf laufende Ermittlungen
Frankreich bestätigte den Tod der französischen UNICEF-Mitarbeiterin Karine Buisset und forderte eine unabhängige und unparteiische Untersuchung. Das französische Außenministerium erklärte, Paris stehe mit den kongolesischen Behörden in Kontakt, die zugesagt hätten, die Verantwortlichkeiten und Umstände des Vorfalls aufzuklären.

Die Regierung in Kinshasa erklärte ihrerseits, sie arbeite mit den Vereinten Nationen und weiteren Partnern zusammen, um die Fakten festzustellen. In einer Stellungnahme hieß es, die genauen Umstände und die Herkunft der Explosionen würden von den zuständigen Stellen untersucht. Die Regierung betonte zugleich ihre Bindung an das humanitäre Völkerrecht und erklärte, sie werde keine Handlung vornehmen, die ihren eigenen Grundsätzen widerspreche.
Angriff trifft sensibles Umfeld des Waffenstillstands
Der Vorfall ereignet sich in einer Phase anhaltender Spannungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Nach Angaben mehrerer internationaler Partnerstaaten waren bereits in den vergangenen Wochen wiederholt Verstöße gegen vereinbarte Waffenruhen gemeldet worden. In einer gemeinsamen Erklärung vom 5. März hatten unter anderem Belgien, Dänemark, die Europäische Union, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Schweden, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten ihre Besorgnis über fortgesetzte Verletzungen der Waffenstillstände geäußert.
Dabei verwiesen sie auch auf den Einsatz von Drohnen bei militärischen Angriffen, der Zivilisten erheblich gefährde. Die Staaten forderten alle Beteiligten auf, die Kampfhandlungen einzustellen und die Verhandlungen wiederaufzunehmen.

