Ein ressortübergreifendes Expertenteam des United States Africa Command (AFRICOM) hat die Demokratische Republik Kongo besucht, um Gespräche mit der Führung der Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo (FARDC) zu führen. Ziel der Mission war es, Möglichkeiten zur Vertiefung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit auszuloten und ein besseres Verständnis des operativen Umfelds der kongolesischen Streitkräfte zu gewinnen.
Gespräche mit militärischer Führung in Kinshasa
Die Delegation wurde von Michael Gacheru, Oberst der US-Armee und Vertreter der AFRICOM-Direktion für Strategie, Engagement und Programme, geleitet. Zum Team gehörten Fachleute aus den Bereichen Logistik, Aufklärung, Ausbildung und Militärrecht. In Kinshasa trafen sie unter anderem den Generalstabschef der FARDC, Jules Banza Mwilambwe, den Generalsekretär der Streitkräfte, Marcel Lukwikila, sowie weitere hochrangige Militärvertreter.
Gacheru erklärte, man begrüße die anhaltende Bereitschaft der FARDC, Wege zur Stärkung der Sicherheitskooperation zu prüfen. Der Besuch sei ein erstes positives Signal auf einem längerfristigen Weg gemeinsamer Zusammenarbeit und unterstreiche die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die kongolesischen Streitkräfte und die Regierung in Kinshasa.
Sicherheitspolitischer Kontext und Ziele

Nach Angaben von AFRICOM dienten die Gespräche dazu, potenzielle Kooperationsfelder zu identifizieren, die zur Stärkung der FARDC beitragen könnten. Dazu zählen der Ausbau operativer Eigenständigkeit, die Verbesserung von Ausbildungs- und Logistikstrukturen sowie Maßnahmen zur Bekämpfung bestehender Sicherheitsbedrohungen. Weitere Besuche in den kommenden Monaten seien geplant, um konkrete Kooperationsansätze zu entwickeln und zu präzisieren.
Der Besuch fällt in eine Phase verstärkter diplomatischer Kontakte zwischen Kinshasa und Washington. Er steht zudem im zeitlichen Zusammenhang mit jüngsten politischen Annäherungen in der Region der Großen Seen sowie mit bilateralen wirtschaftlichen Vereinbarungen zwischen der DR Kongo und den Vereinigten Staaten. In diesem Rahmen war bereits ein Memorandum of Understanding zu Verteidigungs- und Sicherheitsfragen zwischen beiden Ländern unterzeichnet worden.
Kontinuität und offene Fragen
Bislang hatten sich US-Unterstützungsmaßnahmen vor allem auf Ausbildungsprogramme, logistische Hilfe sowie die Ausstattung von Polizei- und Sicherheitskräften konzentriert. Diese Unterstützung soll nun weiterentwickelt werden, unter anderem mit Blick auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Ein kongolesischer Regierungsvertreter verwies jedoch darauf, dass bereits 2020 ein militärisches Kooperationsprotokoll vereinbart worden sei, ohne dass daraus bislang substanzielle Fortschritte resultiert hätten.
AFRICOM ist eines von sieben regionalen Einsatzkommandos des US-Verteidigungsministeriums und zuständig für militärische Operationen, Übungen, Sicherheitskooperation und Krisenreaktion auf dem afrikanischen Kontinent. Ziel ist es nach eigenen Angaben, regionale Sicherheit, Stabilität und langfristige Entwicklung zu fördern.