Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa und Russlands Präsident Wladimir Putin haben die Rückführung südafrikanischer Staatsbürger aus dem Ukrainekrieg vereinbart. Das teilte die südafrikanische Präsidentschaft nach einem Telefonat der beiden Staatschefs mit.
Telefonat zwischen Pretoria und Moskau verbindet Friedensappell mit Sicherheitsfragen
Das Gespräch fand am 10. Februar 2026 statt. Neben der bilateralen Zusammenarbeit stand die Lage in der Ukraine sowie die Situation südafrikanischer Staatsangehöriger im russischen Militärdienst im Mittelpunkt.
Rückkehr südafrikanischer Kämpfer
Nach Angaben der Präsidentschaft in Pretoria sagten beide Seiten ihre Unterstützung für einen Prozess zur Rückführung von Südafrikanern zu, die an der Seite russischer Kräfte in der Ukraine kämpfen. Teams aus beiden Ländern sollen die Gespräche fortsetzen, um die Modalitäten der Rückkehr abzuschließen.
PRESIDENT RAMAPHOSA DISCUSSES PEACE AND SOUTH AFRICA-RUSSIA COOPERATION WITH PRESIDENT PUTIN
— The Presidency 🇿🇦 (@PresidencyZA) February 10, 2026
President @CyrilRamaphosa has expressed South Africa’s ongoing support to diplomatic and peaceful efforts aimed at ending the Russia-Ukraine conflict. This is in line with South Africa’s… pic.twitter.com/h3S6HEvcVU
Die südafrikanische Regierung hatte im November mitgeteilt, 17 sogenannte „Notrufe“ von Männern erhalten zu haben, die sich im Donbas befänden, nachdem sie unter falschen Versprechen angeworben worden seien. Pretoria warnte in der Vergangenheit wiederholt vor Rekrutierungsbetrug im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg.
Der ukrainische Außenminister erklärte im November, mehr als 1.400 Staatsangehörige aus 36 afrikanischen Ländern seien in den russischen Reihen identifiziert worden.
Putin und Ramaphosa wollen engere Kooperation
Nach Darstellung der südafrikanischen Präsidentschaft begrüßte Ramaphosa die laufenden Gespräche mit Russland zur Weiterentwicklung eines Handels- und Investitionsrahmens im Rahmen der umfassenden strategischen Partnerschaft beider Länder.

Auch nach Angaben des Kremls standen wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen auf der Tagesordnung. Beide Staatschefs betonten demnach die Bedeutung der Koordinierung ihrer Positionen in internationalen Foren wie BRICS und der G20.
Südafrikas Position zum Ukrainekrieg

Ramaphosa bekräftigte in dem Telefonat Südafrikas Unterstützung für eine politische und diplomatische Lösung des Konflikts. Nach Angaben des Kremls äußerte er Unterstützung für Bemühungen Russlands, den Konflikt auf politischem und diplomatischem Weg zu lösen.
Pretoria hatte sich seit Beginn des Krieges für Verhandlungen ausgesprochen und mehrfach betont, dass Konflikte durch Gespräche beendet werden müssten.
Rekrutierung afrikanischer Staatsangehöriger
Die Rückführungsinitiative steht im Kontext wachsender Berichte über die Anwerbung afrikanischer Staatsbürger für den Einsatz in der Ukraine. Eine Recherche der Nachrichtenagentur AFP dokumentierte Aussagen kenianischer Rückkehrer, die nach eigenen Angaben unter falschen Versprechen angeworben wurden. Auch FOKUS AFRIKA berichtete über die Rekrutierungen von südafrikanischen Kämpfern durch ehemalige Abgeordnete des südafrikanischen Parlaments.
Kenias Behörden teilten im Dezember mit, rund 200 Staatsangehörige seien in den Krieg entsandt worden, 23 davon seien zurückgeführt worden. In Südafrika stehen mehrere Personen im Verdacht, Männer für den Einsatz in russischen Einheiten angeworben zu haben.