Guinea: Mamadi Doumbouya vereidigt und offiziell als Präsident ins Amt eingeführt

In Guinea ist Mamadi Doumbouya am Samstag offiziell als Präsident der Republik vereidigt worden. Mit der Zeremonie im Stadion Général Lansana Conté in Conakry begann formal die 5. Republik. Anwesend waren mehrere afrikanische Staats- und Regierungschefs, Vertreter nationaler Institutionen sowie diplomatische Delegationen. In Reden und Stellungnahmen standen Verfassungstreue, nationale Einheit und wirtschaftliche Entwicklung im Mittelpunkt.

Vereidigung im Stadion von Nongo

Der neue Präsident Mamadi Doumbouya legte seinen Amtseid vor der Bevölkerung und den Institutionen des Landes ab. Er schwor auf die Verfassung, die Gesetze und die richterlichen Entscheidungen der Republik. In dem Eid verpflichtete er sich unter anderem zur Wahrung der territorialen Integrität, zur Sicherung des sozialen Zusammenhalts sowie zum Schutz der Institutionen und der nationalen Unabhängigkeit.

Die Zeremonie fand im Beisein zahlreicher hochrangiger Gäste statt und markierte den formellen Beginn seiner Amtszeit nach der von der Obersten Gerichtsbarkeit bestätigten Präsidentschaftswahl.

Mahnung der Justiz zur Verfassungstreue

Vor der Vereidigung richtete der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Fodé Bangoura, eine Ansprache an den gewählten Präsidenten. Er erinnerte daran, dass die am 26. September 2025 angenommene Verfassung die verbindliche Grundlage staatlichen Handelns darstelle. Die demokratische Legitimation durch die Wahl sei untrennbar mit der Pflicht verbunden, den Rechtsstaat zu achten und die Gewaltenteilung zu wahren.

Bangoura betonte, dass Exekutive, Legislative und Judikative jeweils in ihren verfassungsmäßigen Zuständigkeiten handeln müssten. Die Justiz werde die Regierung begleiten, solange das staatliche Handeln an Recht und Gesetz gebunden bleibe.

Doumbouya ruft zur Zusammenarbeit auf

Aus der guineischen Politik kamen Reaktionen, die zur Zusammenarbeit aufriefen. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Abdoulaye Kourouma, Vorsitzender des Rassemblement pour la Renaissance et le Développement, begrüßte den Appell des Präsidenten zur nationalen Einheit. Er erklärte, die politische Phase der Transition sei abgeschlossen und es gelte nun, Stabilität und Entwicklung gemeinsam voranzubringen.

Kourouma hob hervor, dass die Betonung von Frauen und Jugendlichen den gesellschaftlichen Realitäten des Landes entspreche. Seine Partei sei bereit, im Rahmen der Republik mit den neuen Institutionen zusammenzuarbeiten.

Wirtschaftliche Erwartungen und Schwerpunkt Simandou

Vertreter der Wirtschaft äußerten sich ebenfalls zur Amtseinführung. Der Unternehmer Mamadou Saliou Diallo, Geschäftsführer des Bauunternehmens SADCOD, verwies auf die Bedeutung langfristiger Entwicklungsprojekte. Er nannte insbesondere das Programm Simandou 2040, das auf die Nutzung der Bergbauressourcen Guineas zur Förderung von Beschäftigung, lokaler Wertschöpfung und wirtschaftlicher Transformation abzielt.

Internationale Reaktionen und Rolle der USA

Auch international wurde die Vereidigung aufmerksam verfolgt. Die Vereinigten Staaten entsandten einen hochrangigen Vertreter zur Zeremonie. Das US-Außenministerium erklärte, man wolle die bilateralen Beziehungen weiterentwickeln und die wirtschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. In einer offiziellen Mitteilung gratulierte Washington dem Präsidenten und der Bevölkerung Guineas zur Amtseinführung.

Inhaltliche Schwerpunkte des neuen Präsidenten Doumbouya

In seiner Ansprache nach der Vereidigung erklärte Präsident Doumbouya, er wolle sich den bestehenden Herausforderungen der Regierungsführung widmen und die Erwartungen der Bevölkerung erfüllen. Er betonte die Unteilbarkeit des Landes und stellte die nationale Einheit als zentrale Grundlage politischen Handelns heraus.

Darüber hinaus verwies er auf die Bedeutung einer aktiven Bürgerbeteiligung sowie auf Investitionen in Bildung und Ausbildung. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen solle stärker auf nationale Entwicklung ausgerichtet werden, insbesondere durch die lokale Weiterverarbeitung.

Politischer Rahmen der 5. Republik

Mit der Vereidigung ist der institutionelle Übergang zur 5. Republik abgeschlossen. Die neue Verfassungsordnung sieht eine stärkere Betonung der Gewaltenteilung und der verfassungsmäßigen Kontrolle staatlichen Handelns vor. Zuvor hatte die Diaspora in Deutschland in Berlin für den neuen Präsidenten demonstriert.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die angekündigten politischen und wirtschaftlichen Prioritäten umgesetzt werden und welche Rolle die neuen Institutionen dabei einnehmen.

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