Die Europäische Union hat mit einem hochrangigen Besuch in Bamako einen neuen Anlauf zur Normalisierung der Beziehungen zu Mali unternommen. Am 17. Februar traf der EU-Sonderbeauftragte für den Sahel, João Gomes Cravinho, mit dem malischen Premierminister, General Abdoulaye Maïga, zusammen.
Es war die erste Reise Cravinhos nach Mali seit seiner Ernennung im November 2024. Nach Angaben der EU diente der Besuch dazu, die Grundzüge einer „Neuen Herangehensweise“ gegenüber den Sahelstaaten vorzustellen. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund seit Jahren angespannter Beziehungen zwischen Bamako und Brüssel statt.
Neue Strategie der EU
Begleitet wurde Cravinho vom Leiter der EU-Delegation in Mali, Thomas Eckert, der am 28. November 2024 sein Beglaubigungsschreiben überreicht hatte. Der Sonderbeauftragte erläuterte eine von den 27 Mitgliedstaaten im November 2025 verabschiedete Strategie, die auf die veränderte politische Lage in der Region reagiert.

Cravinho betonte, die Initiative bedeute keinen Rückzug der EU aus Mali. Ziel sei es, die Zusammenarbeit fortzusetzen und den politischen Dialog stärker an den von den Sahelstaaten selbst definierten Prioritäten auszurichten.
In der Vergangenheit hatte die EU ihre Unterstützung an Kriterien der Regierungsführung und an Wahlprozesse geknüpft. Die malischen Behörden hatten Brüssel wiederholt vorgeworfen, eine bevormundende Haltung einzunehmen.
Hintergrund der diplomatischen Spannungen
Seit 2020 haben sich die Beziehungen zwischen Mali und mehreren europäischen Staaten deutlich verschlechtert. Die neuen Behörden in Bamako stießen in europäischen Hauptstädten auf Ablehnung, was zu zunehmenden Spannungen führte.
Im Jahr 2022 zog Frankreich seine Truppen aus Mali ab, zudem wurden Verteidigungsabkommen mit der früheren Kolonialmacht aufgekündigt. Parallel dazu gründeten Mali, Burkina Faso und Niger die Allianz der Sahelstaaten. Der Austritt aus der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS markierte einen weiteren Bruch mit bisherigen regionalen Strukturen.

Dialog unter veränderten Vorzeichen
Mit dem Besuch in Bamako versucht die EU, ihre Rolle in einem veränderten geopolitischen Umfeld neu zu definieren. Die Gespräche mit Premierminister Maïga standen im Zeichen eines Dialogs, der nach Angaben der EU auf gegenseitigem Respekt beruhen soll.
Die malische Übergangsführung betont regelmäßig drei Grundprinzipien: die Wahrung der nationalen Souveränität, die freie Wahl von Partnern und die Verteidigung nationaler Interessen. In diesem Rahmen signalisierten die Behörden Gesprächsbereitschaft, sofern diese Leitlinien respektiert werden.