EU investiert 60 Millionen Euro in Cabo Verdes Küstenwache – auch Flugzeug und Luftstützpunkt geplant

Die EU baut ihre Sicherheitspartnerschaft mit Cabo Verde aus: 60 Millionen Euro fließen in Küstenwache und maritime Überwachung. Zum Paket gehören ein Flugzeug, ein Luftstützpunkt auf Sal und neue Infrastruktur auf São Vicente.

Die Europäische Union stellt Cabo Verde weitere 60 Millionen Euro für den Ausbau seiner militärischen und maritimen Sicherheitskapazitäten zur Verfügung. Der EU-Rat beschloss die neue Unterstützungsmaßnahme am Montag im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität. Finanziert werden unter anderem ein Flugzeug für die Küstenwache, ein Luftstützpunkt auf der Insel Sal sowie Infrastruktur und Ausrüstung auf São Vicente. Damit steigt die Unterstützung Cabo Verdes aus der Friedensfazilität auf insgesamt 75 Millionen Euro.

Das Programm läuft über 48 Monate. Die EU will damit Cabo Verdes Fähigkeit stärken, seine ausgedehnte ausschließliche Wirtschaftszone zu überwachen und zugleich zur maritimen Sicherheit im Atlantik und im Golf von Guinea beizutragen.

Cabo Verde liegt an wichtigen Atlantikrouten zwischen Westafrika, Europa und Amerika. Der EU-Rat nennt Piraterie, Drogen- und Menschenhandel, Cyberkriminalität sowie illegale Fischerei als Bedrohungen, denen der Inselstaat aufgrund seiner Lage und seines großen Seegebiets ausgesetzt ist.

EU finanziert Flugzeug und Luftstützpunkt auf Sal

Die Unterstützung geht deutlich über Ausbildung und Beratung hinaus. Aus der Europäischen Friedensfazilität soll ein Luftfahrzeug für die Küstenwache beschafft werden. Auf Sal ist außerdem ein Luftstützpunkt einschließlich der notwendigen Ausrüstung vorgesehen.

In Mindelo auf São Vicente sollen Instandhaltungseinrichtungen für die Küstenwache sowie ein Basislager für die Spezialkräfte der Marine entstehen. Hinzu kommen Kommunikationssysteme für das nationale maritime Operationszentrum COSMAR, operative Ausrüstung sowie Lehrgänge in Bereichen wie Logistik, Instandhaltung und Kommunikation.

Die finanzierten Ausrüstungsgegenstände sind laut Ratsbeschluss nicht für die Anwendung tödlicher Gewalt konzipiert. Neben der Überwachung der eigenen Gewässer soll Cabo Verde dadurch seine Beteiligung an EU-Sicherheitsoperationen und an gemeinsamen Maßnahmen der sogenannten Jaunde-Architektur ausbauen. Dieses regionale Sicherheitsnetz koordiniert die Zusammenarbeit west- und zentralafrikanischer Staaten gegen maritime Kriminalität im Golf von Guinea.

Portugal und Frankreich übernehmen Umsetzung

Die praktische Umsetzung wird auf zwei europäische Partner verteilt. Das portugiesische Verteidigungsministerium übernimmt unter anderem Maßnahmen für das bereits vorgesehene Seepatrouillenschiff, Ausbildungsangebote und die Beschaffung des Luftfahrzeugs. Expertise France ist für den Luftstützpunkt auf Sal, die Infrastruktur in Mindelo sowie weitere operative und kommunikative Ausstattung zuständig.

Cabo Verde hatte die EU im April um zusätzliche Unterstützung für Infrastruktur, Ausrüstung und Dienstleistungen gebeten, um die Fähigkeiten seiner Küstenwache auszubauen. Bereits 2025 hatte der Rat eine erste bilaterale Unterstützungsmaßnahme für das Land beschlossen.

Mit der neuen Zusage steigt das Gesamtvolumen der Unterstützung aus der Europäischen Friedensfazilität von 15 auf 75 Millionen Euro.

EU baut Sicherheitspartnerschaft mit Cabo Verde aus

Die Investitionen sind Teil der besonderen Partnerschaft zwischen der EU und Cabo Verde. Bei einem Ministertreffen im Januar 2025 hatten beide Seiten vereinbart, ihre Zusammenarbeit bei Sicherheit und Stabilität zu vertiefen.

Die EU verbindet die Bereitstellung mit Kontroll- und Berichtspflichten. Cabo Verde muss die Ausrüstung für die vereinbarten Zwecke einsetzen, instand halten und darf sie nicht ohne Zustimmung an andere Akteure weitergeben. Vorgesehen sind jährliche Berichte über Nutzung und Inventar sowie Kontrollen vor Ort. Bei Verstößen kann die Unterstützung teilweise oder vollständig ausgesetzt werden.

Die Europäische Friedensfazilität besteht seit 2021 und finanziert militärische und verteidigungspolitische Unterstützungsmaßnahmen außerhalb des regulären EU-Haushalts. Der aktuelle Ratsbeschluss für Cabo Verde trägt die Nummer 2026/2196.

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