DR Kongo nimmt Migranten aus den USA auf

Die Demokratische Republik Kongo will ab April vorübergehend Drittstaatsangehörige aufnehmen, die unter Migrationsmechanismen der Vereinigten Staaten fallen. Das teilte die Regierung in Kinshasa am 5. April mit. Die logistische und technische Umsetzung soll vollständig von der US-Regierung übernommen werden. In Kinshasa sollen dafür spezielle Aufnahmestandorte bereitstehen.

Mit der Ankündigung rückt die DR Kongo in ein wachsendes Netz bilateraler Vereinbarungen, mit denen Washington Migranten in Drittstaaten überstellt. Kinshasa betont, dass es sich weder um eine dauerhafte Ansiedlung noch um eine automatische Übernahme handelt. Jeder Fall soll einzeln geprüft werden. Die Regierung erklärt zudem, dass alle Entscheidungen über Einreise, Aufenthalt, Entzug des temporären Status und mögliche Rückführungen bei den kongolesischen Behörden bleiben.

Kinshasa setzt auf ein zeitlich begrenztes Aufnahmeverfahren

Die Regierung der DR Kongo spricht von einem temporären Aufnahmeverfahren für Drittstaatsangehörige im Rahmen gemeinsam festgelegter Modalitäten mit den Vereinigten Staaten. Das System soll noch im April anlaufen.

Die betroffenen Personen sollen in der Stadtprovinz Kinshasa untergebracht werden. Die Regierung nennt dafür administrative, sicherheitspolitische und humanitäre Gründe. Der Staat kündigt an, die Unterbringung und Begleitung der Betroffenen so zu organisieren, dass eine wirksame Kontrolle des Verfahrens gewährleistet bleibt.

Zugleich hebt Kinshasa hervor, dass keine Belastung für den kongolesischen Staatshaushalt entstehen solle. Die Kosten für Logistik und technische Umsetzung würden von der US-Regierung über spezialisierte Strukturen getragen, die international mit der Bewegung von Personen befasst sind.

Regierung weist Vorwurf einer dauerhaften Auslagerung zurück

Die kongolesische Regierung grenzt das Vorhaben ausdrücklich von einer dauerhaften Verlagerung ausländischer Migrationspolitik auf ihr Staatsgebiet ab. Sie erklärt, das Verfahren sei kein Mechanismus der permanenten Umsiedlung und keine Externalisierung fremder Migrationspolitik.

Jede Aufnahme soll im Einklang mit dem kongolesischen Recht und den Anforderungen der nationalen Sicherheit geprüft werden. Einen automatischen Transfer werde es nicht geben. Die Regierung betont, sie behalte die volle Kontrolle über Zulassung, Aufenthaltsbedingungen, Überwachung, Entzug des temporären Status sowie gegebenenfalls Rückkehr oder Entfernung der betroffenen Personen.

Washington baut sein Netz in Afrika aus

Die Vereinbarung mit der DR Kongo steht im Zusammenhang mit einer breiteren US-Strategie, Migranten in Drittstaaten zu überstellen, wenn eine Rückführung in ihre Herkunftsländer nicht möglich ist. Ein im Februar 2026 veröffentlichter Bericht des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats beschreibt ein strukturiertes System, über das bereits rund 300 Menschen in Drittstaaten transferiert worden seien. Die Kosten werden darin auf mehr als 40 Millionen Dollar beziffert.

Zu den afrikanischen Staaten, die in diesem Zusammenhang genannt werden, gehören Ruanda, Äquatorialguinea und Eswatini. Für Uganda wird von der Ankunft einer ersten Gruppe von zwölf aus den USA abgeschobenen Personen Anfang April 2026 gesprochen. Auch Ghana und Südsudan werden im Zusammenhang mit solchen Überstellungen genannt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem KamerunThe New York Times berichtet von einer vertraulichen Vereinbarung mit Yaoundé, in deren Rahmen Migranten ohne Bezug zum Land dorthin gebracht worden sein sollen. Nigeria hat eine Beteiligung an dem System nach Angaben von Regierungsvertretern abgelehnt.

Kritik an den Abkommen wächst

Die US-Praxis stößt auf scharfe Kritik von Juristen und Menschenrechtsorganisationen. Sie sehen das Risiko, dass Überstellungen in Drittstaaten gegen das im Völkerrecht verankerte Prinzip der Nichtzurückweisung verstoßen könnten. In einzelnen Ländern wurden zudem Vorwürfe laut, dass abgeschobene Migranten nach ihrer Ankunft in Haft genommen worden seien.

Juristisch wurde der Weg für solche Transfers in den Vereinigten Staaten zuletzt erweitert. Die US-Regierung konnte ihre Politik fortsetzen, nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Juni 2025 bestimmte Beschränkungen aufgehoben hatte, die zuvor von unteren Gerichten verhängt worden waren. Mehrere Verfahren laufen weiter.

Kinshasa stellt Souveränität und Sicherheitskontrolle in den Vordergrund

In ihrer Erklärung verbindet die kongolesische Regierung den Schritt mit Verweisen auf staatliche Souveränität, internationale Verpflichtungen und humanitäre Verantwortung. Das Land beschreibt sich als Staat, der bereits Menschen verschiedener Nationalitäten aufnimmt und seine Politik an Würde, Gastfreundschaft und geteilter Verantwortung zwischen Staaten ausrichten wolle.

Gleichzeitig legt Kinshasa sichtbar Wert auf innenpolitische Absicherung. Das Verfahren soll nach Darstellung der Regierung strikt kontrolliert bleiben und weder den Charakter einer offenen Aufnahme noch den einer dauerhaften Niederlassung erhalten.

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