Togo hat Berichte über eine Präsenz russischer Söldner im Land zurückgewiesen, zugleich aber russische Ausbilder bei den togolesischen Streitkräften bestätigt. Die Aussagen machte Außenminister Robert Dussey am Mittwoch, 23. September 2026, in einem Interview mit France 24 in New York. Die Zusammenarbeit mit Moskau stehe nach seiner Darstellung neben Sicherheitskooperationen mit Frankreich, den USA und China und diene unter anderem der Ausbildung an gelieferten Militärsystemen. Zugleich fordert Lomé einen engeren Dialog mit Mali, Burkina Faso und Niger und warnt davor, die drei Staaten der Allianz der Sahel-Staaten weiter zu isolieren.
Dussey weist Berichte über Africa Corps zurück
France 24 konfrontierte Dussey mit Berichten, nach denen sich mehr als 300 Angehörige des russischen Africa Corps in Togo befinden sollen. Der Außenminister widersprach dieser Darstellung.
„Ich sage Ihnen, dass das falsch ist“, erklärte Dussey. „Wir haben keine russischen Söldner.“
Eine militärische Zusammenarbeit mit Russland bestritt er dagegen nicht. Togo unterhalte politische, diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau und nutze auch russische Militärausrüstung.
Ausländische Ausbilder seien deshalb Teil der Zusammenarbeit. Dussey verglich dies mit Trainingsunterstützung anderer Staaten.
„Wenn Sie einen französischen, amerikanischen, chinesischen oder russischen Hubschrauber kaufen, kommen natürlich Ausbilder, um unsere Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und die Piloten zu schulen“, sagte er.
Auch die togolesische Regierung erklärte nach dem Interview, dass keine Angehörigen von Africa Corps im Land stationiert seien, wohl aber russische Ausbilder für aus Russland gelieferte militärische Ausrüstung.
Sicherheitslage im Norden treibt Togo zur Zusammenarbeit
Die Debatte über ausländische Militärunterstützung fällt in eine Phase anhaltender Unsicherheit im Norden Togos. Bewaffnete islamistische Gruppen aus dem Sahel haben ihre Aktivitäten in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung der Küstenstaaten Westafrikas ausgeweitet.
Dussey erklärte, Togo habe seine Sicherheitsstrukturen im äußersten Norden verstärkt und arbeite dabei auch mit den Streitkräften Burkina Fasos zusammen.
Die Lage habe sich dadurch verbessert. Der Norden Togos sei heute „viel friedlicher als vor vier Jahren“, sagte der Außenminister. Gleichzeitig bezeichnete er die Entwicklung im Sahel insgesamt weiterhin als besorgniserregend.

Togos Regierung hat im April eine neue Sahel-Strategie für die Jahre 2026 bis 2028 beschlossen. Sie verbindet Terrorismusbekämpfung mit politischem Dialog und einer engeren Kooperation zwischen den Sahel-Staaten und den Ländern am Golf von Guinea.
Togo fordert Ende der Isolation von Mali, Burkina Faso und Niger
„Die Lösung besteht darin, diese Länder nicht zu isolieren“, sagte er.
Togo habe sich bereits gegen frühere Sanktionen und den Ausschluss der drei Staaten gestellt. Inzwischen näherten sich sowohl afrikanische als auch europäische Staaten den Regierungen in Bamako, Ouagadougou und Niamey wieder an, erklärte Dussey.
Aus togolesischer Sicht ist die Zusammenarbeit vor allem eine Frage der eigenen Sicherheit. Die drei Sahel-Staaten bildeten eine Art Schutzwall gegen die weitere Ausbreitung gewaltsamer extremistischer Gruppen in Richtung der westafrikanischen Küste.
„Wenn sie Mali verteidigen, verteidigen sie nicht nur Mali. Sie verteidigen auch uns als Küstenstaaten“, sagte Dussey.
Lomé wirbt auch bei Washington für Kooperation mit der AES
Die Regierung in Lomé versucht, diese Position auch gegenüber westlichen Partnern zu vertreten.
Dussey bestätigte, dass er die US-Regierung zu einer Zusammenarbeit mit Mali, Burkina Faso und Niger aufgerufen habe. Ob Washington diesem Ansatz folgen werde, könne er nicht sagen.
„Wir können die drei Länder der AES nicht isolieren“, erklärte er. Verantwortlich sei vielmehr, „mit diesen Ländern zu arbeiten, mit ihnen zu sprechen und den Dialog zu führen“.
Togo verfolgt damit einen anderen Ansatz als die zeitweise auf Sanktionen und politischen Druck ausgerichtete Politik gegenüber den drei Staaten. Die neue Togo-Sahel-Strategie nennt ausdrücklich den Dialog mit der Allianz der Sahel-Staaten, die Terrorismusbekämpfung und die wirtschaftliche Zusammenarbeit als Schwerpunkte. Lomé will zugleich als Verbindung zwischen den AES-Staaten und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS dienen.
Austritt aus ECOWAS soll Zusammenarbeit nicht blockieren
Auf die Frage, weshalb die drei Länder nicht wieder in die westafrikanische Staatengemeinschaft eintreten wollten, antwortete er: „Warum wollen Sie unbedingt, dass sie zur ECOWAS zurückkehren? Das ist ihre Entscheidung.“
Die Staaten hätten sich für eine eigene Konföderation entschieden. Entscheidend sei nun, Sicherheitsfragen und grenzüberschreitende Herausforderungen trotz der institutionellen Trennung gemeinsam zu bearbeiten.
Die Regierung in Lomé hatte ihre neue Sahel-Strategie im April gemeinsam mit Vertretern der AES-Staaten, der ECOWAS und weiteren regionalen Akteuren vorgestellt. Sie bezeichnet die Ausbreitung terroristischer Gruppen vom Sahel in Richtung der Staaten am Golf von Guinea ausdrücklich als gemeinsame Bedrohung.

