Schwiegertochter des Präsidenten in Haft – Drogengeschäfte, Geldwäsche und Fluchtgefahr in Millionenverfahren

Mehr als 9,3 Millionen Dollar an Autos und Immobilien stehen im Zentrum der Ermittlungen gegen Kelsea Tafirenyika. Ein Gericht verweigert der Schwiegertochter von Simbabwes Präsident Mnangagwa Kaution und sieht Fluchtgefahr.

Ein Gericht in Harare hat Kelsea Tadiwa Tafirenyika, die Schwiegertochter von Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa, in einem Geldwäscheverfahren die Freilassung gegen Kaution verweigert. Die Staatsanwaltschaft bringt Vermögenswerte von mehr als 9,3 Millionen US-Dollar mit mutmaßlichen Einnahmen aus Drogengeschäften in Verbindung. Tafirenyika bestreitet die Vorwürfe und erklärt, die betreffenden Vermögenswerte seien Geschenke ihres Ehemanns Collins Mnangagwa. 

Der Regionalrichter Francis Mapfumo begründete die Ablehnung der Kaution mit Fluchtgefahr. Nach Darstellung der Anklage verfügt die 22-Jährige über erhebliche finanzielle Mittel und Verbindungen zu Vermögenswerten außerhalb Simbabwes, unter anderem in Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das könne ihr ermöglichen, sich einem späteren Verfahren zu entziehen, argumentierte die Staatsanwaltschaft. 

Staatsanwaltschaft untersucht Vermögen von mehr als 9,3 Millionen Dollar

Tafirenyika ist die zweite Ehefrau von Collins Mnangagwa, einem Sohn des simbabwischen Präsidenten. Die Ermittlungen richten sich gegen ein umfangreiches Vermögen aus Fahrzeugen und Immobilien.

In den Gerichtsunterlagen werden nach übereinstimmenden Berichten neun Fahrzeuge und zehn Immobilien in Simbabwe mit einem Gesamtwert von mindestens 9,35 Millionen US-Dollar aufgeführt. Darunter befinden sich Luxusfahrzeuge und Immobilien in wohlhabenden Stadtteilen von Harare. Ermittler prüfen darüber hinaus mögliche Vermögenswerte im Ausland. 

Die Staatsanwaltschaft wirft Tafirenyika vor, Vermögenswerte mit Geldern erworben zu haben, die aus Geschäften mit Pethidin, Morphin und Cannabis stammen sollen. Eine gerichtliche Feststellung, dass das Vermögen tatsächlich aus Drogengeschäften finanziert wurde, liegt bislang nicht vor.

Die Verteidigung weist diesen Zusammenhang zurück. Tafirenyika erklärte im Kautionsverfahren, ihr Ehemann habe ihr die betreffenden Autos und Immobilien geschenkt. Ihre Anwälte warfen den Ermittlern vor, die Herkunft des Vermögens nicht ausreichend geprüft und Collins Mnangagwa zu dieser Darstellung nicht befragt zu haben. 

Zwei getrennte Verfahren gegen Tafirenyika

Die Geldwäscheermittlungen folgten auf ein separates Drogenverfahren. Tafirenyika war Anfang August in Harare festgenommen worden. Die Polizei erklärte, in ihrem Haus im Stadtteil Greystone Park sowie in einem Fahrzeug Pethidin, Morphin und Cannabis gefunden zu haben.

Ein Gericht verweigerte ihr zunächst auch in diesem Verfahren die Freilassung gegen Kaution. Später erhielt sie in dem Drogenverfahren Kaution, wurde jedoch unmittelbar nach ihrer Entlassung erneut festgenommen und wegen der Geldwäschevorwürfe einem Gericht vorgeführt. 

Damit beziehen sich die aktuellen Verfahren auf unterschiedliche Vorwürfe. Zum einen geht es um den Besitz beziehungsweise den mutmaßlichen Handel mit kontrollierten Substanzen. Zum anderen untersucht die Justiz, ob ein Millionenvermögen aus den Erträgen solcher Geschäfte finanziert worden sein könnte.

Streit um Ausweisdokument verschärft Fluchtvorwurf

Teil des Verfahrens ist außerdem ein Ausweisdokument, das Tafirenyikas Foto tragen soll, jedoch auf einen anderen Namen ausgestellt ist. Die Staatsanwaltschaft führte dies bereits im Zusammenhang mit der Einschätzung an, sie könne sich einer Strafverfolgung entziehen.

Ihre Anwälte bestreiten die Echtheit des Dokuments. Sie haben den Verdacht geäußert, die Darstellung könne digital manipuliert worden sein. Auch dieser Punkt ist bislang Gegenstand des Verfahrens und nicht gerichtlich abschließend geklärt. 

Der Fall hat sich inzwischen auf weitere Angehörige Tafirenyikas ausgeweitet. Ihre Mutter, ihre Schwester und eine weitere Verwandte wurden in Bulawayo festgenommen und zeitweise ebenfalls ohne Kaution in Untersuchungshaft genommen. Die Behörden begründeten dies unter anderem mit Fluchtgefahr und Auslandsverbindungen. 

Verteidigung weist politische Motive zurück

Tafirenyikas Anwälte verbinden ihre Verteidigung zugleich mit dem politischen Umfeld der Präsidentenfamilie. Sie erklärten, Gegner und andere Akteure hätten das Strafverfahren genutzt, um die Familie Mnangagwa öffentlich zu beschädigen.

In einem Schreiben an First Lady Auxillia Mnangagwa entschuldigten sich die Anwälte für die öffentliche Eskalation der Affäre. Zugleich hielten sie ausdrücklich daran fest, dass ihre Mandantin die strafrechtlichen Vorwürfe bestreitet. 

Emmerson Mnangagwa regiert Simbabwe seit 2017. Tafirenyikas familiäre Verbindung zum Präsidenten hat dem Verfahren zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit verschafft. Die Entscheidung über die strafrechtlichen Vorwürfe steht noch aus.

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