Algerien verschärft Kampf gegen Drogenhandel: Hochsicherheitsgefängnis in der Sahara geplant

Algerien baut seinen Kampf gegen den Drogenhandel um: Eine Militärkaserne tief in der Sahara soll zum Hochsicherheitsgefängnis für führende Drogenschmuggler werden. Zugleich entsteht eine spezialisierte Sicherheitsbehörde nach internationalem Vorbild.

Algerien will führende Drogenhändler künftig in einem Hochsicherheitsgefängnis tief in der Sahara unterbringen und zugleich eine spezialisierte Sicherheitsbehörde zur Bekämpfung des Drogenhandels schaffen. Die Beschlüsse fasste der Hohe Sicherheitsrat am 2. September unter Vorsitz von Präsident Abdelmadjid Tebboune. Dafür soll eine Kaserne der algerischen Armee in Tanezrouft zu einem Gefängnis für sogenannte Drogenbarone und andere führende Akteure des Rauschgifthandels umgebaut werden. Mit der neuen Behörde orientiert sich Algerien ausdrücklich an spezialisierten Strukturen anderer Staaten wie der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration.

Die Präsidentschaft kündigte die beiden Maßnahmen nach einer Sitzung des Hohen Sicherheitsrats an. Das Gremium würdigte zugleich die bisherigen Einsätze der Armee und der Sicherheitsdienste gegen den Handel mit Betäubungsmitteln.

Militärkaserne in Tanezrouft wird Hochsicherheitsgefängnis

Für das neue Gefängnis hat die Regierung einen besonders abgelegenen Standort ausgewählt. Tanezrouft liegt im algerischen Teil der Sahara und gehört zu den trockensten und dünn besiedelten Regionen des Landes.

Eine dortige Kaserne der Algerischen Nationalen Volksarmee soll nach dem Beschluss des Sicherheitsrats in ein Hochsicherheitsgefängnis umgewandelt werden. Die Einrichtung ist ausdrücklich für große Drogenhändler und führende Köpfe krimineller Netzwerke vorgesehen.

Einen Zeitplan für den Umbau oder nähere Angaben zur Kapazität und zum Betrieb des Gefängnisses nannten die Behörden zunächst nicht.

Der Standort soll die besonders gefährlichen oder einflussreichen Beschuldigten beziehungsweise Verurteilten räumlich von ihren bisherigen Netzwerken trennen. Die Entscheidung setzt damit neben Polizei- und Militäreinsätzen stärker auf die isolierte Unterbringung führender Akteure des organisierten Drogenhandels.

Algerien plant eigene spezialisierte Anti-Drogen-Behörde

Parallel zum Gefängnis beschloss der Hohe Sicherheitsrat die Einrichtung eines spezialisierten Sicherheitsorgans zur Bekämpfung des Drogenhandels. Die Präsidentschaft verwies dabei ausdrücklich auf vergleichbare Strukturen in anderen Staaten und nannte die US-amerikanische Drug Enforcement Administration als Beispiel.

Welche Befugnisse die neue Behörde erhalten und wie sie mit Polizei, Gendarmerie, Zoll und Armee zusammenarbeiten soll, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Algerien setzt bereits mehrere Sicherheitsorgane gegen Drogenschmuggel und organisierte Kriminalität ein. Die neue Struktur soll diesen Bereich nun institutionell bündeln beziehungsweise um eine spezialisierte Einheit ergänzen.

Millionen Psychopharmaka und große Kokainmengen beschlagnahmt

Die neuen Maßnahmen folgen auf hohe Beschlagnahmemengen im vergangenen Jahr. Das Nationale Amt zur Bekämpfung von Drogen und Drogensucht bezifferte die Sicherstellungen 2025 auf mehr als 37 Tonnen Cannabis, knapp 1,46 Tonnen Kokain, rund zwei Tonnen Heroin und mehr als 43 Millionen psychotrope Tabletten.

Die Armee meldete für denselben Zeitraum die Festnahme von 2.354 mutmaßlichen Drogenhändlern und die Beschlagnahme von rund 35 Tonnen verarbeitetem Cannabis.

Algerien verfolgt seit 2025 eine nationale Strategie gegen Drogen und psychotrope Substanzen, die bis 2029 läuft. Sie verbindet Prävention und medizinische Behandlung mit strafrechtlicher Verfolgung und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen.

Das Land ist aufgrund seiner geografischen Lage sowohl mit Schmuggelrouten an seinen westlichen Grenzen als auch mit Verkehrswegen durch die Sahara konfrontiert. Militär, Gendarmerie, Zoll und Polizei sind deshalb in unterschiedlichen Teilen des Landes an der Bekämpfung grenzüberschreitender Drogennetzwerke beteiligt.

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