Deutschlands Zahlungen an das System der Vereinten Nationen sind innerhalb eines Jahres um rund 914 Millionen Euro gesunken. Im Jahr 2025 beliefen sie sich auf 3,241 Milliarden Euro nach 4,155 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang um rund 22 Prozent und betrifft vor allem freiwillige, projektbezogene Beiträge. Die Bundesregierung führt die niedrigeren Zahlungen auf die Konsolidierung des Bundeshaushalts zurück.
Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch den Bericht über die deutsche Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen in den Jahren 2024 und 2025. Darin beschreibt die Bundesregierung Deutschland weiterhin als einen der wichtigsten Geldgeber des internationalen Systems. 2024 war die Bundesrepublik nach eigenen Angaben insgesamt der zweitgrößte Finanzier des UN-Systems und viertgrößter Zahler von Pflichtbeiträgen. Ein abschließendes internationales Geberranking für 2025 liegt noch nicht vor.
Freiwillige Projektmittel sinken um 42 Prozent
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den freiwilligen projektbezogenen Beiträgen. Sie sanken von 2,445 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 1,417 Milliarden Euro 2025. Damit standen innerhalb eines Jahres gut 1,03 Milliarden Euro weniger für diese Kategorie zur Verfügung, ein Minus von rund 42 Prozent.
Auch die Zahlungen an von UN-Organisationen verwaltete Fonds gingen zurück. Sie fielen von rund 718 Millionen auf knapp 502 Millionen Euro.
In die andere Richtung entwickelten sich die verpflichtenden und institutionellen Zahlungen. Die Pflichtbeiträge Deutschlands stiegen von knapp 587 Millionen auf mehr als 807 Millionen Euro. Die freiwilligen institutionellen Beiträge erhöhten sich von rund 405 Millionen auf knapp 516 Millionen Euro.
Damit entfiel 2025 ein größerer Anteil der deutschen UN-Finanzierung auf Pflicht- und institutionelle Beiträge, während insbesondere die projektbezogene Finanzierung deutlich niedriger ausfiel.
Auswärtiges Amt und Entwicklungsministerium mit niedrigeren Zahlungen
Die beiden mit Abstand größten deutschen Geldgeber innerhalb der Bundesregierung blieben das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Zahlungen des Auswärtigen Amtes an das UN-System gingen von 2,032 Milliarden Euro 2024 auf 1,385 Milliarden Euro im Jahr 2025 zurück. Das entspricht einem Minus von rund 647 Millionen Euro. Besonders stark sanken dessen freiwillige projektbezogene Beiträge von 1,103 Milliarden auf rund 442 Millionen Euro.
Beim Entwicklungsministerium reduzierten sich die Zahlungen von 1,737 Milliarden auf 1,504 Milliarden Euro. Die projektbezogenen Beiträge des Ministeriums gingen dabei von 1,251 Milliarden auf rund 923 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig stiegen dessen freiwillige institutionelle Beiträge von rund 303 Millionen auf knapp 404 Millionen Euro.
UNDP, UNICEF und WFP bleiben zentrale Partner
Trotz der insgesamt niedrigeren Zahlungen blieb Deutschland bei mehreren großen UN-Organisationen einer der wichtigsten staatlichen Geldgeber. Beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP war die Bundesregierung im Berichtszeitraum nach eigenen Angaben der größte bilaterale Geber.
Beim Kinderhilfswerk UNICEF war Deutschland 2024 zweitgrößter staatlicher Geldgeber. Schwerpunkte der Zusammenarbeit waren unter anderem Ernährungssicherung, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung. Auch beim Welternährungsprogramm WFP war die Bundesrepublik 2025 erneut der zweitgrößte bilaterale Geber.
Diese Organisationen sind in zahlreichen afrikanischen Staaten zentrale Partner der deutschen Entwicklungs- und Krisenpolitik. In der Zusammenarbeit mit UNDP nennt die Bundesregierung den Tschadsee, Äthiopien, Mosambik und Nigeria ausdrücklich als Schwerpunktregionen für Stabilisierungsmaßnahmen in Subsahara-Afrika.
Deutsche Kräfte in Westsahara und Südsudan
Auch bei UN-Friedenseinsätzen blieb Deutschland in Afrika präsent. Im Berichtszeitraum entsandte die Bundeswehr durchschnittlich rund 300 Soldatinnen und Soldaten zu den Missionen MINURSO in der Westsahara, UNMISS im Südsudan und UNIFIL im Libanon.
Im September 2024 nahm Deutschland zudem seine Beteiligung mit Polizeikräften an der UN-Mission im Südsudan wieder auf. Seit 2025 leitet ein deutscher Polizeibeamter die UNMISS-Polizeikomponente. Die Bundesregierung unterstützt außerdem die Arbeit von UN-Sondergesandten im Sudan und in der Westsahara sowie die Vermittlungsarbeit der Vereinten Nationen in Libyen im Rahmen des Berliner Prozesses.
Beim UN-Peacekeeping-Ministertreffen im Mai 2025 in Berlin sagte die Bundesregierung zusätzliche Unterstützung von mehr als 82 Millionen Euro für Friedenseinsätze zu. Gleichzeitig mussten die Vereinten Nationen wegen ihrer Liquiditätskrise 2025 nach Angaben der Bundesregierung 15 Prozent des Jahresbudgets ihrer Friedensmissionen einsparen. Personal und Material der Missionen wurden infolgedessen um 30 Prozent reduziert.

