Die UN-Mission MINUSCA hat sieben Einsatzbasen samt Gebäuden und technischer Ausstattung an die Behörden der Zentralafrikanischen Republik übergeben. Die Mission erläuterte den Schritt am 17. Juni 2026 in Bangui. Die Übergabe ist Teil einer geplanten Neuordnung der UN-Präsenz, bei der nationale Sicherheitskräfte in stabilisierten Gebieten mehr Verantwortung übernehmen sollen. MINUSCA will ihre festen Standorte reduzieren und zugleich mobile Patrouillen sowie schnelle Einsätze ausbauen.
Die sieben Stützpunkte liegen in Mbaïki, Bamingui, Dékoa, Dilapoko, Ippy, Kouango und Pombolo. Sie verteilen sich auf sechs Präfekturen im Westen, Zentrum und Osten des Landes.
Zur übergebenen Infrastruktur gehören feste Gebäude, Fertigbauten, Wachposten und Hubschrauberlandeplätze. Hinzu kommen Brunnen, Wasserbehälter, Stromgeneratoren, Klimaanlagen und eine Verbrennungsanlage.
Übergabe folgt einer Sicherheitsprüfung
MINUSCA-Sprecherin Florence Marchal erklärte, die Standorte seien nach einer eingehenden Prüfung der Sicherheitslage ausgewählt worden. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit Präsident Faustin-Archange Touadéra, Premierminister Félix Moloua und weiteren staatlichen Stellen getroffen worden.
„Die Auswahl der an die zentralafrikanischen Behörden übergebenen Basen ist keineswegs zufällig“, sagte Marchal. In den betroffenen Gebieten seien die zentralafrikanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte bereits stationiert oder sollten dort eingesetzt werden.
Die nationalen Kräfte sollen damit schrittweise Aufgaben übernehmen, die seit der Einrichtung der Mission von MINUSCA ausgeführt oder unterstützt wurden. Dazu gehört insbesondere der Schutz der Bevölkerung in Gebieten, die von den Vereinten Nationen inzwischen als ausreichend stabilisiert eingestuft werden.
Bei der Übergabezeremonie in Mbaïki bezeichneten die Leiterin der MINUSCA, Valentine Rugwabiza, und Premierminister Moloua den Schritt als Beginn eines neuen Abschnitts in der Zusammenarbeit zwischen der Mission und der zentralafrikanischen Regierung.
UN-Mission weist Rückzugsdeutung zurück
Marchal stellte klar, dass die Übergabe nicht mit einem vollständigen Rückzug der Mission gleichzusetzen sei. MINUSCA befinde sich vielmehr in einer geplanten Umstrukturierung, die sowohl die Sicherheitslage als auch die finanziellen Einschränkungen der Mission berücksichtige.

In vergleichsweise stabilen Regionen soll die dauerhafte Präsenz in festen Lagern abnehmen. Personal und Mittel sollen stärker auf Gebiete konzentriert werden, in denen bewaffnete Gruppen weiterhin aktiv sind oder staatliche Institutionen nur eingeschränkt arbeiten können.
Die Mission will dafür mehr Patrouillen über große Entfernungen und längere Zeiträume einsetzen. Auch ihre Fähigkeit, bei einer Verschlechterung der Sicherheitslage kurzfristig Einheiten zu entsenden, soll gestärkt werden.
„Die Präsenz wird anders organisiert, aber sie bleibt bestehen“, erklärte Marchal. Der Wechsel führe von einer vorwiegend stationären Präsenz in Stützpunkten zu regelmäßig eingesetzten mobilen Einheiten.
Sicherheitsfortschritte bleiben regional unterschiedlich
Die Neuordnung folgt nach Darstellung der MINUSCA auf Fortschritte bei der Ausweitung staatlicher Strukturen und der Sicherung weiter Teile des Landes. Die Mission verweist unter anderem auf die Wahlen vom Dezember 2025 und April 2026.
Im Dezember konnten bis auf wenige Wahllokale in der Präfektur Haut-Mbomou sämtliche Abstimmungsorte öffnen. Beim zweiten Wahlgang und den Teilwahlen im April seien alle Wahllokale zugänglich gewesen. Bei früheren Wahlen habe der Anteil geöffneter Wahllokale teilweise nur zwischen 30 und 40 Prozent gelegen, erklärte Marchal.
Die Sprecherin betonte zugleich, dass die Sicherheitsfortschritte in einigen Regionen weiterhin fragil seien. Weitere Anpassungen der Mission sollten deshalb geordnet und schrittweise erfolgen. Entscheidungen über zusätzliche Standortübergaben würden von der jeweiligen Entwicklung vor Ort abhängig gemacht.
MINUSCA ist seit 2014 in der Zentralafrikanischen Republik tätig. Ihr Mandat umfasst unter anderem den Schutz der Zivilbevölkerung, die Unterstützung des Friedensprozesses und die Stärkung staatlicher Institutionen. Die Neuordnung ihrer Präsenz erfolgt auf Grundlage des aktuellen Mandats des UN-Sicherheitsrats.

