Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye hat den Ökonomen Ahmadou Al Aminou Mohamed Lo zum neuen Premierminister ernannt. Die Entscheidung fiel am 25. Mai 2026 in Dakar. Lo folgt auf Ousmane Sonko, dessen Entlassung die Auflösung der Regierung ausgelöst hatte. Mit dem früheren Spitzenfunktionär der westafrikanischen Zentralbank BCEAO setzt Faye auf ein wirtschaftsnahes Profil, das die Reformagenda „Sénégal 2050“ weiterführen soll.
Ein Ökonom übernimmt die Primatur
Die Ernennung erfolgte per Dekret Nummer 2026-1129. Der Generalsekretär der Präsidentschaft, Oumar Samba Ba, verlas die Entscheidung des Staatschefs. Faye begründete die Auswahl mit Los Kompetenz, seiner Kenntnis des Landes, seiner Erfahrung in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen, seinem Engagement und seiner Loyalität.
Lo stammt aus Louga und verfügt über lange Erfahrung in Verwaltung, Regierung und Finanzinstitutionen. Er war unter anderem für die Zentralbank der westafrikanischen Staaten tätig und leitete deren nationale Vertretung im Senegal. Zuletzt war er Minister beim Präsidenten der Republik und für die Steuerung, Begleitung und Bewertung der nationalen Transformationsagenda „Sénégal 2050“ zuständig.
Der neue Premierminister soll nun eine Liste der Minister und Staatssekretäre für das kommende Kabinett vorschlagen. Die Präsidentschaft spricht von einer Regierung der Mission, der Handlung und der Ergebnisse. Damit verbindet Faye die Regierungsumbildung direkt mit der Umsetzung seiner nationalen Prioritäten.
Vertrauenssignal an Wirtschaft und Partner
In seiner ersten Erklärung richtete sich Lo auch an Unternehmen, internationale Partner und ausländische Investoren. „Ich möchte den lokalen Privatsektor, die technischen und finanziellen Partner sowie die ausländischen Investoren beruhigen. Senegal ist ein sicheres und verlässliches Land und will es bleiben“, sagte der neue Regierungschef.

Die Aussage zielt auf eine politisch und wirtschaftlich sensible Lage. Senegal steht unter Reformdruck, zugleich haben die Spannungen im Regierungslager Unsicherheit ausgelöst. Internationale Beobachter verweisen dabei auch auf Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds und auf den Bedarf an wirtschaftspolitischer Berechenbarkeit.
Lo stellte seine neue Aufgabe als Dienst an der Nation dar. Die Führung und Koordinierung der Regierungstätigkeit beruhe auf der Überzeugung, dass allein die Interessen des Landes die Entscheidungen des Präsidenten in der Staatsführung geleitet hätten, sagte er im Präsidentenpalast.
Nachfolger in einer politischen Bruchphase
Die Ernennung folgt auf die Entlassung Ousmane Sonkos. Faye hatte den bisherigen Premierminister am 22. Mai 2026 abgesetzt und damit auch das Kabinett aufgelöst. Zuvor gab es monatelange wachsende politischen Spannungen zwischen Faye und Sonko, die gemeinsam aus dem Umfeld der Partei Pastef hervorgegangen waren.
Sonko war seit April 2024 Premierminister. Er galt als zentrale Figur des politischen Lagers, das Macky Salls Regierungszeit beendet hatte. Seine Ablösung verändert das Machtgefüge an der Spitze des Staates und verschiebt die Verantwortung für die Umsetzung der Regierungsagenda stärker auf den Präsidenten und seinen neuen Regierungschef.

Lo steht damit nicht nur vor einer administrativen Aufgabe. Er muss ein neues Kabinett aufstellen, die Arbeit der Ministerien koordinieren und zugleich zeigen, dass die Reformen trotz politischer Spannungen fortgeführt werden.
„Sénégal 2050“ bleibt Leitlinie der Regierung
Die Präsidentschaft verknüpft Los Ernennung mit der Transformationsagenda „Sénégal 2050“. Das Programm soll den Staat, die Wirtschaft und öffentliche Dienstleistungen langfristig neu ausrichten. Lo war bereits vor seiner Ernennung für die Überwachung und Bewertung dieser Agenda zuständig.
Faye sieht die neue Phase der Regierungsarbeit im Rahmen eines Projekts für ein souveränes, gerechtes, wohlhabendes und solidarisches Senegal. Die Formulierungen aus der Präsidentschaft zeigen, dass die Regierung ihren politischen Kurs nicht neu definieren, sondern organisatorisch stabilisieren will.
Der neue Premierminister übernimmt sein Amt in einem Umfeld, das von wirtschaftlichen Erwartungen, sozialen Belastungen und institutionellen Veränderungen geprägt ist. Seine ersten Aussagen setzen auf Stabilität, Vertrauen und Kontinuität. Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts wird zeigen, welche politischen und fachlichen Kräfte Faye in die nächste Regierungsphase einbindet.

