BMZ startet neues Netzwerk für nachhaltige Textilien

Neustart in der deutschen Textilpolitik: Das BMZ ersetzt das bisherige Textilbündnis durch ein neues Netzwerk, das stärker auf konkrete Projekte in Produktionsländern setzt.

Das Bundesentwicklungsministerium stellt sein Engagement für nachhaltige Textilien neu auf und startet das Netzwerk „Dialogue and Impact for Sustainable Textiles“. Am Montag stellte das Ministerium das neue Format als Nachfolger des bisherigen Bündnisses für nachhaltige Textilien vor. Künftig soll die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik verbindlicher und wirksamer organisiert werden. Im Mittelpunkt stehen bessere Arbeitsbedingungen, stärkere Umweltstandards und mehr soziale Rechte entlang globaler Textillieferketten.

Neues Format mit stärkerem Fokus auf Produktionsländer

Mit dem neuen Netzwerk setzt das BMZ stärker auf gemeinsame Initiativen direkt in den Produktionsländern. Dort sollen lokale Wirtschaftsverbände, internationale und lokale Gewerkschaften sowie Nichtregierungsorganisationen enger in Dialog und Umsetzung eingebunden werden.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte, das bisherige Textilbündnis werde zu einem „beweglichen, modernen Netzwerk“ weiterentwickelt, in dem Unternehmen, Politik, Gewerkschaften, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an einem Tisch säßen. Ziel bleibe, Nachhaltigkeit im Textilsektor zu fördern und unternehmerische Verantwortung in der Produktion konsequent umzusetzen.

Das neue Netzwerk versteht sich als Multi-Stakeholder-Format für Menschenrechte und Umweltschutz in globalen Textil-Lieferketten. Es soll den Austausch zwischen den Beteiligten ausbauen und zugleich bedarfsorientierte Initiativen anstoßen, um Umwelt-, Lebens- und Arbeitsbedingungen in Produktionsländern zu verbessern.

Nachfolger des bisherigen Textilbündnisses

Das bisherige Bündnis für nachhaltige Textilien war vor elf Jahren gegründet worden. Nach Darstellung des BMZ brachte es erstmals Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Politik in einer gemeinsamen Initiative zusammen, um soziale und ökologische Bedingungen in globalen Lieferketten zu verbessern. Die dort entwickelten Ansätze zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten hätten auch den Weg für gesetzliche Regelungen bereitet.

Im neuen Netzwerk bleibt dieser politische Rahmen bestehen, die Struktur wird jedoch verändert. Die Arbeit des DST orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie am OECD-Leitfaden für verantwortungsvolle Lieferketten in der Bekleidungs- und Schuhwarenindustrie. Beteiligt sind internationale, europäische und lokale Akteure aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Nachhaltigkeitsinitiativen sowie die Bundesregierung.

Teilnahme an Beiträge und Pflichten gebunden

Zum Kern des neuen Netzwerks gehören ein Jahrestreffen, der Austausch auf einer digitalen Plattform und die Entwicklung gemeinsamer Initiativen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Anerkennung einer Erklärung zu Verantwortung und Sorgfaltspflichten sowie eine aktive Beteiligung an den Initiativen des Netzwerks.

Daneben sieht das neue Format die Möglichkeit vor, Umsetzungsprojekte unter bestimmten Voraussetzungen anteilig aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren. Ein Sounding Board aus Fachleuten soll neu entstehende Initiativen beraten und begleiten. Dabei sollen vor allem auch zivilgesellschaftliche und lokale Akteure aus den Produktionsländern strukturiert eingebunden werden.

Unterstützt wird das Netzwerk durch eine Koordinierungsstelle, die im Auftrag des BMZ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit getragen wird.

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