In der Republik Kongo hat am Sonntag die Präsidentenwahl begonnen, bei der Amtsinhaber Denis Sassou Nguesso als klarer Favorit antritt. Am 15. März sind landesweit mehr als drei Millionen registrierte Wählerinnen und Wähler aufgerufen, über das Staatsoberhaupt zu entscheiden. Insgesamt bewerben sich sieben Kandidaten um das Amt. Vorläufige Ergebnisse werden innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet.
Die Abstimmung ist für das zentralafrikanische, erdölreiche Land politisch bedeutsam, weil Sassou Nguesso seit Jahrzehnten die Macht prägt. Der 82-Jährige stand bereits von 1979 bis 1992 an der Spitze des Staates und kehrte 1997 nach dem Bürgerkrieg an die Macht zurück. Nun bewirbt er sich um eine weitere fünfjährige Amtszeit.
Sicherheitskräfte stimmten vorab ab
Bereits vor dem eigentlichen Wahltag hatten Angehörige der Sicherheitskräfte ihre Stimmen abgegeben. Der Präfekt des Departements Brazzaville, Gilbert Mouanda-Mouanda, besuchte dazu mehrere Verwaltungsbezirke und Wahlzentren, um sich ein Bild von den Vorbereitungen und dem Ablauf zu machen.

Er erklärte anschließend, die Behörden seien für den großen Wahltag nahezu vollständig vorbereitet. Nach seinen Worten lag der Stand der Vorbereitungen bei 98 bis 99 Prozent. Zugleich kündigten die Verantwortlichen an, die Wahlzentren seit dem 14. März mittags durch die Sicherheitskräfte absichern zu lassen, damit das Material rechtzeitig und geordnet bereitgestellt werden kann.
Regierung und Behörden betonen geordneten Ablauf
Mehrere lokale Verantwortliche beschrieben die Vorabstimmung der Sicherheitskräfte als ruhig und diszipliniert. Vertreter der Wahlkommissionen und der Stadtverwaltungen in Brazzaville, Kintélé, Mfilou-Ngamaba und Moungali erklärten, die Abläufe verliefen ohne Zwischenfälle.
Auch Delegierte der Kandidaten seien in den Wahllokalen anwesend gewesen. Die Behörden heben damit hervor, dass die organisatorischen und sicherheitsrelevanten Vorbereitungen für den Wahltag abgeschlossen seien.
Sassou Nguesso setzt im Wahlkampf auf Entwicklung und Arbeitsplätze
Zum Ende des Wahlkampfs stellte Denis Sassou Nguesso in Brazzaville erneut wirtschaftliche Entwicklung, Industrialisierung und Beschäftigung in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Beschleunigen wir den Weg zur Entwicklung“ kündigte er an, die Industriezone von Maloukou schneller voranzubringen und der Sonderwirtschaftszone von Pointe-Noire mehr Gewicht zu geben.

Er verband dies mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze für junge Menschen und Familien zu schaffen. Zugleich sprach er sich für eine stärkere Förderung der Landwirtschaft aus, darunter Mechanisierung, Unterstützung von Genossenschaften und eine stärkere lokale Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.
Auch die Digitalisierung der Finanzverwaltung und anderer staatlicher Stellen kündigte der Amtsinhaber als Ziel für die kommende Regierungsperiode an. Beim Thema Korruption und Disziplin im Staatsapparat erklärte er, es müsse sichtbare Beispiele geben, damit andere daraus Konsequenzen zögen.
Wahl mit hoher politischer Bedeutung
Die Präsidentenwahl gilt für das Land als wichtiger politischer Termin. Beobachter sehen in ihr erneut einen Test für die demokratische Entwicklung des Kongo, das trotz seiner Rohstoffe mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen hat.

Für Denis Sassou Nguesso ist die Abstimmung zugleich eine weitere Bewährungsprobe seiner langjährigen Herrschaft. Ob der Favoritenstatus des Amtsinhabers sich auch im Ergebnis niederschlägt, dürfte sich nach der Auszählung in den kommenden Tagen zeigen.

