Die Regierung von Burundi hat ein Programm für die massenhafte Rückkehr burundischer Flüchtlinge gestartet. Das Vorhaben wird gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk und dem System der Vereinten Nationen umgesetzt.
Die Initiative wurde Anfang März in Mukaza offiziell vorgestellt. Ziel ist die koordinierte Rückführung von Flüchtlingen, die vor allem in Tansania und anderen Aufnahmeländern leben.
Zehntausende Rückkehrer seit Beginn der Programme
Innenminister Ndaruzaniye erklärte, die Regierung setze auf eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, lokalen Gemeinden und humanitären Partnern, um die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung der Rückkehrer zu sichern.
Nach Angaben des Innenministeriums sind seit 2017 insgesamt 306.687 burundische Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückgekehrt. Allein im Jahr 2026 wurden bereits 37.056 Menschen repatriiert.
Zusätzlich leben mehr als 120.000 Burundier, die ohne offizielles Programm zurückgekehrt sind, bereits wieder innerhalb lokaler Gemeinschaften.
Tansania bleibt wichtigstes Aufnahmeland
Die Rückkehrprogramme konzentrieren sich vor allem auf Flüchtlinge in Tansania. Dort leben derzeit mehr als 143.000 Burundier in Gemeinden sowie in den Flüchtlingslagern Nduta und Nyarugusu.
Die Rückführung basiert auf Vereinbarungen zwischen Burundi, Tansania und dem UN-Flüchtlingshilfswerk. Vertreter der drei Partner bekräftigten ihre Zusammenarbeit zuletzt bei einer Sitzung der trilateralen Kommission Ende Oktober in Dar es Salaam.
Wöchentliche Rückführungskonvois geplant
Im Rahmen des Programms sollen Rückkehrkonvois organisiert werden, die regelmäßig Flüchtlinge aus den Lagern nach Burundi bringen.
Geplant ist eine Rückführung von rund 3.000 Menschen pro Woche. Davon sollen etwa 2.000 aus dem Lager Nduta und 1.000 aus Nyarugusu kommen.
Parallel ist eine schrittweise Schließung der beiden Lager vorgesehen. Für Nduta ist das Ende für den 31. März 2026 geplant, für Nyarugusu der 30. Juni 2026.
Vereinte Nationen betonen Bedeutung der Reintegration
Die UN-Koordinatorin im Burundi-System, Violet Kakyoma, hob die Rolle der Regierung bei der Umsetzung des Programms hervor. Sie erklärte, eine umfassende Unterstützung der Rückkehrer sei ohne die Führung durch staatliche Stellen kaum möglich.
Auch die Vertreterin des UN-Flüchtlingshilfswerks, Brigitte Mukango Eno, betonte, dass Rückkehrprogramme stets mit Maßnahmen zur Wiedereingliederung verbunden sein müssten.
„Sobald sie zurückkehren, sind diese Menschen keine Flüchtlinge mehr, sondern Bürger Burundis, die in ihre Gemeinschaften zurückkehren“, sagte sie.
Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks sind seit Beginn der politischen Krise in Burundi bereits mehr als 300.000 Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt.

