BRICS-Staaten wollen Nuklearenergie in Afrika ausbauen

Vertreter der BRICS-Staaten haben ihre Zusammenarbeit beim Ausbau der Kernenergie in Afrika vertieft. Am 6. März kamen Mitglieder der BRICS-Plattform für Nuklearenergie in Kapstadt zusammen, um gemeinsame Initiativen für den Energiesektor des Kontinents zu beschleunigen.

Die Sitzung fand am Rande einer internationalen Konferenz zur Entwicklung des afrikanischen Energiesektors statt. Vertreter von Unternehmen und staatlichen Einrichtungen der BRICS-Staaten sowie Partnerorganisationen nahmen an den Gesprächen teil.

Plattform für Kooperation im Nuklearsektor

Die BRICS-Plattform für Nuklearenergie vereint zehn Unternehmen und staatliche Institutionen aus Mitglieds- und Partnerstaaten der Gruppe. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Kernenergie als Energiequelle für den wachsenden Strombedarf auf dem afrikanischen Kontinent zu fördern.

An der Initiative beteiligt sich unter anderem der russische Staatskonzern Rosatom. Die Plattform soll nach Angaben der Teilnehmer Kooperationen zwischen Unternehmen und Regierungen erleichtern und Projekte im Bereich der zivilen Nukleartechnologie unterstützen.

Fachkräfteausbildung im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt der Gespräche in Kapstadt war der Aufbau von Fachkräften für den Nuklearsektor. Vertreter der Plattform betonten, dass der Ausbau von Kernenergie langfristig nur mit entsprechend ausgebildetem Personal möglich sei.

Tatiana Terentjewa, stellvertretende Generaldirektorin von Rosatom für Personalfragen, erklärte, derzeit studierten mehr als 2.400 internationale Studierende aus 65 Ländern an Universitäten, die mit dem Unternehmen kooperieren. Darunter seien etwa 350 Studierende aus 24 afrikanischen Staaten.

Die Teilnehmer sprachen sich dafür aus, künftig stärker Ausbildungsprogramme und technische Schulungen direkt in afrikanischen Ländern zu organisieren. Damit solle eine lokale Expertise aufgebaut werden, die langfristig den Betrieb und die Entwicklung nuklearer Anlagen unterstützt.

Energiebedarf als treibender Faktor

Mehrere Staaten Afrikas prüfen den Ausbau der Kernenergie als Teil ihrer Energiepolitik. Zu den Ländern mit laufenden oder geplanten Projekten zählen Ägypten, Ruanda, Burkina Faso und Südafrika.

Der Ausbau des Energiesektors gilt als zentral für wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung auf dem Kontinent. Gleichzeitig sehen einige Staaten in Kernenergie eine Möglichkeit, den steigenden Strombedarf zu decken und den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Vertreter der BRICS-Plattform erklärten, dass Investitionen in Ausbildung, Technologie und Infrastruktur notwendig seien, um langfristig eine eigenständige nukleare Industrie in Afrika aufzubauen.

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