Marokko hat die iranischen Raketenangriffe auf mehrere arabische Staaten scharf verurteilt und den betroffenen Ländern seine volle Unterstützung zugesichert. König Mohammed VI. führte dazu am Samstag Telefonate mit führenden Staats- und Regierungschefs der Golfregion.
Am 28. Februar erklärte das marokkanische Außenministerium, die Angriffe stellten eine „eklatante Verletzung der nationalen Souveränität“ der betroffenen Staaten dar und seien eine „direkte Bedrohung für die Stabilität der Region“.
Telefonate mit Golfstaaten

Nach Angaben des Königlichen Kabinetts sprach Mohammed VI. mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, mit Bahrains König Hamad bin Isa Al Khalifa, mit dem saudischen Kronprinzen und Ministerpräsidenten Mohammed bin Salman sowie mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani.
Der König bekräftigte die „starke Verurteilung der offensichtlichen Angriffe“ auf die Souveränität dieser Staaten. Er versicherte ihnen die „volle Unterstützung und Solidarität“ Marokkos bei allen legitimen Maßnahmen zum Schutz ihrer Sicherheit.
Zuvor hatte das Außenministerium ausdrücklich die Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, Kuwait, Jordanien und Saudi-Arabien verurteilt.
Auswirkungen auf den Luftverkehr
Die militärische Eskalation wirkte sich unmittelbar auf den Luftverkehr aus. Die nationale Fluggesellschaft Royal Air Maroc teilte mit, Flüge von und nach Katar würden wieder aufgenommen, sobald der katarische Luftraum sicher geöffnet werde. Passagiere wurden aufgefordert, den Status ihrer Flüge regelmäßig zu überprüfen.

Mehrere Staaten in der Region, darunter Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, kündigten zumindest teilweise Luftraumsperrungen an. Zahlreiche internationale Fluggesellschaften setzten daraufhin Verbindungen aus.
Sicherheitsdimension für Marokko
Marokko verweist seit Jahren auf Spannungen mit dem Iran. Rabat hatte 2018 die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen und dem Iran vorgeworfen, über die Revolutionsgarden Kontakte zur Polisario-Front zu unterhalten. Iran weist militärische Verbindungen zurück.
Im Oktober 2024 hatte die iranische Vertreterin Zahra Ershadi vor der Vierten Kommission der Vereinten Nationen Marokko unter anderem vorgeworfen, Ressourcen in der Westsahara auszubeuten.
Verbot von Solidaritätskundgebungen
Am 1. März untersagten die marokkanischen Behörden mehrere Solidaritätskundgebungen mit dem Iran in Rabat und Tanger. In der Hauptstadt sperrten Sicherheitskräfte den Zugang zum Parlamentsplatz an der Avenue Mohammed V. In Tanger wurde eine geplante Versammlung auf der Place Iberia aufgelöst. Nach Angaben lokaler Medien kam es dabei zu keinen gewaltsamen Zwischenfällen.