Südafrika zieht Truppen aus der UN-Mission MONUSCO in der DR Kongo ab

Südafrika zieht seine Soldaten aus der UN-Stabilisierungsmission in der Demokratischen Republik Kongo ab und beendet damit eine jahrzehntelange militärische Beteiligung. Präsident Cyril Ramaphosa informierte UN-Generalsekretär António Guterres offiziell über die Entscheidung seiner Regierung. Der Abzug betrifft mehr als 700 südafrikanische Soldaten, die im Rahmen der Mission eingesetzt sind. Die Maßnahme erfolgt einseitig und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Schon am 12.01.2026 erläuterte Ramaphosa in einem Telefonat mit dem UN-Generalsekretär die Hintergründe des Schritts. Nach Angaben der südafrikanischen Präsidentschaft steht der Abzug im Zusammenhang mit der Neuordnung begrenzter militärischer Ressourcen.

Entscheidung der südafrikanischen Regierung

Südafrika gehört zu den zehn größten Truppenstellern der Mission der Vereinten Nationen zur Stabilisierung in der Demokratischen Republik Kongo, kurz MONUSCO. Seit 1999 unterstützt das Land die UN-Friedensmission und war damit fast 27 Jahre militärisch in der DR Kongo engagiert. Die Regierung in Pretoria begründet den Rückzug mit wachsenden finanziellen und operativen Belastungen der südafrikanischen Nationalen Verteidigungskräfte.

Die Präsidentschaft erklärte, der Abzug diene der Konsolidierung und Neuausrichtung der militärischen Kapazitäten. Die Umsetzung soll in Abstimmung mit den Vereinten Nationen erfolgen, um einen geordneten Rückzug zu gewährleisten.

Rolle Südafrikas innerhalb der MONUSCO

Die MONUSCO wurde 1999 durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eingerichtet, zunächst zur Unterstützung des Waffenstillstandsabkommens von Lusaka. Infolge anhaltender Gewalt entwickelte sich das Mandat weiter. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz der Zivilbevölkerung, von humanitärem Personal und von Menschenrechtsverteidigern sowie auf der Unterstützung staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen.

Südafrikanische Soldaten waren insbesondere in sicherheitsrelevanten Regionen im Osten der DR Kongo stationiert. Die Mission operiert dort weiterhin mit einem vom Sicherheitsrat genehmigten Höchstkontingent von 11.500 Militärangehörigen, ergänzt durch Polizei- und Beobachterkräfte.

Zeitlicher Rahmen und internationale Abstimmung

Nach Angaben der südafrikanischen Präsidentschaft soll der Abzug bis spätestens Ende 2026 abgeschlossen sein. Präsident Ramaphosa begrüßte die Dankesworte von UN-Generalsekretär Guterres für den langjährigen Beitrag Südafrikas zur Friedenssicherung.

Gleichzeitig bekräftigte Pretoria, die bilateralen Beziehungen zur Regierung der Demokratischen Republik Kongo fortzuführen und multilaterale Friedensbemühungen weiter zu unterstützen. Genannt wurden dabei insbesondere Initiativen der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika, der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen.

Fortbestehende Sicherheitslage in der DR Kongo

Der Abzug erfolgt vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dort kommt es zu anhaltenden Kämpfen zwischen staatlichen Streitkräften und bewaffneten Gruppen, darunter die M23-Miliz. Die MONUSCO bleibt nach Beschluss des UN-Sicherheitsrats bis mindestens Dezember 2026 im Land eingesetzt.

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