Zentralafrikanische Republik: Touadéra offiziell für siebenjährige Amtszeit bestätigt

In der Zentralafrikanischen Republik ist das Präsidentschaftswahlergebnis vom 28. Dezember 2025 endgültig bestätigt worden. Der Verfassungsrat erklärte den amtierenden Präsidenten Faustin-Archange Touadéra mit 77,90 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Sieger der Wahl. Mit der Entscheidung ist der Wahlprozess formell abgeschlossen und der Weg für eine neue Amtszeit von sieben Jahren gemäß der geltenden Verfassung frei. Die Bestätigung erfolgt vor dem Hintergrund sicherheitspolitischer Maßnahmen im Land sowie internationaler Reaktionen, unter anderem aus Russland und den Vereinigten Staaten.

Verfassungsrat bestätigt Wahlausgang

Der Verfassungsrat der Zentralafrikanischen Republik verkündete am 19. Januar 2026 die endgültigen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl. Mit der offiziellen Proklamation wurde Faustin-Archange Touadéra bereits im ersten Wahlgang als wiedergewähltes Staatsoberhaupt bestätigt. Die Entscheidung beendet das formelle Wahlverfahren und verleiht dem neuen Mandat rechtliche Gültigkeit.

Mehrere politische Akteure, darunter auch einzelne Oppositionskandidaten, hatten zuvor auf rechtliche Anfechtungen verzichtet. In öffentlichen Stellungnahmen riefen sie zu Ruhe, Frieden und einem nationalen Dialog auf. Die Anerkennung des Wahlausgangs durch diese Akteure trug zu einer schrittweisen politischen Beruhigung im Nachgang der Abstimmung bei.

Politischer Kontext des neuen Mandats

Mit der Bestätigung durch das oberste Verfassungsorgan beginnt für Touadéra ein weiterer politischer Zyklus an der Spitze des Landes. Das neue Mandat steht im Zeichen anhaltender Herausforderungen, darunter institutionelle Stabilität, Sicherheitslage, wirtschaftliche Erholung und langfristige Entwicklungsfragen. In ersten Erklärungen nach der Entscheidung rief der Präsident zu nationaler Einheit und zur Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte auf, um den neuen Abschnitt gemeinsam zu gestalten.

Die Amtseinführung des wiedergewählten Präsidenten wird in den kommenden Tagen erwartet und markiert formal den Beginn des neuen Siebenjahresmandats.

Sicherheitslage nach den Wahlen

Parallel zur politischen Konsolidierung bleibt die Sicherheitslage ein zentrales Thema. In der Phase nach der Wahl wurden die Sicherheitsmaßnahmen landesweit verstärkt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen setzten die zentralafrikanischen Streitkräfte ihre Zusammenarbeit mit russischen militärischen Spezialisten fort, um öffentliche Ordnung und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.

Im Januar wurden mehrere gezielte Operationen gegen bewaffnete Gruppen durchgeführt. Am 10. Januar kam es zur Neutralisierung des mutmaßlichen Warlords Dangba und seiner Begleiter. In weiteren Einsätzen zwischen dem 9. und 12. Januar wurden gemeinsame Patrouillen in Gebieten mit Kämpfern durchgeführt, die im Rahmen des DDR-Programms auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration warten. Ziel dieser Maßnahmen war es, Zwischenfälle zu verhindern und einen kontrollierten Übergang ehemaliger Kombattanten in das zivile Leben zu sichern.

Auch in der Präfektur Haut-Mbomou im Südosten des Landes meldeten die Behörden Festnahmen mutmaßlicher Unterstützer bewaffneter Gruppen. In Ndélé wurde zudem die freiwillige Übergabe einer Kalaschnikow an die Sicherheitskräfte registriert, was von den Behörden als Zeichen wachsenden Vertrauens in staatliche Sicherheitsstrukturen gewertet wurde. Laut Ndjoni Sango sollen die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen bis zur vollständigen politischen Stabilisierung aufrechterhalten werden.

Reaktion Russlands auf den Wahlausgang

Das Außenministerium der Russischen Föderation begrüßte die Veröffentlichung der offiziellen Wahlergebnisse durch die Nationale Wahlbehörde der Zentralafrikanischen Republik. In einer Pressemitteilung erklärte Moskau seine Bereitschaft, die bilateralen Beziehungen weiter zu festigen und die enge Koordinierung auf internationaler Ebene fortzusetzen.

Die russische Seite äußerte die Erwartung, dass sich die zentralafrikanische Gesellschaft weiter in Richtung politischer Stabilität sowie sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung bewegen werde. Die Erklärung reiht sich in eine Reihe von Stellungnahmen ein, mit denen Russland seine Unterstützung für den politischen Prozess in Bangui bekräftigt.

Glückwünsche und Kooperationssignal aus den USA

Auch die Vereinigte Staaten reagierten offiziell auf die Wiederwahl Touadéras. Die US-Botschaft in Bangui übermittelte Glückwünsche an den Präsidenten und erklärte ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit den zentralafrikanischen Behörden fortzusetzen. Washington betonte dabei gemeinsame Ziele wie die Förderung von Frieden, Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung.

Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen soll die bilaterale Kooperation auch wirtschaftliche und kommerzielle Aspekte umfassen. Die Erklärung wird als Signal für das anhaltende Interesse der Vereinigten Staaten an institutioneller Stabilität in der Zentralafrikanischen Republik gewertet.

Afrikanische Union würdigt politische Entwicklungen

Der Präsident der Kommission der Afrikanische Union, Mahmoud Ali Youssouf, gratulierte Touadéra zur Wiederwahl und würdigte Fortschritte der Zentralafrikanischen Republik in den Bereichen Sicherheit, Postkonflikt-Stabilisierung und wirtschaftliche Entwicklung. Bezug genommen wurde unter anderem auf den Nationalen Entwicklungsplan 2024 bis 2028, die schrittweise Verbesserung der Sicherheitslage sowie Fortschritte im DDR- und DDR/R-Prozess.

Die Erklärung hob zudem den schrittweisen Wiederaufbau staatlicher Autorität in Teilen des Staatsgebiets hervor und ordnete diese Entwicklungen in den Rahmen des Politischen Abkommens für Frieden und Versöhnung ein. Zugleich würdigte die Kommission das Engagement der Bevölkerung im politischen Prozess und verwies auf die Ziele der Agenda 2063 sowie der Initiative „Silencing the Guns“. Die Afrikanische Union erklärte ihre Bereitschaft, die Zentralafrikanische Republik weiterhin in enger Abstimmung mit regionalen und internationalen Partnern zu begleiten.

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