Der Präsident der Zentralafrikanische Republik, Faustin-Archange Touadéra, ist zu einem einwöchigen Arbeitsbesuch in der Russischen Föderation aufgebrochen. Der Aufenthalt begann am 1. März mit der Abreise aus Bangui.
Nach offiziellen Angaben dient die Reise der Vertiefung der bilateralen Beziehungen zwischen Bangui und Moskau. Der Besuch ist in zwei Phasen gegliedert: Zunächst hält sich Touadéra zu einem privaten Teil des Aufenthalts in Sankt Petersburg auf. Anschließend sind in Moskau öffentliche Treffen mit russischen Vertretern vorgesehen.
Gespräche in Moskau geplant

Am internationalen Flughafen Bangui M’Poko wurde der Präsident mit militärischen Ehren verabschiedet. Anwesend waren unter anderem Premierminister Félix Moloua, Mitglieder der Regierung, der russische Botschafter sowie der Generalstabschef der Streitkräfte.
Zu den geplanten Gesprächspartnern in Moskau äußerten sich die Behörden bislang nicht im Detail. Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund einer seit mehreren Jahren intensivierten sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen der Zentralafrikanischen Republik und Russland.
Berichte über mögliches Sicherheitsabkommen
Medienberichte aus Bangui spekulieren über ein mögliches Abkommen im Sicherheitsbereich. Demnach könnte es um eine formalisierte Zusammenarbeit mit dem sogenannten „Africa Corps“ gehen, der nach russischen Angaben dem Verteidigungsministerium untersteht.

Offizielle Bestätigungen zu konkreten Vertragsunterzeichnungen liegen bislang nicht vor. In der Zentralafrikanischen Republik sind bereits seit Jahren russische Sicherheitskräfte präsent, darunter Einheiten der Gruppe Wagner.
Angriff auf russischen Konvoi
Zeitgleich wurde aus der Präfektur Nana-Gribizi von einem Angriff auf einen Konvoi russischer Kämpfer berichtet. Nach Angaben lokaler Medien kamen dabei zwei russische Angehörige ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. Der Angriff ereignete sich zwischen Mbrès und Ndélé.

Sicherheitskräfte der Forces armées centrafricaines und russische Einheiten durchkämmten demnach das Gebiet, ohne die Angreifer zu stellen. Offizielle Stellungnahmen der Regierung in Bangui zu dem Vorfall lagen zunächst nicht vor.
Der Besuch Touadéras in Russland fällt somit in eine Phase fortgesetzter sicherheitspolitischer Zusammenarbeit und anhaltender Spannungen im Landesinneren.