Die Vereinigten Staaten haben militärische Ausrüstung an Nigeria geliefert, um laufende Sicherheitsoperationen des Landes zu unterstützen. Die Übergabe erfolgte in Abuja und ist Teil der bilateralen Sicherheitskooperation zwischen beiden Staaten. Bestätigt wurde die Lieferung durch das US-Afrika-Kommando AFRICOM. Sie folgt auf hochrangige Gespräche in Washington im November 2025, bei denen Nigeria und die USA ihre Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Terrorismusbekämpfung weiter abgestimmt hatten.
Militärische Unterstützung für laufende Sicherheitsoperationen
Nach Angaben des United States Africa Command haben US-Streitkräfte militärische Lieferungen an nigerianische Sicherheitsbehörden übergeben. Die Ausrüstung wurde in der Hauptstadt Abuja an nigerianische Partner überreicht und soll laufende Einsätze in verschiedenen Regionen des Landes unterstützen. Zu Art und Umfang der gelieferten Militärgüter wurden keine Details veröffentlicht.
U.S. forces delivered critical military supplies to our Nigerian partners in Abuja. This delivery supports Nigeria’s ongoing operations and emphasizes our shared security partnership. @USinNigeria pic.twitter.com/PcXIcfgmGU
— U.S. Africa Command (AFRICOM) (@USAfricaCommand) January 13, 2026
Die Übergabe unterstreicht die bestehende sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Nigeria, die in den vergangenen Jahren insbesondere vor dem Hintergrund von Terrorismus, organisierter Gewalt und bewaffneten Extremistengruppen an Bedeutung gewonnen hat.
Nigeria als sicherheitspolitischer Schwerpunkt in Westafrika
Nigeria nimmt aufgrund seiner Größe, Bevölkerungszahl und regionalen Bedeutung eine zentrale Rolle in der Sicherheitsarchitektur Westafrikas ein. Das Land sieht sich seit Jahren mit vielfältigen sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert, darunter Angriffe extremistischer Gruppen, bewaffnete Gewalt durch kriminelle Netzwerke sowie interkommunale Konflikte in mehreren Landesteilen.

Die militärische Unterstützung durch die USA zielt darauf ab, die operativen Fähigkeiten der nigerianischen Sicherheitskräfte zu stärken und bestehende Einsätze gegen gewalttätige extremistische Gruppen zu unterstützen. In diesem Kontext arbeiten beide Staaten bereits seit längerem in den Bereichen Ausbildung, Informationsaustausch und technische Unterstützung zusammen.
Diplomatische Vorbereitung: Gespräche in Washington
Der aktuellen Lieferung war im November 2025 ein Besuch einer hochrangigen nigerianischen Delegation in Washington vorausgegangen. Die Gespräche dienten der Vertiefung der bilateralen Sicherheitskooperation und der Abstimmung künftiger gemeinsamer Maßnahmen.
Die Delegation wurde angeführt vom nigerianischen Nationalen Sicherheitsberater Nuhu Ribadu. Weitere Mitglieder waren der Generalstaatsanwalt Lateef Fagbemi, der Generalstabschef der Streitkräfte Olufemi Oluyede, der Chef des militärischen Nachrichtendienstes Emmanuel Undiandeye sowie der Generalinspekteur der Polizei Kayode Egbetokun.
In Washington führte die Delegation Gespräche mit Vertretern des US-Kongresses, des Weißen Hauses, des Außenministeriums, des Nationalen Sicherheitsrates sowie des Verteidigungsministeriums.
Diskussion über Sicherheitslage und internationale Wahrnehmung
Ein zentrales Thema der Gespräche war die internationale Berichterstattung über Gewalt in Nigeria. Die nigerianische Delegation wies dabei Vorwürfe zurück, die die Sicherheitslage im Land pauschal als religiös motivierte Gewalt oder als gezielte Verfolgung einzelner Bevölkerungsgruppen darstellen.
Der Sprecher des nigerianischen Präsidenten, Bayo Onanuga, erklärte im Anschluss an die Gespräche, dass die Gewalt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen betreffe und nicht entlang religiöser oder ethnischer Linien verlaufe. Die Gespräche hätten dazu beigetragen, bestehende Missverständnisse auszuräumen und eine sachliche Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen.
Vereinbarungen zur vertieften Zusammenarbeit
Im Ergebnis der Gespräche verständigten sich beide Seiten auf die Umsetzung eines unverbindlichen Kooperationsrahmens. Zudem wurde die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vereinbart, die eine koordinierte Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen sicherstellen soll.
Nigeria bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Verpflichtung zum Schutz der Zivilbevölkerung. Gleichzeitig signalisierten die Vereinigten Staaten ihre Bereitschaft, ergänzende Unterstützung zu leisten. Dazu zählen neben militärischer Zusammenarbeit auch humanitäre Hilfe für betroffene Bevölkerungsgruppen sowie technische Unterstützung zur Verbesserung von Frühwarnsystemen.