US-Terrorliste: Washington geht gegen sudanesische Muslimbruderschaft vor

Das US-Außenministerium stuft die sudanesische Muslimbruderschaft als globale Terrororganisation ein. Die Maßnahme zielt auf Finanzströme und internationale Unterstützung der Gruppe im Sudan-Konflikt.

Die Vereinigten Staaten haben die sudanesische Muslimbruderschaft offiziell als globale Terrororganisation eingestuft. Das US-Außenministerium kündigte an, die Gruppe zusätzlich als „Foreign Terrorist Organization“ zu klassifizieren. Die weitergehende Einstufung soll am 16. März in Kraft treten.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Organisation setze „ungehemmte Gewalt gegen Zivilisten“ ein, um den Konflikt im Sudan zu verschärfen und eine gewaltsame islamistische Ideologie voranzutreiben.

Sanktionen gegen Netzwerk im Sudan-Krieg

Nach Angaben des US-Außenministeriums umfasst die sudanesische Muslimbruderschaft die sudanesische Islamische Bewegung sowie deren bewaffneten Arm, die Al-Baraa-Bin-Malik-Brigade. Die Gruppe soll mehr als 20.000 Kämpfer in den Krieg im Sudan eingebracht haben.

Viele dieser Kämpfer hätten Ausbildung und Unterstützung durch die iranischen Revolutionsgarden erhalten. Das Außenministerium wirft den Einheiten vor, in von ihnen kontrollierten Gebieten Massenhinrichtungen an Zivilisten durchgeführt zu haben.

Kämpfer der Brigade hätten Zivilisten wiederholt und ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Die Opfer seien teilweise nach ethnischer Zugehörigkeit, Herkunft oder vermuteter Nähe zu Oppositionsgruppen ausgewählt worden.

Bereits zuvor Sanktionen gegen bewaffneten Arm

Die al-Baraa-Bin-Malik-Brigade war bereits im September 2025 vom US-Finanzministerium sanktioniert worden. Grundlage war ein Dekret, das gegen Personen und Organisationen gerichtet ist, die den Krieg im Sudan verschärfen und einen demokratischen Übergang behindern.

Mit der neuen Einstufung weiten die Vereinigten Staaten die Maßnahmen nun auf die gesamte Organisation aus.

Blockade von Vermögen und Finanzströmen

Die Terrorlistung führt dazu, dass Vermögenswerte der sudanesischen Muslimbruderschaft in den Vereinigten Staaten eingefroren werden. US-Bürgern und Unternehmen ist es grundsätzlich untersagt, Geschäfte mit der Organisation zu tätigen.

Auch internationale Akteure könnten von Sanktionen betroffen sein. Personen oder Unternehmen, die bestimmte Transaktionen mit der Gruppe durchführen, laufen nach Angaben des Außenministeriums Gefahr, selbst Ziel sogenannter Sekundärsanktionen zu werden.

Rubio erklärte, Washington werde „alle verfügbaren Instrumente einsetzen“, um dem iranischen Regime sowie Ablegern der Muslimbruderschaft die Ressourcen für terroristische Aktivitäten zu entziehen.

Die Maßnahmen erfolgen auf Grundlage des US-Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes sowie der Terrorismus-Sanktionsverordnung Executive Order 13224.

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