UN dringt auf Freilassung von 118 festgehaltenen Mitarbeitern weltweit

Die Vereinten Nationen verlangen die sofortige Freilassung von 118 festgehaltenen UN-Mitarbeitenden weltweit. Am stärksten betroffen ist Jemen, wo 73 Beschäftigte der Organisation in Gebieten unter Kontrolle der Huthi festgehalten werden. Die neue Zahl markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als die UN zum gleichen Zeitpunkt von 52 inhaftierten Mitarbeitenden sprach.

UN-Generalsekretär António Guterres rief anlässlich des Internationalen Tages der Solidarität mit inhaftierten und vermissten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu auf, internationales Recht einzuhalten und humanitäre Arbeit ohne Behinderung zu ermöglichen. „Kein Kollege ist vergessen“, erklärte er.

Jemen bleibt das Zentrum der Fälle

Der größte Teil der bekannten Festsetzungen betrifft Jemen. Dort sitzen nach UN-Angaben 73 Mitarbeitende fest, darunter acht Beschäftigte des UN-Menschenrechtsbüros. Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte, einige von ihnen seien bereits seit fünf Jahren ihrer Freiheit beraubt.

„Mit jedem Tag wird das Unrecht ihrer Inhaftierung größer. Ihr Leid und das ihrer Familien ist unerträglich“, erklärte Türk. Er forderte die Huthi auf, alle 73 UN-Mitarbeitenden sofort und bedingungslos freizulassen.

Seit 2014 befindet sich Jemen im Bürgerkrieg zwischen den Huthi und der international anerkannten Regierung. Die festgehaltenen UN-Beschäftigten arbeiten in Gebieten, die von den Huthi kontrolliert werden.

UN warnt vor Folgen für humanitäre Hilfe

Die Vereinten Nationen sehen in den Festsetzungen nicht nur einen Verstoß gegen grundlegende Rechte, sondern auch eine direkte Gefahr für Hilfseinsätze. Guterres betonte, humanitäre Arbeit müsse sicher und ungehindert möglich sein.

Auch die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, warnte vor den Folgen. Jede Festsetzung verletze fundamentale Menschenrechte, internationales Recht und die Immunitäten von UN-Mitarbeitenden. Zugleich würden lebenswichtige Hilfseinsätze behindert und dringend benötigte Unterstützung für Millionen Menschen verzögert.

Baerbock: UN-Personal darf kein Ziel sein

In einer Videobotschaft zum Aktionstag erklärte Baerbock, UN-Mitarbeitende dürften niemals Ziel von Angriffen oder Festsetzungen werden. Sie setzten sich täglich unter hohem persönlichem Risiko für Menschen in Not und für die Grundsätze der Vereinten Nationen ein.

Auch Türk würdigte die Arbeit der Beschäftigten in Krisen- und Konfliktgebieten. Die Organisation ist unter anderem in Gaza, Afghanistan, Sudan, der Ukraine, Haiti, der Demokratischen Republik Kongo und im Jemen im Einsatz.

Gedenktag erinnert an Entführung von Alec Collett

Der Internationale Tag der Solidarität mit inhaftierten und vermissten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erinnert an die Entführung von Alec Collett. Der frühere Journalist arbeitete für das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge, als er 1985 von einem Bewaffneten verschleppt wurde. Seine Leiche wurde erst 2009 im libanesischen Bekaa-Tal gefunden.

Der Gedenktag soll internationale Aufmerksamkeit schaffen, Gerechtigkeit einfordern und den Schutz von UN-Mitarbeitenden, Friedenskräften, Beschäftigten von Nichtregierungsorganisationen und Medienschaffenden stärken. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat der Tag zusätzlich an Gewicht gewonnen, weil Angriffe auf UN-Personal in den vergangenen Jahren zugenommen haben.

Guterres verband den Aktionstag mit einem erneuten Appell zum Schutz der Beschäftigten. Wer Menschen in Krisengebieten unterstütze, müsse diese Arbeit in Sicherheit ausüben können.

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