Uganda Wahl 2026: Museveni bleibt Präsident

In Uganda sind am 15. Januar 2026 Präsidentschafts- und Parlamentswahlen durchgeführt worden, begleitet von technischen Ausfällen bei der biometrischen Wählerverifizierung, Verzögerungen bei der Öffnung von Wahllokalen und Vorwürfen der Opposition. Nach vorläufigen Angaben der ugandischen Wahlkommission liegt Amtsinhaber Yoweri Museveni in der Auszählung deutlich vorn. Die National Unity Platform um Robert Kyagulanyi, bekannt als Bobi Wine, berichtet zugleich von Festnahmen eigener Funktionäre und davon, dass Sicherheitskräfte sein Haus in Magere umstellt hätten. Das Endergebnis soll innerhalb der verfassungsrechtlichen Frist von 48 Stunden veröffentlicht werden.

Vorläufige Zahlen: Wahlkommission sieht Museveni bei 76,25 Prozent

Die ugandische Wahlkommission veröffentlichte am Freitagmorgen vorläufige Ergebnisse aus 22.758 Wahllokalen. Das entspricht nach Angaben der Behörde 44,85 Prozent aller Wahllokale. Demnach kam der Kandidat der National Resistance Movement, Yoweri Museveni, auf 76,25 Prozent der bis dahin ausgezählten Stimmen. Robert Kyagulanyi von der National Unity Platform lag demnach mit 1.312.047 Stimmen bei 19,85 Prozent.

Weitere Kandidaten wurden mit niedrigeren Zwischenständen genannt, darunter James Nandala Mafabi vom Forum for Democratic Change mit 108.301 Stimmen, was 2,08 Prozent entsprechen soll. Die Wahlkommission sprach in diesem Zwischenstand von 5.194.338 gültigen Stimmen, 129.441 ungültigen Stimmen und insgesamt 5.323.779 abgegebenen Stimmen. Diese Zahl entspreche 24,59 Prozent der registrierten Wählerinnen und Wähler.

Für die Abstimmung waren landesweit 21.649.067 Personen registriert, verteilt auf 50.739 Wahllokale. Die Präsidentschaftswahl gilt als erneuter Belastungstest für Museveni, der seit Jahrzehnten im Amt ist und im Alter von 81 Jahren eine weitere Amtszeit anstrebt.

Biometrische Verifizierung fällt aus, Wahlverfahren wechselt vielerorts auf manuell

Einen prägenden Einfluss auf den Wahltag hatten Ausfälle der Biometric Voter Verification Kits. In mehreren Landesteilen begann die Stimmabgabe verspätet, weil Geräte nicht funktionierten oder Wahllokale auf eine manuelle Identitätsprüfung umstellen mussten. Die biometrischen Systeme sollten Mehrfachabstimmungen verhindern, konnten diesen Zweck am Wahltag jedoch nur eingeschränkt erfüllen.

Die Verzögerungen betrafen sowohl die Präsidentschafts als auch die Parlamentswahlen. In zahlreichen Wahllokalen begann die Abstimmung erst Stunden nach dem geplanten Start, teilweise erst gegen Mittag. In einzelnen Fällen verließen Wählerinnen und Wähler die Wahllokale frustriert, ohne ihre Stimme abzugeben.

Die Wahlkommission verlängerte in mehreren betroffenen Gebieten die Abstimmungszeit um eine Stunde, um die Verzögerungen auszugleichen und möglichst vielen Wahlberechtigten eine Stimmabgabe zu ermöglichen.

Reaktionen der Kandidaten: Zweifel, Kritik und Forderungen nach Aufklärung

Mehrere Präsidentschaftskandidaten äußerten öffentlich Kritik und Misstrauen im Zusammenhang mit den Ausfällen der biometrischen Geräte. Mugisha Muntu von der Alliance for National Transformation erklärte, es müsse geklärt werden, ob es sich um einen technischen Fehler, ein organisatorisches Versagen oder eine gezielte Behinderung gehandelt habe. Er verwies auf Wahllokale, die trotz frühzeitiger Materialbereitstellung erst Stunden später öffnen konnten. Zugleich kündigte er an, das endgültige Ergebnis abzuwarten.

Joseph Mabirizi von der Conservative Party stellte die Verantwortung der Wahlkommission in den Vordergrund. Er kritisierte die Beschaffung fehlerhafter Geräte und sprach von einer Verschwendung öffentlicher Mittel. Auch Frank Bulira Kabinga von der Revolutionary People’s Party sprach von weitreichenden Auswirkungen der Ausfälle und erklärte, viele Menschen seien faktisch von der Wahl ausgeschlossen worden.

Museveni selbst äußerte sich ebenfalls zu den technischen Problemen. Er sagte, Berichte deuteten darauf hin, dass Geräte in manchen Regionen funktioniert hätten, in anderen jedoch nicht. Er verwies auf mögliche Verzögerungen bei der Datenübermittlung und kündigte an, die Ursachen prüfen zu lassen. Zugleich unterstützte er die Entscheidung, auf manuelle Verfahren umzuschalten, um eine vollständige Blockade der Stimmabgabe zu vermeiden.

Internetstörungen und Vorwürfe der Opposition

Parallel zu den Problemen bei der Wählerverifizierung kam es am Wahltag zu Internetstörungen. Oppositionspolitiker verbanden diese Entwicklungen mit Manipulationsvorwürfen. Robert Kyagulanyi erklärte öffentlich, das Internet sei abgeschaltet worden, es gebe Berichte über massives Stopfen von Wahlurnen und über Festnahmen von Funktionären seiner Partei.e

Die National Unity Platform berichtete zudem, Sicherheitskräfte hätten Kyagulanyis Haus in Magere im Wakiso District umstellt. Nach Darstellung der Partei sei er faktisch von der Außenwelt abgeschnitten gewesen und habe nicht mit Wahlbeobachtern kommunizieren können. Parteivertreter betonten, sein Haus sei keine offiziell ausgewiesene Haftanstalt. Die Polizei erklärte hingegen, ihr sei kein formeller Hausarrest bekannt.

Regionale Berichte: Verzögerungen, niedrige Beteiligung und Zwischenfälle

Aus mehreren Landesteilen wurden verspätete Öffnungen von Wahllokalen, unvollständige Materialien und niedrige Wahlbeteiligung am Morgen gemeldet. In Teilen Ostugandas kam es zu langen Wartezeiten, bevor auf manuelle Verfahren umgestellt wurde. Beobachtet wurde auch, dass Wahlmaterialien kurzfristig auf Motorrädern transportiert wurden, um Engpässe auszugleichen.

In einzelnen Regionen wurden zudem Festnahmen im Zusammenhang mit dem Wählerregister gemeldet. In einem Flüchtlingssiedlungsgebiet im West-Nile-Distrikt wurden Personen vorübergehend festgesetzt, nachdem Zweifel an ihrer Wahlberechtigung aufgekommen waren. Spätere Überprüfungen ergaben, dass sie nationale Ausweise besaßen und ugandische Staatsbürger waren.

Weitere Zwischenfälle betrafen Verletzte bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern politischer Lager sowie chaotische Szenen in einzelnen Wahllokalen, als über die Nutzung biometrischer Geräte gestritten wurde.

Zeitplan der Ergebnisverkündung

Die Wahlkommission verwies auf die verfassungsrechtliche Vorgabe, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl innerhalb von 48 Stunden nach Schließung der Wahllokale bekanntzugeben. Der Vorsitzende der Kommission, Simon Byabakama, erklärte, der nächste Präsident Ugandas solle spätestens am Samstag vor 17 Uhr verkündet werden. Die landesweite Auszählung erfolgt zentral im National Tally Centre in Lubowa, da die Präsidentschaftswahl als ein einziger Wahlkreis behandelt wird.

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