Afrikanische Staaten haben in den vergangenen Jahren deutlich weniger schwere Waffen importiert. Neue Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigen einen starken Rückgang der Rüstungsbeschaffung auf dem Kontinent.
Die Entwicklung betrifft den Zeitraum 2021 bis 2025. In diesen fünf Jahren gingen die Waffenimporte afrikanischer Staaten im Vergleich zur vorherigen Periode von 2016 bis 2020 um 41 Prozent zurück.
Afrika verliert weiter an Bedeutung im globalen Waffenhandel
Afrika spielte im internationalen Waffenhandel zuletzt nur noch eine begrenzte Rolle. Afrikanische Staaten machten zwischen 2021 und 2025 lediglich 4,3 Prozent der weltweiten Waffenimporte aus.
Die wichtigsten Lieferländer für afrikanische Staaten waren:
- Vereinigte Staaten
- China
- Russland
- Frankreich
Die USA stellten rund 19 Prozent der Waffenimporte des Kontinents, China 17 Prozent und Russland 15 Prozent. Frankreich kam auf 8,3 Prozent.
Marokko und Algerien dominieren Afrikas Rüstungsmarkt
Innerhalb Afrikas konzentriert sich der Großteil der Waffenimporte auf wenige Staaten. Marokko und Algerien waren laut SIPRI die beiden größten Empfänger von schweren Waffen auf dem Kontinent.
Die anhaltenden Spannungen zwischen beiden Ländern gelten als zentraler Faktor für ihre militärische Beschaffung. Marokko erhöhte seine Waffenimporte zwischen den beiden Vergleichszeiträumen um zwölf Prozent.
Algeriens Waffenimporte gingen dagegen deutlich zurück. SIPRI registrierte einen Rückgang um 78 Prozent gegenüber der vorherigen Fünfjahresperiode. Jedoch werden kürzliche Importe aus Russland nicht aufgeführt.
Zunehmende Waffenlieferungen in Konfliktregionen südlich der Sahara
In Staaten südlich der Sahara zeigte sich ein anderes Bild. Dort stiegen die Waffenimporte im Vergleich zur vorherigen Periode um 13 Prozent. Die Region machte jedoch weiterhin nur einen kleinen Anteil des weltweiten Waffenhandels aus.
Die größten Empfängerländer in Subsahara-Afrika waren:
- Nigeria
- Senegal
- Mali
China war der wichtigste Lieferant für diese Staaten und stellte rund 22 Prozent der Waffenimporte der Region. Russland folgte mit etwa 12 Prozent, während die Türkei auf etwa 11 Prozent kam.
Waffenlieferungen im Kontext regionaler Konflikte
Mehrere bewaffnete Konflikte in Afrika beeinflussten die Entwicklung der Waffenlieferungen. Dazu zählt insbesondere der Bürgerkrieg im Sudan, der 2023 ausbrach.
Sowohl die sudanesischen Streitkräfte als auch die paramilitärischen Rapid Support Forces erhielten in den vergangenen Jahren Waffenlieferungen. Zu den bekannten Lieferanten der sudanesischen Streitkräfte gehörten Belarus, Iran, Kirgisistan, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Neben bewaffneten Drohnen und gepanzerten Fahrzeugen wurden auch Transportflugzeuge und andere militärische Ausrüstung geliefert.
