Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa hat die Verhandlungen über ein Gesundheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten gestoppt und dies mit Gefahren für die nationale Souveränität begründet. Am 23. Dezember 2025 ordnete das Außenministerium in einem Memorandum an, sämtliche Gespräche über ein Memorandum of Understanding im Rahmen der „America First Global Health Strategy“ einzustellen.
Das Dokument war an das Gesundheits- sowie das Finanzministerium adressiert. Darin wird das vorgeschlagene Abkommen als „unausgewogen“ bezeichnet und als eine Vereinbarung, die „die Souveränität und Unabhängigkeit Simbabwes untergräbt“.
Vorbehalte wegen Datenzugang und Rohstoffen
Nach Angaben der Regierung habe Washington im Rahmen der Verhandlungen direkten Zugang zu Gesundheitsdaten sowie Verknüpfungen zu strategischen Mineralressourcen angestrebt. Diese Bedingungen seien nicht akzeptabel.

Mnangagwa wies an, „jede Verhandlung mit den USA über dieses unausgewogene MoU einzustellen“. Das Außenministerium betonte, internationale Partnerschaften seien willkommen, müssten jedoch die Kontrolle des Landes über eigene Systeme und Ressourcen respektieren.
Die Entscheidung fällt in eine Phase erhöhter Sensibilität gegenüber ausländischem Einfluss auf nationale Programme. Offizielle Stellen unterstrichen, Unterstützung dürfe nicht mit Bedingungen verbunden sein, die in nationale Entscheidungsbefugnisse eingreifen.
DR Kongo unterzeichnet Gesundheitsabkommen über 1,2 Milliarden Dollar
Während Simbabwe die Gespräche abbrach, unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Demokratische Republik Kongo am 26. Februar 2026 ein entsprechendes Abkommen.
Nach Angaben des US-Außenministeriums sieht das auf fünf Jahre angelegte Memorandum Mittel in Höhe von bis zu 900 Millionen US-Dollar aus den Vereinigten Staaten vor. Die Regierung in Kinshasa verpflichtet sich im Gegenzug, eigene Gesundheitsausgaben um 300 Millionen US-Dollar zu erhöhen.
Hier a marqué une étape importante dans les relations entre les États-Unis et la RDC. Les 🇺🇸 et la 🇨🇩 ont signé un protocole d'accord (MOU) de coopération bilatérale en matière de santé d'une durée de cinq ans et d'un montant de 1,2 milliard de dollars, dont 900 millions de… pic.twitter.com/fWQeqmt9ft
— U.S. Embassy Kinshasa (@USEmbKinshasa) February 27, 2026
Das Abkommen umfasst Programme zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose, Malaria sowie zur Senkung von Mütter- und Kindersterblichkeit. Zudem soll ein nationales integriertes Überwachungs- und Frühwarnsystem aufgebaut werden, einschließlich eines Labornetzwerks zur schnellen Erkennung von Krankheitsausbrüchen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Professionalisierung von Gemeindegesundheitskräften, der Modernisierung elektronischer Gesundheitsdaten sowie der Einführung neuer Diagnostikverfahren. Ziel ist es nach US-Angaben, die Eigenständigkeit des kongolesischen Gesundheitssystems zu stärken und gleichzeitig internationale Gesundheitsrisiken frühzeitig einzudämmen.
Bis zum 26. Februar 2026 hat das US-Außenministerium nach eigenen Angaben 19 bilaterale Gesundheitsabkommen im Rahmen der „America First Global Health Strategy“ abgeschlossen.