Sambia: Hichilema mit 60,49 Prozent für zweite Amtszeit wiedergewählt

Hakainde Hichilema bleibt Präsident Sambias: Mit 2,97 Millionen Stimmen gewinnt er 60,49 Prozent und damit eine zweite Amtszeit. Herausforderer Brian Mundubile akzeptiert die Auszählung bislang nicht und fordert eine unabhängige Untersuchung.

Sambias Präsident Hakainde Hichilema ist mit 60,49 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Das Endergebnis wurde am frühen Dienstagmorgen, 18. August 2026, in Lusaka verkündet. Nach der Auszählung aller 226 Wahlkreise erhielt Hichilema 2.965.326 Stimmen, sein wichtigster Herausforderer Brian Mundubile kam auf 1.856.217 Stimmen beziehungsweise 37,87 Prozent. Mundubile stellt die Ordnungsmäßigkeit der Auszählung infrage und erwägt eine Anfechtung des Ergebnisses.

Mehr als eine Million Stimmen Vorsprung

Hichilema setzte sich mit einem Vorsprung von 1.109.109 Stimmen gegen Mundubile durch. Insgesamt wurden 4.902.050 gültige Stimmen gezählt. Die für einen Sieg im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit lag bei 2.451.026 Stimmen.

Der Amtsinhaber überschritt diese Schwelle damit um mehr als eine halbe Million Stimmen. Eine Stichwahl ist nicht erforderlich. Das sambische Wahlrecht sieht vor, dass ein Präsidentschaftskandidat mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen benötigt, um direkt zum Präsidenten gewählt zu werden.

Die übrigen Kandidaten spielten im landesweiten Ergebnis nur eine geringe Rolle. Zusammen erhielten sie 80.507 Stimmen. Harry Kalaba von Citizens First kam auf 19.070 Stimmen, Kelvin Fube Bwalya von Zambia Must Prosper auf 17.078 und der Vorsitzende der Socialist Party, Fred M’membe, auf 12.194.

Hichilema war 2021 erstmals zum Präsidenten gewählt worden. Mit dem neuen Mandat erhält er weitere fünf Jahre an der Spitze des kupferreichen Landes im südlichen Afrika.

Mundubile fordert Untersuchung der Auszählung

Das deutliche Ergebnis beendet den politischen Streit um die Wahl allerdings nicht. Mundubile wirft den Verantwortlichen Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung vor.

Der Oppositionspolitiker erklärte, seine Partei habe Hinweise auf mögliche Veränderungen von Ergebnisformularen aus Wahllokalen erhalten. Er fordert eine unabhängige Untersuchung. Belege, die eine Manipulation des landesweiten Ergebnisses nachweisen, wurden bislang nicht öffentlich bestätigt. Hichilemas Lager weist die Vorwürfe zurück.

Mundubile hatte sich bereits während der Auszählung selbst zum Sieger erklärt, bevor die Wahlkommission einen landesweiten Zwischenstand veröffentlicht hatte. Die Electoral Commission of Zambia hatte daraufhin wiederholt darauf hingewiesen, dass allein sie befugt sei, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl offiziell festzustellen.

Nach sambischem Wahlrecht kann das Ergebnis vor Gericht angefochten werden. Mundubiles Partei hat signalisiert, diesen Weg zu prüfen.

Auszählung wegen Gewalt zeitweise gestoppt

Die Wahl vom 13. August verlief am Wahltag überwiegend ruhig. In der anschließenden Auszählungsphase verschärften sich jedoch die Spannungen.

Die Wahlkommission setzte die Stimmenauszählung am 14. August für mehrere Stunden landesweit aus. Als Gründe nannte sie Angriffe auf Wahlhelfer und Fälle, in denen Wahlurnen mit bereits markierten Stimmzetteln gestohlen worden seien. Nach zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen nahm die Kommission die Auszählung wieder auf.

Besonders umstritten bleibt ein Sicherheitskräfteeinsatz am Wohnhaus Mundubiles in Lusaka während der Auszählungsphase.

Mundubile erklärte, bewaffnete Kräfte seien in sein Anwesen eingedrungen und hätten Schüsse abgegeben. Er sprach von einem Angriff auf sein Leben und erklärte später, mehrere Menschen aus seinem Umfeld seien verletzt worden oder zeitweise verschwunden.

Die Behörden stellen die Ereignisse anders dar. Nach Regierungsangaben richtete sich der Einsatz gegen Personen, die im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen bewaffneten Gruppe und nicht gemeldeten Waffen untersucht wurden. Reuters berichtete von elf Festnahmen, darunter mehrere führende Oppositionelle, und einem Schusswechsel während des Einsatzes. Die Opposition weist die Vorwürfe gegen ihr Umfeld zurück.

Für weitergehende Behauptungen über getötete oder verletzte Personen aus Mundubiles Umfeld lag zunächst keine unabhängige Bestätigung vor.

Hichilema ruft nach Wahlsieg zur Einheit auf

Hichilema richtete sich nach der Verkündung des Ergebnisses auch an die Wähler seiner politischen Gegner. Seine Regierung werde nicht nur für diejenigen arbeiten, die für ihn gestimmt hätten.

„An die Bürger, die die Ideen unserer Gegner bevorzugt haben: Wir haben euch gehört“, erklärte der Präsident. Seine Regierung werde weiter daran arbeiten, dass alle Sambier von der Entwicklung des Landes profitierten.

Während der Kampagne hatte Hichilema alle 116 Distrikte des Landes bereist. Nach seiner Wiederwahl erklärte er, die dabei geführten Gespräche hätten ihm die unterschiedlichen Probleme von Stadtbewohnern, ländlichen Gemeinden und Landwirten vor Augen geführt.

Die endgültige Zusammensetzung der Nationalversammlung stand unmittelbar nach der Verkündung des Präsidentschaftsergebnisses noch nicht vollständig fest. Bei den Wahlen vom 13. August bestimmten die Sambier neben dem Präsidenten auch die Abgeordneten in den erstmals auf 226 Wahlkreise erweiterten Nationalversammlung sowie kommunale Vertreter.

Verwandte Beiträge
Total
0
Share