Russlands Botschafter wirbt für Ausbau der Partnerschaft mit Marokko

Russland hat zum zehnten Jahrestag der vertieften strategischen Partnerschaft mit Marokko für einen weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen geworben. Am 17. März sagte Russlands Botschafter in Rabat, Wladimir Baibakov, die Zusammenarbeit habe sich über Jahre „stetig und erfolgreich“ entwickelt und gewinne weiter an Dynamik. Er stellte dabei neue wirtschaftliche, logistische und afrikanische Kooperationsfelder in den Vordergrund. Für Marokko ist das auch deshalb relevant, weil Moskau das Königreich ausdrücklich als wirtschaftlichen Schlüsselpartner in Afrika und als Knotenpunkt für Projekte in Richtung Sahel beschreibt.

Moskau hebt politische Stabilität der Beziehungen hervor

Baibakov sagte im Gespräch mit der marokkanischen Nachrichtenagentur MAP, die strategische Partnerschaft zwischen Rabat und Moskau beruhe auf gegenseitigem Respekt, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten sowie auf der Berücksichtigung kultureller und nationaler Werte und der jeweiligen Prioritäten beider Seiten.

Der Botschafter erinnerte daran, dass König Mohammed VI. bereits 2002 bei seinem ersten Besuch in Moskau gemeinsam mit Präsident Wladimir Putin die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern unterzeichnet hatte. Bei einem weiteren Besuch am 15. März 2016 sei dann eine Erklärung zur Entwicklung einer vertieften strategischen Zusammenarbeit sowie mehrere bilaterale Abkommen unterzeichnet worden.

Wirtschaft und Fischerei im Mittelpunkt

Nach Darstellung des Botschafters zählt Marokko zu den wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartnern Russlands in Afrika. Als Beleg nannte er die achte Sitzung der gemischten russisch-marokkanischen Regierungskommission für wirtschaftliche, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit, die im Oktober vergangenen Jahres in Moskau stattfand. Dort sei auch ein neues Abkommen im Bereich Fischerei unterzeichnet worden.

Baibakov verwies zudem auf weitere Felder, in denen russische Unternehmen Interesse an Investitionen zeigten. Dazu gehörten Landwirtschaft, Wassermanagement, Industrie, Pharmazie, Bau, Tourismus und große Vorhaben der digitalen Transformation.

Zugleich sagte er, unter den aktuellen Bedingungen komme dem Aufbau einer „zuverlässigen und modernen logistischen und finanziellen Infrastruktur“ besondere Bedeutung zu. Wichtige Schritte in diese Richtung seien bereits bei der Sitzung der gemischten Kommission in Moskau besprochen worden.

Marokko als Partner für Afrika und den Sahel

Der russische Botschafter rückte Marokko auch als Brücke nach Afrika in den Mittelpunkt. Eine verstärkte dreiseitige Partnerschaft zwischen Russland, Marokko und Afrika trage nicht nur zur Festigung der bilateralen Beziehungen bei, sondern auch zur Entwicklung des Kontinents und zu einer stärkeren Rolle Afrikas im internationalen System, sagte er.

Dabei verwies Baibakov auf Marokkos Rolle als einer der wichtigsten Investoren in Afrika. In diesem Zusammenhang äußerte er sich auch positiv zu den von König Mohammed VI. angestoßenen Initiativen zugunsten Afrikas und der Sahel-Staaten. Ihre Umsetzung könne die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents beschleunigen und regionale Probleme schneller angehen.

Besonders ausführlich sprach er über die Atlantik-Initiative, die auf bessere Verkehrs- und Infrastrukturverbindungen sowie mehr innerafrikanischen Handel ziele. Auch der Zugang der Sahel-Staaten zum Atlantik über marokkanische Infrastruktur könne aus seiner Sicht neue Möglichkeiten für Transport, Logistik und große Infrastrukturprojekte schaffen.

Zum afrikanisch-atlantischen Gaspipeline-Projekt sagte Baibakov, es könne zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energie liefern. Das sei ein zentraler Faktor für Industrialisierung, regionale Integration und wirtschaftliche Entwicklung.

Sicherheit, Bildung und Tourismus als weitere Felder

Neben Wirtschaft und Infrastruktur nannte der Botschafter weitere Bereiche, in denen sich die Beziehungen aus seiner Sicht vertieft haben. Er sprach von Fortschritten in den parlamentarischen, sportlichen und kulturellen Beziehungen sowie in der Bildungszusammenarbeit.

Auch der Tourismus zwischen beiden Ländern nehme weiter zu. Baibakov führte das auf zusätzliche Direktflüge der marokkanischen Fluggesellschaft Royal Air Maroc zurück.

Darüber hinaus verwies er auf die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung und bei Fragen von Sicherheit und Stabilität in der Region, einschließlich der Sahara und des Sahel. Russland unterstütze zudem die Arbeit des regionalen Büros der Vereinten Nationen für Terrorismusbekämpfung in Rabat.

Fußball und Technik als mögliche nächste Schritte

Für die weitere Entwicklung der Partnerschaft sieht Moskau nach Darstellung des Botschafters noch ungenutztes Potenzial. Baibakov sagte, die Beziehungen verfügten wegen ihres strategischen Charakters, der engen Freundschaft zwischen beiden Völkern und der Dynamik beider Volkswirtschaften über breite Perspektiven.

Als mögliche Felder für neue Kooperation nannte er vor allem technische Zusammenarbeit und den Sport. Gerade der Fußball könne die Partnerschaft zusätzlich stärken, sagte er mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird.

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