Die Präsidentenbewegung GMD hat sich bei den Parlamentswahlen in Guinea eine klare Mehrheit in der künftigen Nationalversammlung gesichert. Die Wahl fand am 31. Mai 2026 statt. Die Generaldirektion Wahlen veröffentlichte vorläufige Ergebnisse für die 147 Mandate und meldete zugleich bei den Kommunalwahlen eine landesweite Beteiligung von 58,51 Prozent. In Koubia erhoben Kandidaten von FRONDEG und NGR erste Vorwürfe zu Unregelmäßigkeiten, während lokale Stimmen auf den ruhigen Verlauf der Abstimmung verwiesen.
Präsidentenlager dominiert in Conakry und im Landesinneren
In den 13 Gemeinden des Großraums Conakry setzte sich die GMD in fast allen Wahlkreisen durch. Eine Ausnahme bildet Gbessia, wo alle drei zu vergebenden Sitze an Avenir Guinée Nouvelle gingen.

Auch im Landesinneren behaupteten sich Kandidaten des Präsidentenlagers in weiten Teilen der Regionen Boké, Kindia, Mamou, Labé, Faranah, Kankan und Nzérékoré. In Koundara gewann dagegen der FRONDEG und setzte sich dort gegen die Kandidaten der GMD durch.
Die GMD erzielte außerdem Erfolge außerhalb des Landes. Die vier Sitze der guineischen Diaspora gingen in den Wahlkreisen Afrika, Europa, Amerika und Asien an Kandidaten der Präsidentenbewegung.
147 Abgeordnete für die neue Nationalversammlung
Die vorläufige Zusammensetzung der Nationalversammlung umfasst 147 Abgeordnete. Neben den Direktmandaten spielen die 49 Sitze der nationalen Verhältniswahlliste eine wichtige Rolle.
Bei dieser Liste erreichten mit der GMD verbundene Formationen mehrere Mandate. Die UMP erhielt neun Sitze, ND und RGT jeweils sieben, FIDEL sechs und UDD fünf Sitze. Damit festigt das Präsidentenlager seine Stellung nicht nur über Wahlkreise, sondern auch über die nationale Listenverteilung.
Die Generaldirektion Wahlen legte die Ergebnisse als vorläufige Zahlen vor. Damit steht die politische Grundlinie der neuen Nationalversammlung bereits weitgehend fest, auch wenn einzelne lokale Reaktionen und Einwände den Wahlprozess weiter begleiten.
Kommunalwahlen mit Beteiligung von 58,51 Prozent
Parallel zu den Parlamentswahlen wurden die Kommunalwahlen ausgewertet. Die Direction générale des élections meldete 3.856.690 Wählerinnen und Wähler. Von den abgegebenen Stimmen wurden 288.032 Stimmzettel als ungültig gewertet. Die Zahl der gültigen Stimmen lag bei 3.568.658.
Bei den Kommunalwahlen wurden 8.753 Sitze in 375 Wahlkreisen vergeben. Unter den gewählten Kommunalvertretern sind 5.130 Männer und 3.623 Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 41,39 Prozent. Junge Gewählte im Alter von 18 bis 35 Jahren stellen 1.877 Mandate und damit 21,44 Prozent der kommunalen Mandatsträger.
Opposition in Koubia erhebt Vorwürfe
In Koubia reagierten Vertreter der Opposition nach der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse kritisch auf den Ablauf der Wahl. Dort gewann El Hadj Abdourahamane Baldé, Kandidat der GMD, den Sitz für die künftige Nationalversammlung. Er dankte den Wählern und den Partnern seiner politischen Bewegung für ihre Unterstützung.
Fodé Baldé, Kandidat des FRONDEG, erklärte in sozialen Netzwerken, er nehme die Wahl des GMD-Kandidaten zur Kenntnis. Zugleich warf er lokalen Verantwortlichen und Distriktpräsidenten vor, die Formation an der Macht offen unterstützt zu haben. Außerdem erklärte er, in Gadha-Woundou an einer Wahlkampagne gehindert worden zu sein. In Pilimini habe er einen Wahlkampftag mit Vertretern der GMD teilen müssen.
Auch Mamadou Hayya Diallo, Kandidat der NGR, kritisierte den Ablauf des Wahlprozesses. Er stellte insbesondere die Rolle einiger Wahlbeobachter infrage. Mehrere Bürger in Koubia erklärten nach der Verkündung der vorläufigen Ergebnisse, der Wahlgang sei ruhig und ohne Gewalt verlaufen.

