Massad Boulos bekräftigt US-Position zum Westsahara-Konflikt

Der Sonderberater des US-Präsidenten für Afrika und den Nahen Osten, Massad Boulos, hat in einem ausführlichen Interview mit der libanesischen Presse die Position der Vereinigten Staaten zum Konflikt um die Westsahara präzisiert. Dabei stellte er den politischen Kurs der Regierung von Donald Trump in den Kontext der jüngsten Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und ordnete zugleich die Beziehungen Washingtons zu Marokko und Algerien ein.

Boulos erklärte, die US-Administration halte am eingeschlagenen Kurs fest. Präsident Trump ist entschlossen, einen dauerhaften Frieden in der Region und eine bessere Zukunft für alle ihre Völker zu fördern“, sagte er mit Blick auf die Spannungen zwischen Rabat und Algier.

Bezug auf Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrates

Im Zentrum der Aussagen stand die Resolution 2797 des Sicherheitsrates, mit der das Mandat der UN-Mission MINURSO um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Boulos verwies darauf, dass diese Resolution den Autonomieplan als maßgeblichen Rahmen für künftige Verhandlungen bestätigt habe. Die Vereinigten Staaten begrüßten laut Boulos die Annahme der Resolution ausdrücklich und sähen darin einen politischen Ansatzpunkt, um eine seit Jahren blockierte Dynamik wiederzubeleben.

Nach Darstellung des US-Beraters sei Washington entschlossen, auf Grundlage dieses Rahmens auf eine tragfähige und dauerhafte Lösung hinzuarbeiten. Die US-Regierung betrachte die Resolution als politisches Instrument, um Gespräche unter internationaler Schirmherrschaft zu strukturieren und den Prozess in eine belastbare Richtung zu lenken.

US-Engagement für Stabilität im Maghreb

Boulos unterstrich in dem Interview den Anspruch der US-Regierung, zur Stabilität im Maghreb beizutragen. Dabei hob er hervor, dass die Vereinigten Staaten sowohl mit Marokko als auch mit Algerien partnerschaftliche Beziehungen pflegten. Ziel sei es, regionale Spannungen abzubauen und eine politische Lösung zu fördern, die langfristig Sicherheit und wirtschaftliche Perspektiven ermögliche.

In diesem Zusammenhang verwies er auf die Zusammenarbeit der USA mit Marokko, die aus Sicht Washingtons eine zentrale Rolle bei der Umsetzung internationaler Beschlüsse spiele. Zugleich machte Boulos deutlich, dass die Vereinigten Staaten auch mit Algerien in einem strukturierten politischen Dialog stünden. Dieser umfasse sicherheitspolitische Fragen ebenso wie wirtschaftliche Themen, darunter den erleichterten Zugang amerikanischer Unternehmen zum algerischen Markt.

Algerien und die internationale Dynamik

Ohne direkte Forderungen zu formulieren, betonte Boulos die Bedeutung einer konstruktiven Rolle Algeriens im laufenden Prozess. Die Vereinigten Staaten betrachteten Algerien als wichtigen regionalen Akteur mit Einfluss auf die politische Entwicklung im Maghreb. Washington erwarte, dass dieser Einfluss in eine diplomatische Dynamik eingebracht werde, die auf Deeskalation und Verhandlung setze.

Die US-Position sei, so Boulos, darauf ausgerichtet, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und zugleich wirtschaftliche Kooperationen auszubauen. Der politische Dialog solle dabei von pragmatischen Interessen getragen werden, insbesondere in den Bereichen Handel, Investitionen und regionale Sicherheit.

Einordnung früherer US-Initiativen

Die aktuellen Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund früherer Ankündigungen aus dem Umfeld der US-Administration. Vor mehr als zwei Monaten hatten der Chefunterhändler von Präsident Trump, Steve Witkoff, sowie Jared Kushner öffentlich von der Möglichkeit eines unter US-Vermittlung zustande kommenden Abkommens zwischen Marokko und Algerien gesprochen. Ein konkretes Ergebnis dieser Initiative blieb bislang aus.

Der algerische Außenminister Ahmed Attaf hatte entsprechende Berichte im November zurückhaltend kommentiert und erklärt, es habe keine formellen Verhandlungen über einen amerikanischen Plan gegeben. Gleichzeitig vermied Algerien eine offene Konfrontation mit Washington nach der Verabschiedung der Resolution 2797 und beschränkte sich auf diplomatische Vorbehalte.

Bestätigung der US-Linie zur Westsahara

Boulos bekräftigte zudem, dass die US-Regierung ihre seit der ersten Amtszeit Trumps vertretene Position zur Westsahara aufrechterhalte. Mehrere führende Vertreter der Administration, darunter der US-Außenminister Marco Rubio, hätten diese Haltung in bilateralen Gesprächen mit marokkanischen Vertretern erneut bestätigt. Aus Sicht Washingtons bilde der Autonomieansatz den zentralen Bezugspunkt für jede realistische Lösung.

Der Sonderberater verwies darauf, dass diese Linie nun auch in multilaterale Prozesse eingeflossen sei, insbesondere durch die Rolle der USA als federführendes Mitglied bei der Ausarbeitung der jüngsten Sicherheitsratsresolution.

Regionale Einbettung und weitere Konfliktdossiers

Im Interview ordnete Boulos die Westsahara-Frage zudem in einen breiteren regionalen Kontext ein. Er sprach über parallele diplomatische Bemühungen der USA in anderen Krisenregionen, darunter im Sudan und im Sahel. Washington setze nach eigenen Angaben auf politische Lösungen, humanitäre Zugänge und internationale Koordination, um regionale Konflikte einzudämmen.

Auch Fragen der regionalen Sicherheit, wirtschaftlichen Transformation und internationaler Konkurrenz spielten in den Ausführungen eine Rolle. Boulos betonte, dass die US-Politik in Afrika und im Nahen Osten zunehmend auf vernetzte Ansätze setze, bei denen politische Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheitsfragen zusammen betrachtet würden.

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