Italien hat in Addis Abeba mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs über die Fortentwicklung des Mattei-Plans für Afrika beraten. Am 13. Februar fand im Addis Ababa Convention Center die zweite Ausgabe des Italia-Africa Summit statt, zwei Jahre nach dem Auftakt in Rom.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte, das Treffen diene nicht der Bilanzfeier, sondern solle klären, wie der Mattei-Plan „wirksamer, konkreter und stärker an den Bedürfnissen der beteiligten Regionen“ ausgerichtet werden könne. Die Gespräche fanden am Vorabend der Versammlung der Afrikanischen Union statt.
Schwerpunkt Wasser und Sanitärversorgung
Meloni kündigte an, Italien wolle Projekte zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung ausbauen und damit an das Jahresthema der Afrikanischen Union 2026 anknüpfen. Genannt wurden Wasserinfrastruktur, Klimaanpassung und Sanitärsysteme. Als weitere Schwerpunktbereiche nannte Meloni Energie, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, Gesundheitsversorgung sowie physische und digitale Infrastruktur.
Der Mattei-Plan sei als operatives Programm konzipiert, das inzwischen über Italien hinaus in Kooperationen mit internationalen Akteuren eingebunden sei. Sie nannte dabei die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Afrikanische Union und die G7.

In ihrer Darstellung stützt sich der Plan auf eine Finanzarchitektur, die in Zusammenarbeit mit der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und weiteren internationalen Finanzinstitutionen aufgebaut worden sei. Zudem verwies sie auf eine stärkere Einbindung privater Mittel.
Gespräche mit AU-Spitze und Gastgeber Äthiopien
Melonis Eröffnungsrede folgte eine Ansprache des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed Ali. Nach dem Gipfel trat Meloni gemeinsam mit Angolas Präsident João Lourenço in seiner Funktion als amtierender Vorsitzender der Afrikanischen Union sowie dem Vorsitzenden der AU-Kommission, Mahmoud Ali Youssouf, vor die Presse.

Meloni bezeichnete das Treffen als politisches Signal, weil es erstmals in Afrika stattgefunden habe. Italien wolle den Mattei-Plan als „offene Plattform“ fortführen, deren Projekte aus dem Dialog mit Partnern entstehen. In ihrer Rede vor der Afrikanischen Union stellte sie den Mattei-Plan als Beitrag zu den Zielen der Agenda 2063 dar, unter anderem zur Stärkung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone.
Schulden, Bildung und Infrastruktur als weitere Themen
Italien habe eine Initiative zur Umwandlung von Schulden in gemeinsame Entwicklungsprojekte gestartet. Zusätzlich seien in bilaterale Kredite Klauseln aufgenommen worden, die bei extremen Wetterereignissen eine Aussetzung von Rückzahlungen ermöglichen sollen.
Einen Schwerpunkt setzte Meloni auf Bildung und Qualifizierung. Sie verwies auf eine gemeinsam mit Nigeria und der Global Partnership for Education gestartete Kampagne, die fünf Milliarden US-Dollar mobilisieren und die Bildungsqualität für 750 Millionen Kinder in mehr als 91 Staaten verbessern solle. Für Juni kündigte sie einen Gipfel in Rom an, den sie gemeinsam mit Nigerias Präsident Bola Tinubu ausrichten wolle.
UN-Generalsekretär betont Finanz- und Klimathemen
UN-Generalsekretär António Guterres sprach beim Gipfel von einer Partnerschaft, die an den Zielen der UN-Agenda 2030 und der Agenda 2063 ausgerichtet sein müsse. Er nannte als Prioritäten Finanzgerechtigkeit, Klimaschutz und eine digitale Transformation, die auch Entwicklungsländern zugutekomme.

Guterres verwies auf eine Finanzierungslücke bei den Zielen nachhaltiger Entwicklung und auf hohe Kreditkosten für afrikanische Staaten. Zudem forderte er mehr Investitionen in erneuerbare Energien, Netze und Anpassung an den Klimawandel. Im Bereich Digitalisierung sprach er sich für internationale Regeln zur Künstlichen Intelligenz sowie für einen globalen Fonds zum Aufbau von Kapazitäten in Entwicklungsländern aus.