Ghana hat den Tod von 55 Staatsbürgern im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine bestätigt. Am 27. Februar 2026 erklärte Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa bei einem Besuch in Kyjiw, dass seit 2022 insgesamt 272 Ghanaer über kriminelle Netzwerke an die Front gelangt seien.
Zwei weitere ghanaische Staatsangehörige befinden sich nach Angaben der Regierung in ukrainischer Kriegsgefangenschaft. Die Zahlen stützten sich auf Informationen der ukrainischen Behörden.
Rekrutierung über kriminelle Netzwerke
Nach Darstellung Ablakwas seien insgesamt 1.780 Afrikaner aus 36 Ländern durch Menschenhändler angeworben worden, um am Krieg teilzunehmen. Unter ihnen befänden sich 272 Ghanaer, von denen 55 ums Leben gekommen seien.

Der Minister sprach von „erschütternden“ Zahlen und betonte, es handle sich nicht um bloße Statistiken, sondern um menschliche Schicksale. Die ghanaische Regierung kündigte eine landesweite Aufklärungskampagne an, um junge Menschen vor finanziellen Versprechungen illegaler Rekrutierungsnetzwerke zu warnen. Zudem sollen entsprechende Strukturen, auch im digitalen Raum, gezielt bekämpft werden.
„Das ist nicht unser Krieg“, erklärte Ablakwa.
Gespräche mit Präsident Selenskyj
Bereits am 25. Februar hatte der ghanaische Außenminister Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt. Dabei ging es um die Freilassung der beiden in Gefangenschaft befindlichen Ghanaer.

Ablakwa erklärte, er habe im Namen von Präsident John Mahama für die Wahrung der Rechte der Inhaftierten gemäß internationalem Recht gedankt. Er äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich eines positiven Ausgangs der Gespräche.
Neben humanitären Fragen erörterten beide Seiten auch Möglichkeiten zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen in den Bereichen Landwirtschaft, Verteidigung, Bildung und Handel. Präsident Selenskyj lud Präsident Mahama zu einem offiziellen Besuch nach Kyjiw ein.