Burkina Faso eröffnet erste Goldraffinerie – Traoré will Wertschöpfung im Land halten

Burkina Faso raffiniert erstmals Gold in einer eigenen nationalen Anlage. RAFFINOR-BF startet mit einer theoretischen Kapazität von 164 Tonnen pro Jahr – später sollen bis zu 515 Tonnen möglich sein.

Burkina Faso hat seine erste Goldraffinerie in Betrieb genommen und will damit einen größeren Teil der Wertschöpfung seines wichtigsten Rohstoffs im eigenen Land halten. Präsident Ibrahim Traoré eröffnete die Anlage RAFFINOR-BF am Montag in Ouagadougou. Die Raffinerie kann in ihrer ersten Ausbaustufe theoretisch 164 Tonnen Gold pro Jahr verarbeiten und soll später auf 515 Tonnen erweitert werden. Der Staat verfolgt damit das Ziel, industriell und handwerklich gefördertes Gold künftig stärker im eigenen Land zu raffinieren.

„Unser Ziel ist es nicht mehr, nur ein Land zu sein, das Rohstoffe fördert und ins Ausland bringt“, erklärte Traoré bei der Eröffnung. Burkina Faso wolle seine Metalle vor Ort raffinieren und „die gesamte Wertschöpfungskette im Land haben“.

Die Anlage entstand auf einem fünf Hektar großen Gelände im Süden der Hauptstadt. Zum Komplex gehören eine Schmelzanlage, ein Analyselabor, gesicherte Lagerbereiche und eine Einheit zur Schmuckherstellung. Auch die staatliche Gesellschaft für Edelstoffe SONASP hat dort ihren Sitz.

11 Milliarden CFA-Francs für die Raffinerie

In RAFFINOR-BF wurden mehr als elf Milliarden CFA-Francs investiert, umgerechnet rund 16,8 Millionen Euro. Das Kapital stammt vor allem vom burkinischen Staat über die SONASP sowie von privaten Partnern.

Der Grundstein für das Projekt war im November 2023 gelegt worden. Im März 2024 genehmigte die damalige Übergangsregierung eine Beteiligung der SONASP von 51 Prozent an der Betreibergesellschaft MARENA RAFFINOR-BF. Bereits damals begründete die Regierung das Projekt damit, den Export eines großen Teils des burkinischen Goldes in unverarbeitetem Zustand begrenzen zu wollen.

Die neue Anlage soll Gold mit einem Reinheitsgrad von mindestens 99,9 Prozent produzieren. Bei der Eröffnung wurden bereits die ersten Goldbarren raffiniert.

Kapazität soll auf 515 Tonnen steigen

Mit zunächst 164 Tonnen jährlich liegt die technische Raffineriekapazität deutlich über der bisherigen jährlichen Goldförderung des Landes. Die angegebene Kapazität beschreibt daher die mögliche Verarbeitungsmenge der Anlage und nicht die tatsächlich verfügbare burkinische Goldproduktion.

Eine zweite Ausbaustufe soll die theoretische Kapazität auf 515 Tonnen jährlich erhöhen. Die Regierung will die Anlage langfristig nicht nur zur Verarbeitung der heimischen industriellen und handwerklichen Förderung nutzen, sondern Burkina Faso auch als Raffineriestandort in Westafrika etablieren.

Minenminister Yacouba Zabré Gouba verbindet damit zugleich eine stärkere Kontrolle der Goldströme. Die Raffinierung im Land solle die Rückverfolgbarkeit verbessern, qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und den Behörden eine bessere Kontrolle der Finanzströme ermöglichen. Auch Goldschmuggel, illegaler Handel und Geldwäsche sollen dadurch erschwert werden.

Regierung setzt auf Verarbeitung heimischer Rohstoffe

Die Goldraffinerie ist Teil einer breiteren wirtschaftspolitischen Linie der Regierung Traoré, die Rohstoffe und Agrarprodukte stärker im Land verarbeiten lassen will. Bereits 2024 schuf die Regierung die gesellschaftsrechtliche Grundlage für die staatliche Mehrheitsbeteiligung an RAFFINOR-BF.

Traoré hatte diese Strategie auch bei anderen Industrieprojekten vertreten. Bei der Eröffnung eines Maisverarbeitungskomplexes Ende 2025 erklärte er, heimische Rohstoffe sollten verstärkt durch industrielle Verarbeitung aufgewertet werden.

Mit der Raffinerie richtet sich dieser Ansatz nun auf einen der zentralen Exportsektoren Burkina Fasos. Traoré forderte bei der Eröffnung zugleich junge Burkiner dazu auf, technische Kompetenzen für die Verarbeitung von Rohstoffen aufzubauen. Das Land müsse die gesamte Wertschöpfungskette nicht nur besitzen, sondern auch technisch beherrschen.

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