Bewaffnete haben den internationalen Flughafen Diori Hamani in Nigers Hauptstadt Niamey angegriffen. Der Angriff begann am frühen Morgen des 18. Juni 2026. Anwohner meldeten anhaltende Schüsse am Eingang und im Umfeld des Flughafens, während Sicherheitskräfte das Gelände und die Zufahrtsstraßen abriegelten. Zur Identität der Angreifer und zu möglichen Opfern lagen zunächst keine offiziellen Angaben vor.
Das nigrische Medium Tamtam Info berichtete unter Berufung auf Sicherheitsquellen, eine Gruppe sei mit einem Bus zum Kreisverkehr vor dem Flughafen gefahren und habe dort das Feuer auf eingesetzte Polizisten eröffnet. Sicherheitskräfte hätten daraufhin eingegriffen und einen Teil der Angreifer außer Gefecht gesetzt. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben stand zunächst aus.
Schwere Schüsse rund um das Flughafengelände
Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur AFP, die ersten Schüsse gegen 6 Uhr Ortszeit gehört zu haben. Das Feuer sei aus Richtung des Flughafeneingangs gekommen und habe zwei Stunden später noch angedauert.
Mehrere regionale Medien meldeten auch den Einsatz schwerer Waffen. Die ivorische Nachrichtenagentur AIP berichtete, Angreifer seien in den Flughafenbereich eingedrungen. Die nigrischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.
Die Berichte über den weiteren Verlauf waren zunächst nicht einheitlich. Während einzelne Medien am Vormittag weiterhin von Schusswechseln sprachen, meldete Tamtam Info, die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gebracht. Such- und Kontrolloperationen im Umfeld des Flughafens dauerten demnach an.
Die Einsatzkräfte überprüften die Zufahrtswege und suchten nach möglichen weiteren Beteiligten. Der öffentliche Zugang zum Flughafen wurde gesperrt. Flugverbindungen waren nach Angaben mehrerer Medien vorübergehend ausgesetzt oder beeinträchtigt.
Keine Angaben zu Opfern und Schäden
Die nigrischen Behörden hatten zunächst weder eine Opferzahl noch Angaben zu möglichen Schäden an der zivilen oder militärischen Infrastruktur veröffentlicht. Auch eine offizielle Einordnung des Vorfalls als terroristischer Angriff lag am Vormittag noch nicht vor.
Zu dem Angriff bekannte sich zunächst keine Organisation. Die Identität und das Ziel der Angreifer blieben daher ungeklärt.
Tamtam Info bezeichnete den Vorfall unter Berufung auf Sicherheitskreise als gescheiterten Terrorangriff. Das Medium berichtete außerdem, Anwohner hätten sich nach den Gefechten in der Nähe des Flughafens versammelt und den Sicherheitskräften ihre Unterstützung ausgesprochen.
Zweiter Angriff innerhalb von fünf Monaten

Der Flughafen Diori Hamani war bereits in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2026 Ziel eines größeren Angriffs. Damals wurden neben dem zivilen Flughafen auch die angrenzende Luftwaffenbasis 101 und militärische Einrichtungen angegriffen.
Die Gefechte dauerten mehrere Stunden. Die nigrischen Streitkräfte und mit ihnen eingesetzte russische Kräfte schlugen den Angriff nach Angaben der Behörden zurück. Vier Menschen wurden verletzt, zudem entstanden erhebliche Sachschäden.
Die Terrormiliz Islamischer Staat in der Sahelzone bekannte sich später zu dem Angriff. Nigers Übergangspräsident Abdourahamane Tiani erklärte damals, eine Lücke im Sicherheitsdispositiv habe den Angreifern den Zugang ermöglicht. Ihr Ziel sei es gewesen, die Luftstreitkräfte des Landes zu zerstören.
Der Angriff im Januar hatte die jihadistische Gewalt erstmals in größerem Umfang bis zu einer strategischen Einrichtung in der Hauptstadt getragen. Zuvor konzentrierten sich die meisten Anschläge bewaffneter Gruppen auf den Westen und Südosten Nigers.
Strategischer Standort in der Hauptstadt
Der Flughafen liegt südöstlich des Zentrums von Niamey und dient sowohl dem zivilen Luftverkehr als auch militärischen Zwecken. Auf dem Gelände und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich Einrichtungen der nigrischen Streitkräfte.
Seit dem Militärputsch vom 26. Juli 2023 wird Niger vom Nationalen Rat für den Schutz des Vaterlandes geführt. Die Regierung hat ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit westlichen Staaten stark eingeschränkt und die militärischen Beziehungen zu Russland ausgebaut.
Die Sicherheitslage bleibt vor allem in den Grenzgebieten zu Mali, Burkina Faso und Nigeria angespannt. Dort verüben mit dem Islamischen Staat und Al-Qaida verbundene Gruppen regelmäßig Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Zivilbevölkerung.

