Alabali Radovan reist nach Nairobi und setzt auf afrikanische Pharmaproduktion

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist zum regionalen Weltgesundheitsgipfel nach Nairobi und will die Gesundheitskooperation mit Afrika stärker mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit verbinden. Der Besuch beginnt am Montag, 27. April. Geplant sind Gespräche mit Kenias Präsident William Ruto sowie Treffen mit deutschen und kenianischen Pharmaunternehmen. Kenia ist Pilotland für einen neuen Ansatz des Entwicklungsministeriums, der Entwicklungszusammenarbeit, lokale Wertschöpfung und Unternehmenskooperation enger verbinden soll.

Gesundheitskooperation wird Teil der Wirtschaftspolitik

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung richtet seine Arbeit in Kenia stärker auf Gesundheitssysteme, lokale Produktion und privatwirtschaftliche Partnerschaften aus. Im Mittelpunkt stehen Kooperationen, bei denen deutsche und afrikanische Unternehmen Medikamente, Medizinprodukte und Fachwissen zusammenbringen.

Alabali Radovan verbindet den Besuch in Nairobi mit einer breiteren wirtschaftlichen Linie. „Die Zusammenarbeit mit Afrika im Gesundheitsbereich ist zentral – für die Menschen vor Ort und für uns. Krankheiten kennen keine Grenzen“, sagte die Ministerin vor der Reise. Krankheiten zerstörten Existenzen, trieben Familien in Armut oder Flucht und nähmen Kindern ihre Zukunft. Deshalb stärke die Entwicklungszusammenarbeit Gesundheitssysteme und binde gezielt die Wirtschaft ein.

Der regionale Weltgesundheitsgipfel findet zum zweiten Mal in einem afrikanischen Land statt. Er ergänzt den Weltgesundheitsgipfel, der im Herbst in Berlin stattfindet.

Merck und Universal produzieren Kinderpräparat in Kenia

Ein Beispiel für die engere Verbindung von Gesundheits- und Wirtschaftspolitik ist die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Pharmahersteller Merck und dem kenianischen Unternehmen Universal. Universal soll künftig in Kenia Arpraziquantel herstellen, ein neu entwickeltes Kinderpräparat gegen Bilharziose. Die Krankheit wird durch Larven in Seen und Flüssen übertragen.

Merck überträgt Technologie und Know-how an den kenianischen Partner. Das BMZ unterstützt Lieferwege in entlegene Regionen, damit Medikamente auch abgelegene Gebiete erreichen. Zugleich berät das Ministerium Unternehmen dabei, Qualitätsstandards und Zulassungsbedingungen für den Weltmarkt zu erfüllen.

Die Produktion vor Ort soll Arbeitsplätze schaffen und afrikanische Gesundheitssysteme unabhängiger von internationalen Lieferketten machen. Die Coronapandemie hatte gezeigt, wie stark viele Länder bei Medikamenten, Impfstoffen und medizinischem Material von globalen Lieferwegen abhängig sind.

Lokale Fachkräfte für Malaria- und Infektionsschutz

Das BMZ unterstützt auch Schulungen für lokale Fachkräfte. Diese sollen unter anderem Moskitonetze von BASF zur Malariabekämpfung fachgerecht installieren und warten. Damit verbindet das Ministerium Gesundheitsversorgung mit beruflicher Qualifizierung und lokaler Beschäftigung.

Alabali Radovan bezeichnete Afrika als „Zukunftsmarkt mit 1,6 Milliarden Menschen“. Deutsche und afrikanische Unternehmen arbeiteten bereits eng zusammen, diese Kooperation solle weiter ausgebaut werden.

Expertenteam für Ebola, Mpox und andere Ausbrüche

Auf dem Weltgesundheitsgipfel in Nairobi will Alabali Radovan auch ein Team der „Schnell Einsetzbaren Expert*innengruppe Gesundheit“ treffen. Die Gruppe wurde vom BMZ mit Fachleuten unter anderem der Charité und des Robert Koch-Instituts aufgebaut.

Das Team unterstützt bei Krankheitsausbrüchen mit Sofortmaßnahmen. Dazu gehören Schutz- und Testmaterialien, Aufklärungskampagnen, Schulungen für Gesundheitspersonal sowie mobile Labore. Diese Labore können Erreger wie Ebola oder Mpox nachweisen.

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