Frankreich hat Vorwürfe einer Beteiligung an einer versuchten Destabilisierung Madagaskars entschieden zurückgewiesen. Das entsprechende Kommuniqué veröffentlichte die französische Botschaft in Antananarivo am 18. April. Zugleich distanzierte sich die Präsidentschaft der Refondation, also die derzeitige Übergangsführung des Landes, von Aussagen eines Beraters des Staatschefs. Die Affäre fällt in eine ohnehin angespannte politische Lage, die seit dem Machtwechsel im Oktober 2025 von Sicherheitsverfahren, Protesten und wachsendem Misstrauen geprägt ist.
Botschaft spricht von falschen Informationen
In ihrem Kommuniqué wies die französische Botschaft die in sozialen Netzwerken verbreiteten Behauptungen über eine angebliche französische Rolle bei einem Destabilisierungsversuch formal zurück. Sie bezeichnete die Gerüchte als falsch und rief dazu auf, keine Falschinformationen weiterzuverbreiten. Zugleich stellte sie die Frage nach Herkunft und Motivation der Urheber und erklärte, diese wollten den Beziehungen zwischen Madagaskar und Frankreich offenkundig schaden.
Präsidentschaft grenzt sich von Berater ab
Auslöser der neuen diplomatischen Spannung waren Behauptungen über zehn französische Staatsangehörige, die in sozialen Netzwerken und in madagassischen Medien als Teil einer mutmaßlichen Destabilisierungsoperation dargestellt wurden.
Urheber dieser Gerücht ist Harifidy Ramanandraibe, der zugleich als technischer Berater von Übergangspräsident Michaël Randrianirina arbeitet. Der Kommunikationsdienst der Präsidentschaft erklärte bereits am Morgen des 18. April, die verbreiteten Angaben „binden die Präsidentschaft in keiner Weise“. Madagascar Tribune verwies auf Harifidy Ramanandraibe Doppelfunktion als Journalist und Berater.
Vorwürfe treffen auf ein nervöses politisches Umfeld

Der Streit entfaltet Wirkung in einer Phase, in der Madagaskar politisch besonders verwundbar ist. Nach dem Sturz von Präsident Andry Rajoelina im Oktober 2025 übernahm Oberst Michaël Randrianirina die Führung und kündigte eine Übergangsphase von bis zu zwei Jahren an. Anfang April meldeten die Behörden zudem Anklagen gegen 13 Verdächtige wegen eines mutmaßlichen Plans zur Tötung des Übergangspräsidenten.
Amnesty International beschrieb Ende März, sechs Monate nach dem Machtwechsel, ein Klima zunehmender Repression gegen Kritiker der neuen Führung.
Ermittlungen laufen weiter
Die Präsidentschaft vermied in ihrer Reaktion eine eigene Bestätigung der kursierenden Behauptungen. Stattdessen verwies sie darauf, dass die zuständigen Behörden die veröffentlichten Angaben prüfen. Damit stehen nun zwei offizielle Linien nebeneinander: das kategorische Dementi der französischen Botschaft und die Distanzierung der madagassischen Übergangsführung von den Aussagen ihres Beraters.

