Ägypten hat nach dem ergebnislosen Ende der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad für eine engere internationale Abstimmung zur Stabilisierung der Feuerpause geworben. Am Samstag hatte Außenminister Badr Abdelatty diese Linie noch in Telefonaten mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul und Italiens Außenminister Antonio Tajani vertreten. Inzwischen ist der diplomatische Druck gestiegen, weil die Verhandlungen in Pakistan nach 21 Stunden ohne Einigung beendet wurden.
Kairo hält trotz Rückschlag am diplomatischen Kurs fest
Abdelatty hatte in den Gesprächen mit Berlin und Rom betont, die Feuerpause müsse als Grundlage für weitere Deeskalation gesichert werden. Zugleich warb er dafür, regionale und internationale Initiativen stärker zu bündeln, um den diplomatischen Kanal zwischen Washington und Teheran offenzuhalten. Auch nach dem Scheitern der Islamabad-Runde bleibt diese Linie für Kairo zentral.
Die ägyptische Diplomatie hatte die bevorstehenden Gespräche zuvor als Chance auf Entspannung dargestellt. Dass die Verhandlungen nun ohne Ergebnis endeten, verschiebt den Schwerpunkt: Aus der Hoffnung auf einen Durchbruch ist vorerst der Versuch geworden, einen weiteren Rückfall in offene Eskalation zu verhindern.
Die Streitpunkte blieben unüberbrückbar
Beide Seiten machten jeweils die Gegenseite für das Scheitern verantwortlich. Aus Washington hieß es, Iran habe sich nicht zu einem Verzicht auf nukleare Ambitionen bereit erklärt. Die iranische Delegation wiederum sprach von überzogenen amerikanischen Forderungen und mangelndem Vertrauen.
Zu den zentralen Konfliktpunkten gehörten das iranische Atomprogramm, Fragen rund um die Straße von Hormus sowie weitere politische und sicherheitspolitische Forderungen beider Seiten. Damit blieben genau jene Themen ungelöst, die für die Haltbarkeit der Feuerpause entscheidend sind.
Berlin und Rom stellten sich hinter Ägyptens Vermittlungslinie

In den Telefonaten mit Abdelatty würdigten Wadephul und Tajani die Rolle Ägyptens bei den Bemühungen um Deeskalation. Die drei Außenminister vereinbarten, ihre Abstimmung in der kommenden Phase fortzusetzen und die diplomatischen Kontakte zu intensivieren. Kairo versucht damit, den eigenen Einfluss als regionaler Vermittler auch nach dem Rückschlag von Islamabad sichtbar zu halten.
Auch der Libanon bleibt Teil der Gespräche
Neben den Kontakten zwischen den USA und dem Iran sprachen die Minister auch über die Lage im Libanon. Abdelatty verurteilte die israelischen Angriffe auf libanesisches Gebiet, forderte ein sofortiges Ende der Attacken und bekräftigte die ägyptische Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität des Landes. Gleichzeitig begrüßten die Minister den geplanten Gesprächskanal in Washington zwischen libanesischer und israelischer Seite.
Damit bleibt die ägyptische Diplomatie an mehreren Konfliktlinien zugleich aktiv. Das Scheitern der Islamabad-Gespräche erhöht nun den Druck auf jene Staaten, die versuchen, die Feuerpause zwischen Washington und Teheran politisch abzusichern und eine weitere Ausweitung der regionalen Krise zu verhindern

