Ein Gericht in Liberia hat fünf Frauen wegen Kinderhandels und krimineller Verschwörung zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt. Der Fall betrifft 14 Kinder und zählt zu den schwerwiegenderen Verfahren gegen mutmaßlichen Kinderhandel in dem westafrikanischen Land.
Das Urteil fiel Ende März in Monrovia. Die Ermittlungen verweisen auf ein grenzüberschreitendes Vorgehen über mehrere westafrikanische Staaten bis nach Mali.
Festnahme mit 14 Kindern in Monrovia
Die fünf Frauen waren am 10. April 2025 am Verkehrsknotenpunkt Red Light in Monrovia festgenommen worden. Beamte des Liberia Immigration Service griffen ein, als die Frauen mit 14 Kindern unterwegs waren.
Die Ermittlungen der liberianischen Polizei ergaben später, dass die meisten dieser Kinder nicht ihre leiblichen Kinder waren. Die Frauen wollten die Kinder über Côte d’Ivoire und Burkina Faso nach Mali bringen.

Die Ermittler werfen den Frauen vor, die Kinder in Mali als Teil angeblicher humanitärer Hilfsfälle zu nutzen, um Geld oder Unterstützung zu erhalten.
Ermittler sehen Wiederholungstat
Die Behörden gehen davon aus, dass dieselbe Gruppe bereits 2024 einen ähnlichen Versuch unternommen hatte. Damals seien acht Kinder nach Mali gebracht worden. In diesem Zusammenhang sei auch Unterstützung von internationalen Organisationen wie der Internationalen Organisation für Migration und dem Roten Kreuz erlangt worden.
Damit bekam der Fall zusätzliches Gewicht. Aus Sicht der Ermittler geht es nicht nur um eine einzelne Festnahme, sondern um den Verdacht einer wiederkehrenden Praxis mit grenzüberschreitender Organisation.
Die in den Ermittlungen genannte Route führt über mehrere westafrikanische Staaten und verweist auf die regionale Dimension des Kinderhandels.
Gericht ordnet Schutzmaßnahmen für die Kinder an
Neben den Haftstrafen traf das Gericht auch Anordnungen zum Schutz der 14 Kinder. Das Ministerium für Gender, Kinder und sozialen Schutz soll die Kinder weiterhin in Obhut behalten und ihre Versorgung mit Nahrung, Unterkunft, medizinischer Betreuung und Bildung sicherstellen.
Zugleich ordnete das Gericht DNA-Tests an. Künftige Ansprüche auf Elternschaft oder familiäre Rechte sollen erst nach genetischer Überprüfung berücksichtigt werden, bevor es zu Änderungen bei Sorgerechtsregelungen kommt.
Damit verband das Gericht die Strafe mit Schutzmaßnahmen für die betroffenen Kinder.
Regierung begrüßt das Urteil
Liberias Ministerin für Gender, Kinder und sozialen Schutz, Gbeme Horace-Kollie, begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. Sie sprach von einem klaren Zeichen für den Willen des Landes, Kinderhandel zu beenden.
„Wir begrüßen dieses Urteil und würdigen das Gericht dafür, dass es Liberias Entschlossenheit im Kampf gegen Kinderhandel unterstreicht“, sagte Horace-Kollie. Das Ministerium bleibe entschlossen, Kinder zu schützen und für die Schwächsten der Gesellschaft Gerechtigkeit durchzusetzen.
Die Ministerin lobte zudem das eigene Rechtsteam für die enge Zusammenarbeit mit dem Justizministerium. Diese Kooperation habe wesentlich dazu beigetragen, in dem Fall zu einem Urteil zu kommen.
Kinderhandel bleibt ein regionales Problem
Der Fall verweist auf ein Problem, das in mehreren Staaten Westafrikas fortbesteht. Armut, schwache soziale Sicherungssysteme und durchlässige Grenzen erhöhen das Risiko, dass Kinder in Ausbeutung und Missbrauch geraten.
Die liberianische Regierung stellt das Urteil in eine Null-Toleranz-Linie gegen Kinderhandel. Das zuständige Ministerium rief die Bevölkerung, lokale Gemeinschaften und Entwicklungspartner dazu auf, wachsam zu bleiben und Kinder besser zu schützen.
Für Liberia ist das Verfahren damit auch ein öffentliches Signal: Kinderhandel soll konsequenter verfolgt werden, und der Schutz von Kindern soll im Zentrum staatlichen Handelns stehen.

