Deutschland und Südafrika wollen ihre Zusammenarbeit im Agrarsektor ausbauen und insbesondere bei der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche enger kooperieren. Beide Länder unterzeichneten dazu in Kapstadt eine gemeinsame Absichtserklärung zur verstärkten Zusammenarbeit in Prävention, Forschung und Monitoring.
Die Vereinbarung wurde am 11. März während eines Besuchs des deutschen Bundesministers für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, in Südafrika unterzeichnet.
Absichtserklärung zur Bekämpfung der Tierseuche
Der deutsche Minister Alois Rainer und Südafrikas Landwirtschaftsminister John Steenhuisen vereinbarten eine intensivere Zusammenarbeit bei der Prävention und Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Nach Angaben der beteiligten Ministerien soll die Kooperation insbesondere den fachlichen Austausch, Forschung sowie Monitoring-Systeme für Tierbestände stärken.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Systemen zur Überwachung von Wildtierpopulationen sowie auf verbesserten Diagnoseverfahren für infizierte Tiere. Zudem planen beide Länder gemeinsame Forschungsaktivitäten, etwa bei neuen diagnostischen Methoden und bei Technologien zur Eindämmung der Krankheit.
Auch Fragen der Biosicherheit in landwirtschaftlichen Betrieben sowie Strategien zur Eindämmung von Ausbrüchen sind Teil der Vereinbarung. Die Zusammenarbeit erfolgt vor dem Hintergrund eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in mehreren südafrikanischen Provinzen seit August 2025.
Nach Angaben der beteiligten Behörden konnte Deutschland einen einzelnen Ausbruch der Krankheit im Januar 2025 durch umfangreiche Maßnahmen eindämmen. Die Weltorganisation für Tiergesundheit bestätigte anschließend erneut den Status Deutschlands als frei von Maul- und Klauenseuche ohne Impfung.
Gespräche über Handel und Marktzugang
Während des Besuchs in Kapstadt führte Rainer politische Gespräche mit Minister Steenhuisen über agrarpolitische und handelspolitische Themen. Dabei ging es unter anderem um Einfuhrbedingungen für deutsches Schweinefleisch sowie um Marktzugang für Äpfel aus Deutschland.
[Media Statement📄]
— National Department of Agriculture (@DOAgov_ZA) March 11, 2026
South Africa and Germany forge partnership to combat Foot and mouth (FMD) disease.
In a landmark move for international agricultural diplomacy, the South African Minister of Agriculture, John Steenhuisen, and Germany’s Federal Minister of Agriculture, Food… pic.twitter.com/LFX2RDwthS
Nach Angaben des Bundesministeriums sollen zudem Veterinärverhandlungen zwischen beiden Ländern intensiviert werden.
Der deutsche Minister nahm auch an Treffen mit Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen teil, darunter ein Austausch mit der Auslandshandelskammer für das südliche Afrika. Begleitet wurde der Minister von einer Wirtschaftsdelegation sowie der Präsidentin des Friedrich-Loeffler-Instituts.
Südafrika wichtiger Absatzmarkt für deutsche Agrarprodukte

Südafrika gilt für Deutschland als bedeutender Partner im Agrarhandel. Nach Angaben des Bundesministeriums ist das Land der größte Absatzmarkt für deutsche Agrarprodukte auf dem afrikanischen Kontinent.
Deutschland zählt zugleich zu den wichtigsten Handelspartnern Südafrikas und nimmt bei Importen aus Deutschland den zweiten Platz ein.
Neben Handelsfragen standen während der Reise auch Treffen mit regionalen Regierungsvertretern in der Provinz Westkap sowie Gespräche mit Unternehmen und der Auslandshandelskammer für das südliche Afrika auf dem Programm.
Besuch eines deutsch-afrikanischen Forschungszentrums
Der deutsche Landwirtschaftsminister besuchte außerdem das Afrikanisch-Deutsche Fachzentrum für nachhaltige und resiliente Ernährungssysteme und angewandte Agrar- und Ernährungsdatenwissenschaft an der Universität des Westkaps.
Das Zentrum arbeitet nach Angaben der beteiligten Institutionen mit mehreren afrikanischen Universitäten sowie mit der Universität Hohenheim zusammen.

