Côte d’Ivoire, ECOWAS und AU verurteilen Angriffe im Golf

Die Côte d’Ivoire hat die jüngsten militärischen Angriffe im Zusammenhang mit der Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran verurteilt und zur Zurückhaltung aufgerufen. Das Außenministerium erklärte, man verfolge die Entwicklung „mit großer Besorgnis“.

Am 1. März 2026 veröffentlichte das Staatsministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit in Abidjan eine offizielle Stellungnahme zur Lage im Nahen Osten.

Verurteilung der Angriffe

Die ivorische Regierung „verurteilt entschieden“ die Angriffe, die mehrere Staaten im Nahen Osten getroffen haben. Ohne einzelne Konfliktparteien namentlich zu nennen, sprach Abidjan den betroffenen Staaten und Bevölkerungen „Solidarität und Mitgefühl“ aus.

Zugleich bekräftigte die Regierung ihre „unerschütterliche Bindung“ an die Prinzipien der Souveränität, der territorialen Integrität und der Sicherheit aller Staaten. Die Erklärung verweist auf die Notwendigkeit einer friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten im Einklang mit dem Völkerrecht.

Eskalation seit dem 28. Februar

Seit dem 28. Februar 2026 hat sich die militärische Konfrontation deutlich verschärft. Luftangriffe der Vereinigten Staaten und Israels richteten sich gegen strategische Einrichtungen im Iran. Der Tod des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei wurde nach diesen Angriffen bestätigt.

Der US-Präsident Donald Trump kündigte „umfassende Kampfoperationen“ an und erklärte, das „Regime der Mullahs“ beenden zu wollen. Rund 50.000 US-Soldaten sollen in der Region stationiert sein.

Der Iran reagierte mit mehreren Raketenangriffen auf israelisches Gebiet. Die israelischen Streitkräfte erklärten, sie hätten mehrere ranghohe Vertreter der Revolutionsgarden getötet.

Afrikanische Organisationen fordern Deeskalation

Auch auf kontinentaler Ebene wurden Stellungnahmen veröffentlicht. Der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, äußerte sich „zutiefst besorgt“ über die Entwicklung und warnte vor möglichen Auswirkungen auf die globale Stabilität, insbesondere auf Energiemärkte, Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit.

Die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten rief ebenfalls zur Zurückhaltung auf. In einer in Abuja veröffentlichten Erklärung vom 28. Februar 2026 forderte die Organisation unter Vorsitz des Präsidenten von Sierra Leone, Julius Maada Bio, alle Beteiligten auf, „größte Zurückhaltung“ zu üben und im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen zu handeln.

Die Organisation verwies auf mögliche Folgen für internationale Energiemärkte, den Welthandel und globale Lieferketten.

Wirtschaftliche Auswirkungen für die Côte d’Ivoire

Die Regierung in Abidjan beobachtet die Entwicklung auch mit Blick auf wirtschaftliche Risiken. Ein möglicher Anstieg der Ölpreise infolge von Störungen im Golfraum könnte die Kosten für Energieimporte erhöhen.

Die Côte d’Ivoire ist auf den Import raffinierter Erdölprodukte angewiesen. Steigende Energiepreise könnten sich auf Transportkosten, Haushaltsausgaben und staatliche Finanzen auswirken.

In ihrer Erklärung rief die Regierung „alle beteiligten Akteure“ zur Zurückhaltung auf und unterstützte diplomatische Vermittlungsinitiativen, darunter Bemühungen des Sultanats Oman.

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