In Washington haben führende Mitglieder des US-Kongresses sowie Außenminister Marco Rubio Gespräche mit dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo geführt. Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der Washington Accords for Peace and Prosperity, die Sicherheitslage im Osten des Landes sowie die strategische Rohstoffpartnerschaft zwischen den USA und der DR Kongo.
Treffen mit dem US-Senat: Fokus auf Washington Accords und Ostkongo
Die Senatoren Jim Risch und Jeanne Shaheen, Vorsitzender und ranghöchstes Mitglied des Senate Foreign Relations Committee, trafen im US-Kapitol mit Félix Tshisekedi zusammen. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten sie die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, die bilateralen Beziehungen mit der DR Kongo zu vertiefen.

Beide Senatoren betonten, dass die parteiübergreifende Unterstützung in den USA an die ernsthafte Umsetzung der Verpflichtungen aus den Washington Accords geknüpft sei. Zugleich erklärten sie, die USA müssten gegen Akteure vorgehen, die diese Vereinbarungen bereits verletzt hätten, um weitere Verstöße abzuschrecken.
Kritik an M23 und humanitäre Lage
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Sicherheitslage im Osten der DR Kongo. Risch und Shaheen äußerten ihre Besorgnis über die fortgesetzte Kontrolle von Gebieten durch die von Ruanda unterstützte M23-Miliz. Sie erklärten, ein vollständiger Rückzug ruandischer Kräfte sei Voraussetzung für eine realistische Perspektive auf dauerhaften Frieden.
Die humanitäre Situation wurde als dramatisch beschrieben. Nach Angaben der Senatoren sind rund 26 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Besonders Frauen, Kinder und Minderheiten litten unter den anhaltenden Kämpfen.
Erwartungen an Kinshasa: Deeskalation und nationaler Dialog
Mit Blick auf die langfristige Stabilität forderten die US-Senatoren von der kongolesischen Regierung entschlossene Schritte gegen die FDLR sowie gegen bewaffnete Wazalendo-Milizen, die lokale Gemeinschaften bedrohten. Zudem sprachen sie sich für eine Rückkehr zu einem glaubwürdigen nationalen Dialog aus. Militärische Lösungen allein könnten die politische Kohäsion nicht ersetzen, die für eine Vereinigung des Landes und eine tragfähige Partnerschaft mit den USA notwendig sei.
Rubio und Tshisekedi: Umsetzung der strategischen Partnerschaft
Parallel zu den Gesprächen im Kongress traf Außenminister Marco Rubio mit Präsident Tshisekedi zusammen. Dabei ging es um die Umsetzung des am 4. Dezember 2025 unterzeichneten US-DR-Kongo-Strategieabkommens. Thematisiert wurden insbesondere Investitionsmöglichkeiten für US-Unternehmen sowie die erweiterte sicherheitspolitische Zusammenarbeit.
Après les Émirats Arabes Unis où il a assisté à la signature de plusieurs accords entre les gouvernements congolais et émirati, le Président de la République, accompagné de la Distinguée Première Dame, est arrivé à Washington (USA) pour une série d’activités importantes. pic.twitter.com/SF0kmbKedw
— Présidence RDC 🇨🇩 (@Presidence_RDC) February 4, 2026
Beide Seiten sprachen zudem über die Lage im Osten des Landes und die vollständige Einhaltung der Washington Accords. Rubio bekräftigte das US-Engagement für die Umsetzung des Memorandums of Understanding zur Sicherheitskooperation.
Rohstoffe und Lobito-Korridor als wirtschaftlicher Schwerpunkt
In den Gesprächen mit dem US-Senat wurde auch die Bedeutung der Rohstoffpartnerschaft hervorgehoben. Die USA und die DR Kongo sehen kritische Mineralien als zentrales Element der bilateralen Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang wurde der Lobito-Korridor als strategisches Infrastrukturprojekt genannt, das regionale Wertschöpfung, Handel und langfristige US-Afrika-Kooperation fördern soll.
Le Président de la République, Félix-Antoine Tshisekedi Tshilombo, a rencontré ce mercredi la Commission des affaires étrangères de la Chambre des représentants des États-Unis d'Amérique, conduite par le président Brian Mast assistés des élus Chris Smith, Sarah Jacobs et Gregory… pic.twitter.com/M2OAchjKTD
— Présidence RDC 🇨🇩 (@Presidence_RDC) February 4, 2026
Mehrere Kongressabgeordnete äußerten öffentlich Frustration über anhaltende Gewalt trotz unterzeichneter Vereinbarungen. Sie verwiesen auf die humanitäre Krise in Flüchtlingslagern und auf den Vertrauensverlust in der Bevölkerung. In den Wortmeldungen wurde die Erwartung formuliert, dass Verstöße gegen Abkommen Konsequenzen nach sich ziehen müssten, um Glaubwürdigkeit internationaler Vermittlungsbemühungen zu sichern.