UNDP verlegt 300 Arbeitsplätze von New York nach Bonn

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) wird in Bonn einen zentralen Standort aufbauen und Teile seines bisherigen Hauptsitzes aus New York verlagern. Darüber informierte UNDP-Leiter Alexander De Croo am 19. Januar 2026 die Bundesregierung. Die Entscheidung ist Teil einer strukturellen Neuaufstellung des UN-Entwicklungsprogramms vor dem Hintergrund veränderter globaler Rahmenbedingungen.

Entscheidung zur Stärkung des multilateralen Systems

In einer gemeinsamen Erklärung bewerteten Außenminister Johann Wadephul, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus die Ansiedlung als politisches Signal für den Multilateralismus und die Rolle Deutschlands innerhalb des UN-Systems.

Bonn als wachsendes Zentrum der Vereinten Nationen

Mit der Verlagerung wird UNDP in den kommenden zwei Jahren rund 300 Mitarbeitende und mehrere zentrale Funktionen nach Bonn bringen. Nach Angaben aus UN-Kreisen sollen insgesamt fast 400 bisher in New York angesiedelte Stellen verlagert werden. Etwa drei Viertel davon sollen künftig in Bonn angesiedelt sein, ein weiterer Teil in Madrid.

Deutschland ist derzeit größter Geber des UN-Entwicklungsprogramms und als Mitglied des UNDP-Exekutivrats an der strategischen Ausrichtung der Organisation beteiligt. Der neue Standort soll die Zusammenarbeit mit bereits in Bonn vertretenen UN-Einrichtungen, staatlichen Akteuren, Nichtregierungsorganisationen sowie wissenschaftlichen Institutionen weiter intensivieren.

Politische Einordnung aus Bund, Land und Stadt

Außenminister Wadephul betonte, dass mit UNDP eine der zentralen Organisationen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit nach Deutschland komme. Dies stärke den UN-Standort Bonn und unterstreiche das Vertrauen in die deutsche Außenpolitik in einer Phase, in der multilaterale Strukturen zunehmend unter Druck stünden.

Entwicklungsministerin Alabali Radovan verwies auf die grundlegenden Veränderungen der internationalen Ordnung. Die Neuaufstellung von UNDP und der Ausbau des Standorts Bonn seien Ausdruck einer wachsenden Rolle Deutschlands in der globalen Entwicklungspolitik.

Ministerpräsident Wüst bezeichnete die Entscheidung als Erfolg für Nordrhein-Westfalen und für Deutschland insgesamt. Bonn sei das Herz des deutschen UN-Standorts, eingebettet in ein politisches und wirtschaftliches Umfeld, das internationales Arbeiten ermögliche. Der Zeitpunkt falle zudem in das 30. Jubiläumsjahr des UN-Standorts Bonn.

Oberbürgermeister Déus hob die Bedeutung der Entscheidung für die Stadt hervor. Bonn habe sich in den vergangenen Jahrzehnten als internationale UN-Stadt etabliert und wolle den Mitarbeitenden von UNDP sowie ihren Familien gute Arbeits- und Lebensbedingungen bieten.

Hintergrund: UNDP und der Standort Bonn

UNDP ist die führende Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen im Bereich Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung. Die Organisation unterstützt Staaten weltweit bei der Umsetzung ihrer Entwicklungsziele und bei der Bewältigung globaler Herausforderungen.

Der Bonner UN-Standort zählt zu den wichtigsten Zentren der Vereinten Nationen weltweit. Bereits heute sind dort 27 UN-Einrichtungen mit rund 1.200 Mitarbeitenden vertreten. Ergänzt wird das Umfeld durch Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Engagement Global und das German Institute of Development and Sustainability.

Mit der Ansiedlung von UNDP als künftig zweitgrößtem UN-Büro in Bonn wird der Standort strukturell und personell weiter ausgebaut.

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